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Forschung & Transfer

Architektur G25

Die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg setzt sich mit der Vielfalt sowohl nationaler, aber auch globaler gesellschaftlicher Herausforderungen auseinander. Das betrifft technische, gesundheitliche und ökologische Fragestellungen; aber auch ethische, kulturelle, soziale und ökonomische Probleme sind  Gegenstand wissenschaftlich-methodischer Betrachtung, Kontextuierung, Konzeptionierung und Reflexion.

Als Vorreiter technologischer Entwicklung wird die Universität Magdeburg mehr und mehr zur Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Wirtschaft. Sie versteht sich als eine Leitfigur beim Ausbau der wirtschaftlichen Entwicklung der Region. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg beraten und unterstützen mit ihrer Expertise wichtige und zukunftsweisende Vorhaben der Stadt, des Landes oder regionaler Unternehmen. Sie sind als Ingenieure, Wirtschaftswissenschaftler, Soziologen, Mediziner oder Informatiker mit ihrem Wissen unverzichtbare Partner in regionalen und überregionalen Netzwerken und so an der gedeihlichen Entwicklung der Landeshauptstadt maßgeblich beteiligt.

Durch die gezielte Anwerbung unternehmerisch begabter Studienanfängerinnen und -anfänger aus ganz Deutschland und dem Ausland und ein entsprechendes Lehrangebot werden Studierende auch zu Unternehmerinnen und Unternehmern herangebildet, die im Anschluss an ihr Studium sowohl in Wissenschaft, Wirtschaft und der Kultur neue Impulse setzen.

Das Profil ist geprägt durch Exzellenzschwerpunkte, Sonderforschungsbereiche, Graduiertenkollegs und Forschergruppen. Externe Kooperationen bestehen mit angegliederten Zentren, An-Instituten und außeruniversitären Forschungseinrichtungen. Als Impulsgeber und Entwicklungsmotor auch weit über die Landesgrenzen hinaus, verfolgt die Universität Magdeburg Innovationsstrategien zur Stärkung des Technologie- und Wissenstransfers in regionale und überregionale Unternehmen.

 

Aktuelle Meldungen aus Forschung & Transfer:


Welche Prinzipien organisieren das lebenslange Wachstum von Neuronen?

Magdeburger Neurowissenschaftlerinnen und -wissenschaftler sind an einem Forschungsprojekt, REBIRTHT4S, beteiligt, das soeben für die Endrunde der „Exzellenzstrategie des Bundes und der Länder“ nominiert wurde. Der interdisziplinäre Forschungsverbund REBIRTH wird bereits seit 2006 im Rahmen der Exzellenzinitiative gefördert. Für einen Neuantrag wurde jetzt ein Konzept für den Forschungsverbund für regenerative Wissenschaften, Medizin und Technologie REBIRTHT4S eingereicht. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Medizinischen Hochschule Hannover und der Leibniz-Universität Hannover wollen gemeinsam mit Magdeburger Hirnforschern ein breites Spektrum an therapeutischen Konzepten und Technologien entwickeln, um die Entstehung und Ausbreitung von Volkskrankheiten zu verstehen. Dabei geht es vor allem um Therapiemethoden und Erkenntnisse zu Krankheitsmechanismen für Blut, Leber, Lunge und Herz und Stammzellbiologie.

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Neurowissenschaftler der Uni Magdeburg an einem Projekt der Exzellenzinitiative beteiligt (Foto: shutterstock (c) Tiko Aramyan)

Die an dem Neuantrag beteiligten Magdeburger Neurowissenschaftler untersuchen gemeinsam mit den Kolleginnen und Kollegen aus Niedersachsen den Zusammenhang von Plastizität im Gehirn und der Gesundheit anderer Organsysteme wie Herzkreislauf, Lunge, Leber und Blut. Plastizität meint die Eigenart von Synapsen, Nervenzellen oder auch ganzen Hirnarealen, sich zwecks einer Optimierung laufender Prozesse in ihrer Anatomie und Funktion zu verändern. Ziel ist es, herauszufinden, welche organübergreifenden Prinzipien das lebenslange Wachstum von Neuronen und Gefäßen regulieren.

