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Forschung & Transfer

Architektur G25

Die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg setzt sich mit der Vielfalt sowohl nationaler, aber auch globaler gesellschaftlicher Herausforderungen auseinander. Das betrifft technische, gesundheitliche und ökologische Fragestellungen; aber auch ethische, kulturelle, soziale und ökonomische Probleme sind  Gegenstand wissenschaftlich-methodischer Betrachtung, Kontextuierung, Konzeptionierung und Reflexion.

Als Vorreiter technologischer Entwicklung wird die Universität Magdeburg mehr und mehr zur Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Wirtschaft. Sie versteht sich als eine Leitfigur beim Ausbau der wirtschaftlichen Entwicklung der Region. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg beraten und unterstützen mit ihrer Expertise wichtige und zukunftsweisende Vorhaben der Stadt, des Landes oder regionaler Unternehmen. Sie sind als Ingenieure, Wirtschaftswissenschaftler, Soziologen, Mediziner oder Informatiker mit ihrem Wissen unverzichtbare Partner in regionalen und überregionalen Netzwerken und so an der gedeihlichen Entwicklung der Landeshauptstadt maßgeblich beteiligt.

Durch die gezielte Anwerbung unternehmerisch begabter Studienanfängerinnen und -anfänger aus ganz Deutschland und dem Ausland und ein entsprechendes Lehrangebot werden Studierende auch zu Unternehmerinnen und Unternehmern herangebildet, die im Anschluss an ihr Studium sowohl in Wissenschaft, Wirtschaft und der Kultur neue Impulse setzen.

Das Profil ist geprägt durch Exzellenzschwerpunkte, Sonderforschungsbereiche, Graduiertenkollegs und Forschergruppen. Externe Kooperationen bestehen mit angegliederten Zentren, An-Instituten und außeruniversitären Forschungseinrichtungen. Als Impulsgeber und Entwicklungsmotor auch weit über die Landesgrenzen hinaus, verfolgt die Universität Magdeburg Innovationsstrategien zur Stärkung des Technologie- und Wissenstransfers in regionale und überregionale Unternehmen.

 

Aktuelle Meldungen aus Forschung & Transfer:


Zwei Experimente der OVGU auf dem Weg zur ISS

Am 29. Juni 2018 um 11:42 Uhr unserer Zeit (5:42 Uhr am EST) startete eine Falcon 9–Rakete mit dem Dragon-Raumschiff vom Kennedy Space Center zur Internationalen Raumstation (ISS). An Bord befinden sich zwei Experimente der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg auf einer Mission zur Beantwortung einer der grundlegenden Fragen der bemannten Raumfahrt: Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler wollen herausfinden, wie menschliche Zellen sich an die Schwerelosigkeit anpassen und wie auftretende Störungen des Immun- und Knochensystems bei längeren Aufenthalten im Weltraum künftig vermieden werden können.

Bild 3 (c) NASAStart von Space X CRS-15 zur Internationalen Raumstation, 29. Juni 2918 um 5:42 Uhr EST vom Kennedy Space Center (Quelle: NASA)

„Langzeitmissionen im Weltraum werden den Menschen vor neue und ungleich größere medizinische Herausforderungen stellen“, so Prof. Dr. Dr. Oliver Ullrich, Professor für Weltraumbiotechnologie an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg und Gründer der Magdeburger Arbeitsgemeinschaft für Forschung unter Raumfahrt- und Schwerelosigkeitsbedingungen MARS. „Bisherige Studien unserer Arbeitsgruppe haben gezeigt, dass menschliche Zellen ein enormes und auch schnelles Anpassungspotenzial an Schwerkraftänderungen besitzen. Wie diese Anpassung aber erklärbar ist, ist bisher völlig unbekannt. Das soll mittels der beiden Experimente aufgeklärt werden, die während Alexander Gersts Mission ‚horizons - Wissen für Morgen‘ durchgeführt werden.“

Bild 2 (c) Regina SablotnyVorbereitung des Weltraumexperimentes. Dr. Svantje Tauber (links) und Dr. Cora Thiel (rechts). (Quelle: Regina Sablotny)

Das erste Experiment „Gene Control Prime“ untersucht den Zusammenhang zwischen der Schwerkraft und der Regulation der Genfunktion. Es kann im Zellkern aufdecken, welche Moleküle unter veränderter Schwerkraft welche Gene an- oder abschalten. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler um Prof. Oliver Ulrich wollen durch die gewonnenen Daten verstehen, wie menschliche Zellen grundsätzlich die Schwerkraft wahrnehmen und sich an die Schwerelosigkeit auf Raumflügen anpassen bzw., wie mechanische Kräfte grundsätzlich auf unsere Gene wirken. Erstmalig in diesem Experiment wird auch die Anpassung an die Schwerkraft des Mars untersucht, die wichtige Daten für bemannte Explorationsmissionen zum Planeten Mars liefern kann.

