Hohe Beete und glückliche Pflanzen

20.07.2020 -  

Es grünt, mitten auf dem Campus: Dank Hochgärten haben die Mitglieder im Unigarten „Magdegrün“ auf dem Campus nun noch mehr Platz, um Paprika, Gurke und Co. anzupflanzen. Seit 2017 arbeiten die Studierenden regelmäßig im Garten. Dabei gibt es keinen festen Zeitplan, sondern jeder kann kommen, wenn er möchte. Mara Mosbacher, Malika Schaumburg und Jonathan Kloss treffen sich meistens sonntags, am Nachmittag, im Unigarten. Im Interview erzählen sie vom Gärtnern auf dem Unicampus und wie man selbst noch mitmachen kann. 

Mara Mosbacher, Malika Schaumburg, Jonathan Kloss (c) Daniel SchmidtMara Mosbacher, Malika Schaumburg und Jonathan Kloss bei der Arbeit im Unigarten (c) Daniel Schmidt

Wie und wann ist das Projekt „Magdegrün“ entstanden?

John: Die Idee für den Garten kam im Rahmen der “Ökosozialen Hochschultage” auf. Der Garten ist daraufhin im Jahr 2017 gegründet worden.

Wie viele Leute machen bei euch mit?

Mara: Unsere Telegram-Gruppe hat 14 Mitglieder, zu den Treffen am Sonntag kommen meist drei bis fünf Leute. Das schwankt im Laufe des Semesters, zum Beispiel sind in den Semesterferien viele nicht in der Stadt.

Malika: Das Kernteam bilden ca. 3-4 Leute, die sich auch gemeinsam um alles Organisatorische was mit dem Garten zu tun hat, kümmern.

Gibt es einen Plan, wann wer was im Garten erledigen muss?

Mara: Nein, wir sprechen uns in der Telegram-Gruppe ab, wenn etwas Bestimmtes zu tun ist. Das Gießen erledigt, wer gerade Zeit hat.

Malika: Meist schauen wir Sonntags dann vor Ort was es zu tun gibt und jede/r schnappt sich einfach eine Aufgabe.

Wie kann man sich am Unigarten beteiligen?

Malika: Schreibt uns eine Nachricht bei Facebook oder Instagram oder kommt gern einfach Sonntags zwischen 14 und 16 Uhr direkt im Garten vorbei. Bei uns ist jede/r herzlich willkommen mitzuwirken!

Wie werdet ihr gefördert?

Mara: Wir stellen ca. einmal pro Jahr einen Antrag beim Studierendenrat. Dieser unterstützt uns, sodass wir Saatgut und Gartengeräte besorgen können.

Malika: Der StuRa unterstützt uns außerdem seit Gründung des Gartens auch bei besonderen Projekten wie den Hochbeeten mit einer Förderung.

Was könnt ihr zurzeit ernten?

Mara: Kräuter gibt es fast das ganze Jahr über: Thymian, Rosmarin, Salbei und Zitronenmelisse. Momentan wächst im Garten viel Salat und wilde Rauke. Leinsamen sind zurzeit auch reif; bald sind die Tomaten soweit.

John: Auch Kartoffeln, Topinambur und Gurken wachsen zur Zeit.

Was passiert mit der Ernte?

Malika: Die Ernte teilen wir meistens einfach unter uns Gärtner*innen auf. Oftmals haben wir aber so viel, dass wir einen Teil noch an Freunde, Bekannte und bedürftige Menschen weiterverschenken

Was pflanzt ihr an?

Mara: Einerseits gibt es Klassiker, die wir immer wieder anpflanzen, andererseits probieren wir auch gerne neue Sorten und Arten aus. Immer dabei sind Tomaten, Kartoffeln, Zucchini, Salat, Erbsen, Möhren, Kürbis und Erdbeeren. Dieses Jahr haben wir Spinat geerntet; Radieschen, Gurken und Mangold sind auch dabei. Außerdem noch Kohlrabi und Paprika - und sicher habe ich noch etwas vergessen… Wir haben auch schon erfolgreich eine Wassermelone und eine Aubergine großgezogen. Außerdem wurde uns im Rahmen der Ringvorlesung Nachhaltigkeit ein Apfelbaum gespendet, der hoffentlich im Herbst Früchte trägt.

 

Welche Vorteile bietet das Hochbeet?

Mara: Ein Hochbeet ist mobil; für viele Gemeinschaftsgärten ist das sehr günstig, falls sie einmal umziehen müssen. Wir können selbst bestimmen, welche Qualität der Boden im Hochbeet haben soll. Die Erde in unserem Garten ist zwar fruchtbar, aber hier finden wir oftmals Glasscherben und Plastik aus alten Zeiten. Da sich in der unteren Schicht des Hochbeetes noch Material befindet, das weiter verrottet, werden immer wieder Nährstoffe abgegeben. Ein Hochbeet wärmt sich schneller auf, trocknet dafür aber auch etwas schneller aus. Ein weiterer Vorteil ist, dass es bequemer ist, sich beim Gärtnern nicht bücken oder auf den Boden hocken zu müssen.

Malika: Falls unser Garten noch weiter wächst, haben wir zusätzlich die Möglichkeit die Hochbeete auch auf den Asphalt zu stellen und die Bodenfläche so bis zum letzten Quadratmeter auszunutzen!

Wie wurden die Hochbeete hergestellt?

Mara: Wir haben gebrauchte Europaletten auf den Boden gelegt und gerade ausgerichtet. Darauf haben wir Gewebefolie gelegt, die wasserdurchlässig ist, aber das Unkraut und Tiere daran hindert, von unten in das Beet zu wachsen oder sich einzunisten. Wir haben Aufsatzrahmen auf die Beete gestapelt und sie dann aufgefüllt: Zunächst mit grobem Material wie Stöcken und Laub, dann mit feinerem Material wie Holzhäckseln - all das haben wir vor Ort gefunden. Als nächstes schichteten wir Kompost von unserem eigenen Komposthaufen darauf und bedeckten diesen mit einer Schicht Hochbeeterde aus dem Baumarkt.

Vorstellung

Jonathan Kloss, 25 Jahre. Ich habe gerade mein Masterstudium in Informatik erfolgreich abgeschlossen und arbeite jetzt in der Medizintechnik. Ich engagiere mich im Unigarten, da ich selbst interessiert am Thema Nachhaltigkeit bin und ich es wichtig finde, zu wissen wie Gartenbau funktioniert.

Malika Schaumburg, 26 Jahre. Ich studiere derzeit im 2. Mastersemester Lehramt für Berufsbildende Schulen im Profil Gesundheits- und Pflegepädagogik mit Zweitfach Ethik. Ich bin auf dem Dorf mit großem Garten und vielen Beeten groß geworden und habe in Magdeburg einen Möglichkeit gesucht, ohne Anmietung eines Schrebergartens gärtnerisch tätig zu werden. Es ist toll über die Zeit die Entwicklung des Gartens zu beobachten und aktiv mitgestalten zu können!

Mara Mosbacher, 23 Jahre. Ich studiere im Bachelor Psychologie und bin im vierten Semester. Nach dem Abi habe ich ein Freiwilliges Ökologisches Jahr im Prinzessinnengarten, einem urbanen Gemeinschaftsgarten in Berlin gemacht. Seitdem bin ich begeistert von Gemeinschaftsgärten. Ich genieße es sehr, eigenes Gemüse anzubauen und zu ernten.

 

Das Interview führte Saskia Fischer 

Letzte Änderung: 20.07.2020 - Ansprechpartner: Webmaster