Der Forschungsstandort Magdeburg ist in der bildgebenden Vermessung derartiger Wachstumsvorgänge beim Menschen international führend. Die Forscher erhoffen sich durch die gemeinsame Forschung in REBIRTHT4S insbesondere neue Erkenntnisse für die Prävention und Behandlung neurodegenerativer Erkrankungen. „Wir sind sehr stolz, dass unser neurowissenschaftlicher Standort Magdeburg bei diesem seit Jahren erfolgreich agierenden Projekt der Exzellenzinitiative vertreten ist“, betont der Rektor der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Prof. Dr.-Ing. Jens Strackeljan.

60 Millionen Euro für REBIRTH

Der Forschungsverbund REBIRTH erhielt in der ersten Förderperiode 2006 bis 2011 32 Millionen Euro, in der zweiten rund 28 Millionen Euro. In dieser Zeit konnten die Forscher 88 Patente anmelden, 15 Erfindungen lizensieren und sieben Start-up-Unternehmen gründen. In dem angegliederten Doktorandenprogramm „Regenerative Sciences“ wurden über 100 Nachwuchsforscher ausgebildet und zahlreiche, weltweit beachtete Studien publiziert.

In der „Exzellenzstrategie des Bundes und der Länder“ zur weiteren Stärkung der Spitzenforschung an den Hochschulen in Deutschland sind vor wenigen Tagen die ersten Entscheidungen gefallen. Das auf Vorschlag der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und des Wissenschaftsrates (WR) von der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz (GWK) berufene internationale Expertengremium hat auf seiner Sitzung am 27. und 28. September 2017 in Bonn in der Förderlinie Exzellenzcluster insgesamt 88 Projekte für die Endrunde bestimmt. Sie wurden aus insgesamt 195 Antragsskizzen ausgewählt, die bis Anfang April dieses Jahres von 63 Hochschulen bei der DFG – die gemäß der Verwaltungsvereinbarung von Bund und Ländern den Wettbewerb in der Förderlinie Exzellenzcluster durchführt – eingereicht und in den vergangenen Monaten in 21 international besetzten Panels nach wissenschaftlichen Qualitätskriterien begutachtet worden waren.

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Präzise Behandlungsmethoden durch Medizintechnik der Zukunft

Benjamin Hatscher, Wissenschaftler am Forschungscampus STIMULATE und der Fakultät für Informatik der Universität Magdeburg, setzt Eye-Tracking-Verfahren ein, um auf einem Bildschirm berührungslos Objekte zu selektieren. Im Rahmen seiner Doktorarbeit arbeitet er eng mit klinischen Anwendern am Institut für Neuroradiologie am Universitätsklinikum Magdeburg zusammen.

Moderne Medizintechnik (c) Harald Krieg

Die Forschung soll die Behandlung von Schlaganfällen verbessern. Der Forschungscampus STIMULATE der Otto-von-Guericke-Universität verfolgt das Ziel, eine vollständige Diagnostik in einem hybriden OP-Saal zu ermöglichen. Zukünftig soll die Bedienung medizinischer Software ohne die Verwendung der Hände möglich sein, sodass die Interaktion steril und ohne den klinischen Arbeitsablauf zu stören ausgeführt werden kann. Erste Ergebnisse dieser Methode wurden kürzlich mit dem Forschungspreis der „Mensch und Computer 2017“ in Regensburg ausgezeichnet.

Gestensteuerung im OP

Am Forschungscampus stimulate wird an moderner Medizintechnik von morgen geforscht.

