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Doktorandin der Biologie

Deniz Madencioglu

Deniz Madencioglu wurde in Kalifornien geboren, zog mit vier Jahren nach Ankara und lebt nun seit 2010 in Magdeburg.

Warum habem Sie sich damals dazu entschieden, Ihren Master an der OVGU zu machen?

Deutschland ist im Bereich der Neurowissenschaften sehr gut, weshalb ich seit 2010 an der Fakultät für Naturwissenschaften Integrative Neuroscience im Masterprogramm studiert habe. Nach meinem Masterabschluss habe ich mit meinen Ph.D. – wissenschaftlicher Doktorgrad – im Institut für Biologie in der Abteilung Genetik und Molekulare Neurobiologie begonnen. Deutschland investiert deutlich mehr in die Forschung, sodass einem viel mehr Möglichkeiten zur Verfügung stehen. Wenn ich beispielsweise Chemikalien bestelle, dann sind sie am nächsten Tag da, in der Türkei dauert so etwas Monate. Deshalb war die OVGU eine sehr gute Entscheidung für mich. 

Womit beschäftigt man sich, wenn man Integrative Neuroscience studiert?

Der Studiengang vermittelt die molekularen, zellulären, elektrophysiologischen und kognitiven Grundlagen tierischen und menschlichen Verhaltens. Er integriert alle Aspekte der Neurowissenschaften. Wir haben also Biologiekurse, Programmierkurse, Physikkurse, Mathematikkurse, Physiologiekurse – es ist von allem etwas dabei. In der Türkei habe ich Molekulare Biologie studiert und fand den Bereich der Neurowissenschaften schon immer sehr spannend. Meine Masterarbeit habe ich auch deshalb bei Professor Oliver Stork am Institut für Biologie geschrieben, da ich ursprünglich aus diesem Bereich komme.

Was reizt Sie an diesem Bereich der Forschung?

Es gibt noch so vieles, das unerforscht ist. Es ist so interessant herauszufinden, wie ein Protein oder ein Gen das ganze System beeinflussen oder verändern kann. Ich beschäftige mich aktuell mit Erinnerungen. Mit kleinen genetischen Veränderungen kann man Unterschiede im Gehirn erkennen. Diese Untersuchungen führe ich an Mäusen durch, da ihr genetisches System dem der Menschen ähnelt. Somit können die Ergebnisse möglicherweise auf den Menschen übertragen, was insbesondere autistischen oder lernschwachen Menschen zugutekommen könnte.

Worum geht es genau in Ihrer Doktorarbeit?

Ich untersuche die Effekte des Proteins Ndr2 auf das Verhalten sowie die Veränderung der Form und Struktur des Organismus. Den Mäusen fehlt dieses Protein, und wir untersuchen, was in ihren Gehirnen passiert. In der Regel verhalten sie sich anders und lernen nicht so schnell. Mit der Forschung möchte ich auf zellulärer Ebene herausfinden, wo sich das Protein genau befindet und was es auslöst. Im Bereich der Verhaltensforschung wollen wir herausfinden, ob diese Proteinkette Einfluss auf das Lernen oder die Erinnerung des Menschen hat.

Warum haben Sie sich für Magdeburg entschieden?

Ich habe mich in Magdeburg und Bremen beworben. Von beiden Universitäten habe ich dann eine Zusage bekommen, da aber eine Freundin schon in Magdeburg im Masterprogramm studierte und sehr zufrieden war, habe ich mich für die OVGU entschieden. Mit dem Studium war ich ebenfalls sehr zufrieden. Die Stadt ist jedoch schon anders als meine Heimat. Die Menschen erwarten, dass man vom ersten Tag an die Sprache beherrscht, was schon eine Barriere darstellt. Wenn man aber erst mal angekommen ist und Freunde gefunden hat, dann ist Magdeburg sehr schön.

Könnten Sie sich vorstellen, in Deutschland zu bleiben, um hier zu arbeiten? 

In Deutschland vielleicht, bei Magdeburg bin ich unsicher. Das liegt auch daran, dass ich gerne neue Orte kennenlerne. Außerdem bringt es mich weiter, wenn ich auch woanders arbeite und neue Arbeitsumgebungen erfahre. Wenn man an einem Ort feststeckt, dann kann sich der eigene Horizont nicht erweitern. Deshalb ist es für mich besser, neue Dinge zu erfahren, andere Kulturen kennenzulernen und mich selbst zu entwickeln. Aber Deutschland ist mittlerweile schon mein Zuhause

Letzte Änderung: 16.05.2017 - Ansprechpartner:

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