Von der WG-Couch in die Ohren der Studierenden

Benjamin, Tobias und Vincent wohnen zusammen in einer WG und sind mit ihrem Studierendenpodcast Dies Academicus durchgestartet. Die Diskussionen und Gespräche der drei Studenten der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg kann man beim Kochen, während der Autofahrt, beim Joggen, in Bus und Bahn hören. Das ist der große Vorteil von Podcasts: Diskussionen, Gespräche und Infos können die Leute anhören, wann sie wollen, und zum Mitnehmen auf ihr Smartphone laden.

Uni, Party, Politik und mehr

„Wir quatschen in unserer Wohnung sowieso den ganzen Abend auf der Couch miteinander“, erklärt Vincent Steffens schmunzelnd, „da haben wir irgendwann gedacht: Dann können wir es auch gleich aufnehmen.“ Mit Dies Academicus betreiben die drei Wirtschaftswissenschaftler den ersten Studierendenpodcast in Deutschland. Ihre Gespräche drehen sich um alles, was sie als Bachelor-Studenten täglich beschäftigt. Prüfungen, Partys und das Leben auf dem Campus sind genauso Thema wie Politik oder ihre neue Heimat Magdeburg. „Manchmal erzähle ich den Jungs einige Dinge nicht mehr, weil ich sie im Podcast mit ihnen besprechen will und auf die Reaktion gespannt bin“, lacht Benjamin Hamelmann. Sie hatten gemeinsam bereits einige Partys in Magdeburg organisiert und dabei festgestellt, dass sie sehr gut miteinander harmonieren. Anschließend wollten sie aber etwas Neues ausprobieren.

Dies Academicus Podcast

Benjamin Hamelmann, Vincent Steffens, Tobias Knoeppel (v.l.n.r.) sprechen in ihrem Podcast „Dies Academicus“ über Campus und Uni, aber auch über Politik und Partys.(Foto: Jana Dünnhaipt / Universität Magdeburg)

Skepsis weicht Begeisterung

Alle drei hören selbst leidenschaftlich gern Podcasts und sind begeistert von der Vielfalt der Themen und der Gesprächstiefe einiger Angebote. „Uns ist aber vor allem wichtig, dass die Zuhörerinnen und Zuhörer etwas aus unseren einstündigen Gesprächen mitnehmen und sich nicht nur berieseln lassen“, erklärt Tobias Knoeppel. Deswegen gibt es auch zweimal im Monat ein Interviewformat, bei dem die Studenten interessante Gesprächspartner aus Universität und Stadtleben einladen und mit ihnen über Arbeit, Leben und ihre Projekte sprechen. Regelmäßiges Thema in ihrem Podcast ist auch die Stadt Magdeburg. „Wo bin ich denn hier gelandet?“, hatte sich Vincent beim ersten Besuch vor Studienstart gefragt. Magdeburg war auf den ersten Blick wie leergefegt. Doch als er über den Campus schlenderte, war die anfängliche Skepsis verflogen. „Ich habe sofort festgestellt: Auf dem Gelände ist einiges los“, erzählt er. „Das hat mich wirklich überzeugt. Es macht so viel aus, dass die Universität Magdeburg eine Campus-Uni ist und die Studierenden nicht in der gesamten Stadt verteilt sind.“ Besonders die Sommermonate genießen Tobias, Benjamin und Vincent. „Bei Veranstaltungen auf und abseits des Campus trifft man immer wieder bekannte Gesichter. Die Stadt ist nicht zu groß und nicht zu klein. So macht es richtig Spaß etwas zu unternehmen. In Hamburg oder Berlin wäre das so undenkbar“, zählt Benjamin die Vorteile der Landeshauptstadt auf.

Dranbleiben lohnt sich

Für ihren Podcast haben sie eine wichtige Lektion aus ihrem Studium mitgenommen. Auch wenn es nicht so läuft wie erhofft: Dranbleiben lohnt sich! Die Wege der Studierenden trennen sich bald. Tobias und Vincent gehen ins Auslandssemester, während Benjamin weiterhin in Magdeburg studiert. Dies Academicus soll darunter aber nicht leiden. „Ganz im Gegenteil. Wir haben somit noch mehr zu besprechen“, freut sich Benjamin. Eine technische Lösung zur Aufnahme, als Ersatz für die gemeinsamen Abende auf der WG-Couch, haben sie bereits gefunden. Wie es mit dem Podcast nach ihrem Studium weitergeht, wissen die Magdeburger noch nicht. „Vielleicht öffnen sich neue Türen“, sagt Tobias, „Vielleicht auch nicht. Und wenn wir am Ende einfach nur sehr viel Spaß hatten und neue Menschen kennengelernt haben, dann war es genau das Richtige.“

von Peer Niehof