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Nationale und internationale Forschungsförderer stellen sich vor

Am 21. September 2017 werden Vertreter aller großen nationalen und europäischen Forschungsförderungsorganisationen an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg zu Gast sein. Im Rahmen der Veranstaltung „Forschen in Europa: Nationale und europäische Forschungsförderung“ präsentieren Forschungsförderer wie die Alexander-von-Humboldt-Stiftung, die Helmholtz-Gemeinschaft, der Deutsche Akademische Austauschdienst, die Deutsche Forschungsgemeinschaft oder die Max-Planck–Gesellschaft ihre nationalen und internationalen Förderprogramme und stehen Nachwuchswissenschaftlerinnen und –wissenschaftlern aus ganz Deutschland als Ansprechpartner zur Verfügung. Sie haben Gelegenheit, ihre wissenschaftlichen Karrieren in Deutschland individuell zu planen oder sich für Mobilitätsprogramme zu bewerben und so internationale Forschungserfahrung zu sammeln.

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Spitzenplätze für Marko Sarstedt und Reint E. Gropp im F.A.Z.-Ökonomenranking 2017

Ökonomen der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg gehören zu den einflussreichsten Deutschlands und des gesamten deutschsprachigen Raumes.

Prof. Marko SaSarstedt, Marko (c) Stefan Bergerrstedt vom Lehrstuhl für Marketing belegte bei dem von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung erstellten Ranking den fünften Platz in puncto Forschung. Seine Arbeiten gehören damit zu den meistbeachteten und zitierten in seinem Fach. In seinen Forschungsarbeiten setzt sich der Marketing-Experte mit Fragestellungen des Konsumentenverhaltens auseinander und entwickelt Methoden zur Analyse betriebswirtschaftlicher Entscheidungsprobleme. Seine Forschungsarbeiten wurden in weltweit führenden Fachzeitschriften publiziert und seine Lehrbücher wurden bisher in fünf Sprachen übersetzt.

Nach dem Studium der Betriebswirtschaftslehre an der Universität Passau, der Helsinki School of Economics and Business Administration und der Ludwig-Maximilians-Universität München wurde Sarstedt wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Marktorientierte Unternehmensführung. Der Promotion zum Dr. oec. publ. folgte 2010 die Ernennung zum Juniorprofessor für Quantitative Methoden in Marketing und Management an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Nach einem Forschungsaufenthalt an der University of Newcastle, Australien, und der Habilitation im Fach Betriebswirtschaftslehre folgte er 2012 dem Ruf an die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg.

 

Gropp, Reint (c) Stefan BergerProf. Reint E. Gropp vom Lehrstuhl für Volkswirtschaftslehre erreichte in der Gesamtwertung, die neben den Forschungs- auch Leistungen im Bereich der Politikberatung sowie die Präsenz in den Medien berücksichtigt, Platz 61.

Reint E. Gropp hat Volkswirtschaftslehre an der Universität Freiburg und der University of Wisconsin, Madison, studiert. Im Anschluss an seine Promotion war Professor an der Goethe-Universität Frankfurt am Main und hatte dort die Stiftungsprofessur für Sustainable Banking and Finance inne. Zuvor war er in verschiedenen Positionen für den Internationalen Währungsfonds (IWF) sowie für die Europäische Zentralbank (EZB) tätig, zuletzt als Deputy Head der Financial Research Division. Er ist Präsident des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle und als solcher sei 2014 mit einem Lehrstuhl an der Magdeburger Fakultät für Wirtschaftswissenschaft ausgestattet.

Fotos: Stefan Berger

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Wissenschaftler der Universität Magdeburg auf der Suche nach alternativen Routen zur nachhaltigen Herstellung chemischer Produkte

Verfahrenstechniker der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg arbeiten erfolgreich daran, die für die Herstellung vieler chemischer Produkte bisher verwendeten Ausgangsstoffe Erdöl und Erdgas durch nachwachsende Rohstoffe zu ersetzen. Vor dem Hintergrund knapper werdender fossiler Rohstoffe suchen sie gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen aus Dortmund, Berlin und Magdeburg nach neuen hocheffizienten und nachhaltigen Produktionsrouten, mit deren Hilfe langkettige Kohlenwasserstoffe in Ausgangsstoffe für Farben, Lacke, Arznei-, Wasch- oder Reinigungsmittel umgewandelt werden können.

