Schneeflocke und Welle

Ferienkurs in Naturwissenschaften

"Wellen, Wirbel, Wanderdünen &endash; Strukturen in Labor und Natur" war der Titel eines WE-Heraeus-Ferienkurses an der Fakultät für Naturwissenschaften. Dieser Kurs, geleitet von den Professoren Klaus Kassner, Ingo Rehberg und Stefan Müller, wurde überwiegend von der WE-Heraeus-Stiftung, aber auch von der Universität gefördert, letzteres im Rahmen des an der Fakultät angesiedelten interdisziplinären Forschungsschwerpunktes "Nichtlinearität und Unordnung in komplexen Systemen". Eine Reihe bekannter deutscher und internationaler Wissenschaftler hielten insgesamt 36 Vorträge. Zur Ferienschule waren ca. 50 Studenten der Naturwissenschaften aus ganz Deutschland angereist.

Inhaltlich ging es um das Verständnis von Strukturen, die in der Natur selbstorganisiert entstehen und die man im Labor in kontrollierter Weise nachzubilden versucht. Ein alltägliches Beispiel solcher Strukturen stellen Schneeflocken dar, ein anderes die regelmäßigen Sandrippel, die sich am Strand im flachen Wasser bilden. Weniger geläufig sind Stachel, die in magnetischen Flüssigkeiten entstehen, wenn man einen Magneten in die Nähe bringt, oder die Tatsache, daß das lebensbedrohende Herzflimmern mit der Ausbildung einer biochemischen Spirale einhergeht, die über dem Herzmuskel rotiert. Daß die Erforschung von Strukturbildungsphänomenen disziplinübergreifend ist, wird schon an diesen wenigen Beispielen deutlich.

Ein Highlight der Sommerschule war der öffentliche Abendvortrag des weltberühmten "Spielzeugphysikers" Professor Wolfgang Bürger aus Karlsruhe, ein international anerkannter Experte auf dem Gebiet der Theoretischen Mechanik. Auch für ältere Kinder bot sein Referat zum Thema "Spielzeuge als Beispiele für Modellbildung in der Physik", lebendig gestaltet mit zahlreichen Demonstrationsexperimenten, manches vergnügliche Aha-Erlebnis.
Ines Perl