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Studierende auf Special-Factory-Tour

09.03.2018 -  

Wirtschaftsingenieur-Studierende der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg waren vor kurzem auf einer ‘Special-Factory-Tour’ im VW-Werk Wolfsburg. Neben den Teilnehmern des Instituts für Logistik und Materialflusstechnik waren auch Studierende der Freien Universität Bozen an dem Master-Course beteiligt. Die Universitäten haben bereits im Rahmen eines im Mai 2017 vereinbarten Vertrages zum Doppelabschluss (‚Double Degree‘) zusammengearbeitet.

Während der Werk-Tour hatten die Studierenden die Gelegenheit in einer ‘Golf-Bahn‘, einem offenen Fahrzeug, durch die Fertigungshallen zu fahren. Dabei wurde sie von einem ‚Factory-Guide‘ begleitet, der an einigen Stellen anhielt, um auf besondere Details hinzuweisen. Die Factory-Tour orientierte sich an der Fertigungsfolge im Automobilbau: beginnend beim Presswerk, bei dem man die Pressstraßen im laufenden Betrieb sehen konnte, weiter zum Karosseriebau in die Fahrzeug-Endmontage über den ‚Finish-Bereich‘ bis hin zur Endabnahme.

Bild 4 - Herlyn Bild 2 - Herlyn

Schritt für Schritt zum fertigen Auto

In der Pressenstraße wurden die sechs erforderlichen Arbeitsschritte für die Herstellung eines Kotflügels gezeigt. Im Karosseriebau werden alle Schweißgruppen und auch die Karosse selber mit Hilfe von Industrie-Robotern in vollautomatisierten Fertigungsanlagen und Schweißstraßen hergestellt. Die Mitarbeiter sind ausschließlich für die Wartung und die Behebung von Störfällen sowie für die erforderlichen Anpassungen oder Änderungen zuständig. Die Fahrzeugendmontage ist teilweise ‘mechanisiert’. Nach der Endmontage werden die elektronische Steuerungen und Assistenzsysteme des Fahrzeuges überprüft und eingestellt. Im folgenden Fahrzeug-Finish werden die letzten Einstellungen und Überprüfungen am Fahrzeug vorgenommen und ggf. noch kleinere Mängel beseitigt. Danach erfolgt die Endkontrolle der Fahrzeuge und die Freigabe durch die Qualitätssicherung. Zum Schluss werden die Fahrzeuge für den Land- oder See-Transport vorbereitet, indem das Fahrzeug durch entsprechende Schutzfolien vor äußerlichen Einflüssen und Schadstoffen geschützt wird. Erst dann kann das Fahrzeug per Bahn oder LKW direkt an den Händler oder an den Importeur überführt werden.

Learning by watching

Ein Schwerpunkt der Tour waren zudem Beispiele für die ‚Just-in-Time‘ und ‚Just-In Sequenz‘-Belieferung, über die vor allem die Endmontage versorgt wird und mit denen sich die Master-Studierenden im Rahmen eines ‚Lecture-Projects‘ intensiv auseinandersetzen müssen.

Vor Ort konnten die Studierenden außerdem viele Beispiele für das ‚Behältermanagement‘ sehen, wofür im VW-Werk die Logistik zuständig ist. Beim dem Autohersteller werden schon seit langem nur wiederverwendbare Behälter und Gestelle für den Transport und die Bereitstellung der Teile, Baugruppen und Module genutzt. Dadurch werden Abfälle vermieden und die Umwelt geschont. Hierfür ist eine ganz besondere Steuerung und Verfolgung der Behälter und des Behälterflusses erforderlich, denn jeder Behälter ist nur für die Aufnahme und Transport von ganz bestimmten Teilen, Baugruppen oder Modulen geeignet. Wenn die richtigen Behälter nicht in ausreichender Anzahl zur richtigen Zeit am richtigen Ort sind, kann weder die Fertigung der Teile noch die Montage der Module und der Fahrzeuge durchgeführt werden. Die Behälter haben deshalb eine eigene Behälter-Nummern, über die sie jederzeit identifiziert, verfolgt und gesteuert werden können. Zurzeit werden die Behälter noch auf Zugmaschinen transportiert, die manuell gesteuert werden. Diese sollen in Zukunft durch fahrerlose Zugmaschinen ersetzt werden, welche per Transponder und GPS gesteuert werden sollen.

Letzte Änderung: 09.03.2018 - Ansprechpartner:

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