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Magdeburger Nachwuchswissenschaftlerin beim 67. Nobelpreisträgertreffen

Nur ein Jahr zuvor war unsere Welt noch eine andere. Das war bevor Großbritannien entschied, um jeden Preis die Europäische Union verlassen zu wollen, bevor der türkische Präsident unter dem Verdacht des Mitwirkens an einem Putschversuch zahlreiche Intellektuelle und Querdenker inhaftieren lies und bevor eine populistische ungarische Regierung entschied, die Zentraleuropäische Universität zu schließen. Es war aber auch bevor Donald Trump zum US-Präsidenten gewählt wurde und in seiner Position als mächtigster Mann der Welt entgegen jeglichen wissenschaftlichen Erkenntnissen, die globale Erderwärmung plump als Fake-News verunglimpfte und den Rückzug der USA aus dem Klimaabkommen von Paris verkündete.“ Mit diesen drastischen Worten eröffnete Bettina Bernadotte af Wisborg, Präsidentin des Kuratoriums, das 67. Lindau Nobel Laureate Meeting, das nach der Nobelpreisverleihung an der Königlichen Akademie der Wissenschaften in Stockholm das größte und wichtigste Treffen der wissenschaftlichen Elite ist.

Gleichzeitig stellte Gräfin Bernadotte mit dieser ungewöhnlichen und besorgten Einleitung aber auch die zentrale Bedeutung einer freien, unabhängigen und zukunftsorientierten Forschung für die Zukunft unserer Gesellschaft in den Fokus und hieß die geladenen Gäste, unter ihnen 28 Nobelpreisträger und knapp 400 ausgewählte Nachwuchswissenschaftler aus aller Welt, in Lindau am Bodensee willkommen.

Eine dieser jungen Wissenschaftlerinnen war Dr. Franziska Stöber, die sehr gern, trotz Elternzeit, dieser besonders ehrenvollen Einladung folgte und begeistert von einer außergewöhnlichen Veranstaltung berichtet, auf der sie die exzellenten, am Wissenschaftsstandort Magdeburg entstandenen Forschungsaktivitäten repräsentierte.

Der Einladung vorausgegangen war eine Empfehlung der Leibniz-Gemeinschaft, nachdem Dr. Stöber im vergangenen Oktober ihre Promotion im Rahmen einer engen Kooperation zwischen dem Leibniz-Institut für Neurobiologie (LIN) Magdeburg und der Klinik für Nuklearmedizin der OVGU mit herausragendem Ergebnis verteidigen konnte.

Der Schwerpunkt der Forschungstätigkeit von Dr. Stöber widmet sich der frühzeitigen Visualisierung und Diagnostik von Hirnschädigungen, verursacht z. B. durch einen ischämischen Schlaganfall oder durch Demenzerkrankungen. Basierend auf der durchgeführten Gundlagenforschung konnten Dr. Stöber und ihre Kollegen ein neuartiges bildgebendes Verfahren entwickeln, das sowohl einem vertiefenden Verständnis über die Ausbreitung hirnschädigender Erkrankungen als auch der Entwicklung entsprechender Therapeutika zugutekommen kann.

„Das Meeting bietet jungen Wissenschaftlern die einmalige Möglichkeit, in den Dialog mit Nobelpreisträgern, aber selbstverständlich auch untereinander zu treten, die eigenen Forschungsergebnisse zu präsentieren und sich ein internationales Netzwerk aufzubauen“, hebt sie das Besondere an dieser Veranstaltung hervor, die sich jeweils jährlich wechselnd einer der naturwissenschaftlichen Nobelpreisdisziplinen: Medizin und Physiologie, Chemie oder Physik widmet. „In diesem Jahr stand die Chemie im Mittelpunkt. Leider erlauben die Statuten nur eine einmalige Teilnahme an einer Lindauer Nobelpreisträgertagung – es sei denn man gehört irgendwann einmal selbst zu den Laureaten“, blickt Dr. Stöber, als studierte Neurobiologin mit einem Augen zwinkern motiviert in die Zukunft und beschreibt immer noch tief beeindruckt ihre Eindrücke. Jede Tagung bestehe aus einer Vielzahl wissenschaftlicher Vorträge von Nobelpreisträgern, interessanten Podiumsdiskussionen mit Vertretern aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft. Aber auch die jungen Wissenschaftler bekämen in sogenannten Master Classes und in speziellen kleinen Gruppengesprächen mit Laureaten die Gelegenheit zu einem fachlichen und persönlichen Austausch. Eine unglaublich professionelle mediale Berichterstattung führe dazu, dass die wissenschaftlichen Erkenntnisse der Allgemeinheit gut zugänglich gemacht werden.

36919___LNLM2017_Wednesday_033_cfVortrag beim Nobelpreisträgertreffen 2017 (Foto: Julia Nimke)

„Als überaus sympathisch empfand ich persönlich, dass die Nobel Laureats sehr offen und menschlich von ihrem Leben und der oftmals beschwerlichen wissenschaftlichen Karriere berichteten. Viele von ihnen beantworten auf sehr humorvolle Art und Weise die oft gestellte Frage: Wie gewinne ich einen Nobelpreis? Dabei motivierten sie die jungen Teilnehmer insbesondere dazu, ihrer wissenschaftlichen Leidenschaft zu folgen, nach Möglichkeit an einem Thema mit hoher gesellschaftlicher Relevanz zu arbeiten, unerwartete Resultate nicht außer Acht zu lassen und an die eigenen Stärken zu glauben. Einige gaben aber auch offen zu, dass es manchmal einfach hilft, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein. Wenn alles nichts nütze, so verriet Klaus von Klitzing – Preisträger 1985 für die Entdeckung des quantisierten

Hall-Effekts –, kann man auch schon mal eine Nobelpreis-Medaille im New Yorker Auktionshaus Christie’s bekommen. So geschehen Ende 2014, als ein anonymer Telefonbieter die 1962 an James Watson verliehene Auszeichnung für die Entdeckung der DNA-Struktur für 4,76 Millionen Dollar ersteigerte“, resümiert Dr. Stöber und gibt zugleich eine zentrale Botschaft der Tagung weiter: „Wissenschaft steht immer auch in der Pflicht, für gesellschaftlich bedeutende Themen zu sensibilisieren. Große wissenschaftliche Leistungen werden nur in einem globalen Kontext bedeutsam; man kann also nicht ignorieren, was in der Weilt um uns herum passiert, wie zum Beispiel die aktuelle Problematik des Klimawandels.“

In diesem Kontext hob auch Bettina Bernadotte die besondere Bedeutung des wissenschaftlichen Dialogs hervor, da die auf zuverlässigen und überprüfbaren Fakten basierende Wissenschaft in unvergleichbarer Weise in der Lage ist, nationale, geschlechtsspezifische, religiöse, ethnische und andere Grenzen zu überwinden. In diesen Tagen bereitet sich Lindau übrigens bereits erneut auf einen Ansturm zahlreicher Wissenschaftler vor. Mitte August werden an der 6. Lindauer Tagung der Wirtschaftswissenschaften junge Ökonomen ebenfalls mit Nobelpreisträgern zusammentreffen.

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Wie das Gehirn Gelerntes bewertet

Wissenschaftler der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg haben herausgefunden, wie unser Gehirn die Speicherung von unterschiedlich wichtigen Informationen kontrolliert. Das Team um den Neurobiologen Prof. Dr. Oliver Stork von der Fakultät für Naturwissenschaften konnte eine Gruppe von Nervenzellen im Gehirn identifizieren, die unterschiedliche Sinneseindrücke gegeneinander abwägen und den gemachten Erfahrungen unterschiedliche Bedeutungen und Prioritäten zuweisen.

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Physiker der Universität Magdeburg spüren mit Lichtwellen Nanopartikel auf

Physiker der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg haben Sensoren entwickelt, die kleinste Nanopartikel in ihrer Umgebung wahrnehmen können. Die Wissenschaftler um Prof. Dr. Jan Wiersig vom Lehrstuhl für Theoretische Physik haben gemeinsam mit Kollegen aus den USA sogenannte Mikroresonatoren, eine Art Lichtspeicher, so beeinflusst, dass sie extrem kleine Teilchen, etwa aus gefährlichen oder medizinisch relevanten Stoffen, erkennen können.

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Wenn Medizin auf Technik trifft

Medizintechnik ist eine wichtige Disziplin im Bereich der Ingenieurswissenschaften: Ob bei der Entwicklung von Prothesen für körperlich Beeinträchtigte oder der Forschung und Weiterentwicklung im medizinischen Bereich bereits täglich eingesetzter und überaus wichtiger Geräte wie dem MRT. Neue Technologien und Denkansätze im Bereich der Medizintechnik tragen zur Verbesserung des gesundheitlichen Standards in Deutschland bei.

Die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg ermöglicht Studierenden mit dem Bachelor- und Masterangebot Medizintechnik die Kombination der Fachbereiche Mathematik, Physik, Elektrotechnik und Informatik kennenzulernen. Interdisziplinäre Herausforderungen dieser Fachbereiche finden in Vorlesungen, Seminaren und Praktika Anwendung, damit neue Lösungsansätze erforscht werden können.

Aufbauend auf dem neuen Bachelorstudiengang Medizintechnik, der seit zwei Jahren an der Uni Magdeburg angeboten wird, gewährt der englischsprachige Master Medical Systems Engineering, der pro Semester bis zu 40 Studieninteressierte annimmt, einen umfassenden Einblick in die Welt der medizinischen Forschung. In den Hörsaalreihen befinden sich viele internationale Studierende, die zum Teil aus Indien, Pakistan und Eritrea stammen.

 

Medizintechnik in der Praxis

Masterstudent Nicolas Glienke ist Teilnehmer des Praxisseminars Brain Computer Interfaces, welches im Rahmen der Veranstaltung physiologische Systemmodellierung an der Universität Magdeburg angeboten wird. Er und weitere Studierende erforschen die Reaktionen der eigenen Gehirnaktivitäten, um aus den gewonnen Datensätzen und Signalen einen Algorithmus für ein Computerspiel zu entwickeln. „Die praktische Anwendung ist ein guter Ausgleich zum theoretischen Anteil des Studiengangs“, betont Nicolas Glienke, der sich nach seinem Studium auf das Forschungsgebiet der Neurowissenschaft spezialisieren möchte.

Master Medical Systems Engineering 

Das Praktikum koordinieren die wissenschaftlichen Mitarbeiter der Fakultät für Informatik, Tim Pfeiffer, und Nikolai Heinze vom Leibniz Institut für Neurobiologie. Unter ihrer Anleitung soll ein Quellcode entstehen, der die Steuerung des Computerspielklassikers Pong mit Hilfe von Gehirnsignalen möglich macht. Dafür benötigt es vorab jedoch viele Tests und deren Auswertung, um die neuronalen Signale richtig interpretieren zu können.

„Für den Laien sieht die Messung wie eine Ansammlung von Wellen und Linien aus, doch da steckt mehr dahinter“, erläutern Tim Pfeiffer und Nikolai Heinze. „Über die Elektrodenhaube erfassen die Teilnehmer ihre neuronalen Aktivitäten des Gehirns in verschiedenen Situationen. Beim Schließen und Öffnen der Augen zeigt die Kurve einen direkt messbaren Ausschlag an“, so Pfeiffer. In der Praxis kommt diese Technologie bislang fast ausschließlich zur Verbesserung der Lebensqualität von körperlich beeinträchtigten zum Einsatz: Mit der Buchstabiermaschine zum Beispiel können Menschen mit dem Locked-In Syndrom, die die zum Sprechen nötige Muskulatur nicht bewegen können, dank der neuronalen Eingabemöglichkeit mit anderen Menschen kommunizieren.

Master Medical Systems Engineering 3
 

Medizintechnikstudium auf einen Blick

 

  • Die Regelstudienzeit für den Bachelor Medizintechnik beträgt 7 Semester.
  • Bachelorinteressenten sollten technische sowie naturwissenschaftliche Grundlagen mitbringen und
    ein gewisses Maß an mathematischem Verständnis.
  • Die Regelstudienzeit für den Master Medical Systems Engineering beträgt 4 Semester.
  • Ein Sprachnachweis in Englisch wird für den Master vorausgesetzt.
  • Die Studienplatzbeschränkung für den Masterstudiengang liegt bei 40 Teilnehmern.

 

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Auf der Suche nach dem Glück

Was macht das Glück mit einem Menschen, der sich berufsmäßig mit diesem Hochgefühl beschäftigt? Jan Delhey muss lachen und denkt kurz nach: „In guten Momenten hilft es mir, stärker zu reflektieren, was ich gerade tue und, dass mir der Ärger jetzt gar nichts bringt. Aber in vielen anderen Momenten macht es gar nichts mit mir", sagt der Professor, der im März 2015 auf den Lehrstuhl für Allgemeine Soziologie und Makrosoziologie der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg berufen wurde. Zuvorderst sei es der Sport, der seine Glücksgefühle anrege. Auf dem Sattel seines Fahrrades habe er von Magdeburg schon mehr gesehen als von Bremen während seiner achtjährigen Zeit dort als Professor an der Jacobs University, sagt er.

Das grüne Magdeburg an dem blauen Band der Elbe macht also einen guten Eindruck auf einen Neuankömmling? Der Glücksforscher nickt. Die Stadt Magdeburg mit ihrem Wohlfühlfaktor Natur sei durchaus ein positiver Bestandteil der objektiven Lebensbedingungen. Und zu seinem subjektiven Wohlbefinden, meint er, trage auch die Stelle am Institut für Soziologie bei. Delheys Forschungsthemen hier sind Lebensqualität, Vertrauen, soziale Ungleichheit und europäische Integration.

Zitate zum Thema Glück: Für jeden bedeutet Glück etwas anderes

Jahre nach der deutschen Wiedervereinigung kann Jan Delhey rückblickend sagen: Ohne die politische Wende 1989 wäre sein Leben mit Gewissheit anders verlaufen. Im Süden Deutschlands, an der Grenze zur Schweiz, ist er aufgewachsen. Räumlich weit weg von Ostdeutschland, war für ihn als Kind einzig die `Leipziger Messe´ ein Bezugspunkt zur DDR. „Mein Vater ist jedes Jahr dorthin gefahren", erzählt er. Die Grenzöffnung allerdings hat Jan Delhey in Bamberg erlebt. „Als die Trabis in die Stadt fuhren und bejubelt wurden, war das für uns Soziologiestudenten ein ganz besonderes Erlebnis", erinnert sich der Wissenschaftler und ist gedanklich ganz nah bei seiner Forschung: „Ob man Umbrüche in der Gesellschaft oder im eigenen Lebenslauf als Herausforderung oder als Bedrohung empfindet, hängt stark von der existenziellen Sicherheit ab. Und die war nach der Wiedervereinigung für viele im Osten mit dem Niedergang der Betriebe gefährdet."

Ohne Wendezeit undenkbar auch das Thema seiner Promotion, die sich mit den Umbrüchen in Osteuropa befasste, mit sozialer Ungleichheit und der Bewertung der Lebensbedingungen nach der Wende. Sieben osteuropäische Länder hat er miteinander verglichen. „Auf die DDR bezogen", sagt er, „hatten sich die individuellen Lebensbedingungen relativ schnell denen im Westen angepasst. Aber wegen der geringeren Wirtschaftskraft ist immer eine Lücke zu Westdeutschland geblieben." Ist der Veränderungsprozess also für die neuen Bundesländer ein Aufholprozess? „In vielerlei Hinsicht schon", entgegnet der Soziologe. „Allerdings hat die Wiedervereinigung auch den Westen modernisiert. Als Beispiel möchte ich das Netz frühkindlicher Betreuung nennen. Unter einem gesellschaftlichen Aspekt fördert die Infrastruktur für Betreuung auch die Gleichstellung von Mann und Frau. Meine Mutter hatte ihren Beruf aufgegeben, nachdem wir Kinder geboren waren. In der DDR war es für die Mütter eine Selbstverständlichkeit, bald wieder in ihren Beruf zurück zu kehren." 

 

Die Formel zum Glück

Und wann ist Jan Delhey ausgezogen, das Glück zu suchen? „Ich kam eigentlich durch meinen Doktorvater Wolfgang Zapf auf dieses Thema. Er hatte die amerikanische Glücksforschung in den 1970er-Jahren nach Deutschland geholt. Damals war das ›subjektive Wohlbefinden‹ noch ein völlig neuer Begriff", erzählt Delhey und, dass er dieses Forschungsgebiet bis heute interessant und spannend findet. Denn, „glücklich zu sein", sei erst in der wohlhabenden Gesellschaft zum zentralen Lebensziel der Bevölkerung geworden.

 

Die Formel zum Glück: HABEN + LIEBE + SEIN = GLÜCK

 

Der Wissenschaftler hat sogar eine Formel dafür entwickelt: HABEN + LIEBE + SEIN = GLÜCK. „Menschen sind dann glücklich, wenn sie ausreichend Geld zur Existenzsicherung haben, wenn sie gute soziale Kontakte zum Partner, zur Familie, zu Freunden haben und, wenn sie einen Sinn in ihrem Leben sehen", sagt der Wissenschaftler.

Auch vor der Wende sei dieses Glücksrezept mit seinen Grundzutaten für Ost- und Westdeutschland gleichermaßen gültig gewesen. „Im Osten wurden die materiellen Lebensbedingungen etwas höher bewertet, weil das Ausgangsniveau niedriger lag als im Westen. Aber jeder konnte seine Glücksnische finden. Der persönliche Nahbereich war den meisten Menschen wichtiger als die Politik", weiß Delhey. „Nach der Wende haben Gesundheit, Partnerschaft, Familie und der Job an Bedeutung für die Lebenszufriedenheit gewonnen. Je reicher die Gesellschaft, umso weniger wichtig sind die materiellen Dinge."

 

Zusammenhalt macht glücklich

Mit seinen internationalen Umfragen zur Lebenszufriedenheit hat der Soziologe als erster seines Fachgebiets nachgewiesen, dass den Menschen der gesellschaftliche Zusammenhalt enorm wichtig ist für ihr subjektives Wohlbefinden. „Der Mensch funktioniert eben nicht wie ein Homo oeconomicus", sagt Delhey und verweist auf eine Studie, die er mit Kollegen von der Jacobs University für die Bertelsmann-Stiftung durchgeführt hat. „In den Bundesländern, in denen der gesellschaftliche Zusammenhalt stark ist, bewerten die Menschen ihr Leben im Durchschnitt positiver. Je mehr Zusammenhalt, desto besser." Die große gesellschaftliche Frage sei es nun, wie man es schafft, den Zusammenhalt zu fördern, meint der Soziologe. Das interessiere mittlerweile sogar die Wirtschaftswissenschaftler. 

Stimmt es, dass sich Bundeskanzlerin Angela Merkel vom Glücksforscher Delhey beraten ließ? Der lächelt. „Na ja. Die Kanzlerin selbst ist nicht auf der Suche nach dem persönlichen Glück. Die Bundesregierung wollte im Zuge ihrer Kampagne, `Gut leben – Lebensqualität in Deutschland´ dem Thema Lebensqualität einen höheren Stellenwert geben und dafür ein Indikatorensystem entwickeln. Stabsmitarbeiter ließen sich von einem Expertengremium beraten, und ich war auch dazu eingeladen. Umgesetzt wurden dann u. a. die Bürger-Dialoge mit der Regierungschefin."

Die Suche nach dem Glück bleibt ein Dauerbrenner? „Ja sicher. Jeder will ein glückliches Leben führen. Damit wächst aber auch die Unsicherheit, wie man leben soll, denn die Lebensformen und -verläufe sind weniger verbindlich als früher," sagt Jan Delhey. Das Individuelle, das Unberechenbare bleibt wohl eine `Unbekannte´ in der Glücksformel.

 

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Letzte Änderung: 15.08.2017 - Ansprechpartner:

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