„Alle Experimente, bei denen die Wirkung von mechanischen Kräften untersucht werden, sind auf der Erde immer durch die Schwerkraft limitiert. In einer Umgebung ohne Schwerkraft können wir somit viel besser auf die grundlegenden Mechanismen schauen. Der Weltraum ist hier nicht mehr und nicht weniger als ein hervorragendes Forschungswerkzeug für die Forschung auf der Erde“, so Prof. Ullrich.

Bild 1 (c) DLRInternationale Raumstation ISS (Quelle: DLR)

Das zweite Experiment, FLUMIAS, testet erstmalig ein von Airbus DS im Auftrag des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt DLR entwickeltes, hochauflösendes Laser-Fluoreszenzmikroskop, mit dem die Struktur und molekulare Prozesse in menschlichen Zellen direkt beobachtet werden können. „Damit werden räumlich-zeitliche Einblicke in die Zellveränderungen unter fehlender Schwerkraft möglich, eine Revolution im Vergleich zu den bisher durchgeführten Messungen nur des Endzustandes“, so der Weltraumbiologe.

Als Untersuchungsobjekt dienen bei beiden Experimenten menschliche Fresszellen (Makrophagen), die aus Blutspenden gewonnen worden sind. Diese Zellen „reinigen“ normalerweise den Körper von schädlichen Bakterien und abgestorbenen Zellen.

„Beide Experimente folgen dem Konzept, dass angesichts der enorm komplexen Steuerprozesse auf Zellebene der Blick auf das gesamte System gerichtet werden sollte, um unser Verständnis wenigstens einigermaßen der biologischen Realität anzunähern“, so Prof. Oliver Ullrich. „Aufgrund des systemischen Ansatzes werden auch bessere Risikovorhersagen für die bemannte Raumfahrt möglich.“

 

Bilder zum Downlod

Bild 3: Start von Space X CRS-15 zur Internationalen Raumstation, 29. Juni 2918 um 5:42 Uhr EST vom Kennedy Space Center (Quelle: NASA)

Bild 2: Vorbereitung des Weltraumexperimentes. Dr. Svantje Tauber (links) und Dr. Cora Thiel (rechts). (Quelle: Regina Sablotny)

Bild 1: Internationale Raumstation ISS (Quelle: DLR)

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Uni Magdeburg lernt von amerikanischer Gründerkultur

Gründungswillige Studierende und Start-ups der Universität Magdeburg werden sich ab 2019 auch in den USA gezielt auf eine erfolgreiche Selbstständigkeit vorbereiten können. Der Leiter des Transfer- und Gründerzentrums (TUGZ) der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Dr. Gerald Böhm, unterschrieb dazu am Donnerstag, den 7. Juni 2018, in New York City, USA, eine Vereinbarung mit der Deutsch-Amerikanischen Handelskammer (GACC).

Unterzeichnung der Vereinbarung@Matthias StoffregenMinister Armin Willingmann, Susanne Gellert von der AHK New York und Dr. Gerald Böhm vom Transfert- und Gründerzentrum der Universität Magdeburg unterschreiben die Vereinbarung über die künftige Zusammenarbeit. (Foto: Matthias Stoffregen)

Bis zu sechs ausgewählte Start-ups aus der Universität Magdeburg können sich künftig für das internationale Start-up- und Entrepreneurprogramm STEP USA der GACC bewerben. Deutsche Gründerinnen und Gründer werden dort gezielt beim Markteintritt in den USA unterstützt und können Investoren für ihre Geschäftsidee gewinnen.

Bootcamp für Start-ups

In sogenannten Bootcamps, besonders intensiven mehrtägigen Ausbildungseinheiten, werden die Teams eine Woche lang umfassend trainiert, um sich am Ende während einer Pitch Night vor Investoren und Unternehmen zu präsentieren. Dort treffen die Jungunternehmerinnen und –unternehmer aus Sachsen-Anhalt auf Experten aus der Industrie und auf Mentoren, die ihnen den Zugang zu internationalem Kapital und zu Unternehmenspartnern ermöglichen.

„Bereits 2020 planen wir, für Sachsen-Anhalt einen ganzen ‚Bootcamp Slot‘ zu buchen“, so Dr. Gerald Böhm. „Das wird dann ein Trainingsprogramm speziell für aussichtsreiche Firmengründungen aus Sachsen-Anhalt sein, die von der Universität Magdeburg und den Kollegen aus Halle vorgeschlagen werden. Wir wollen damit unseren Start-ups die Chance geben, von der Gründerkultur in den USA zu lernen und mit Inspiration, Erfolgsgeschichten und spannenden Kontakten ihr Wachstum international fortzusetzen. “

Dieses landesweite Projekt wird vom TUGZ der Universität Magdeburg gemeinsam mit dem TGZ Halle durchgeführt und begleitet.

Die Vereinbarung mit der GACC wurde im Rahmen der USA-Reise des Ministers für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung des Landes Sachsen-Anhalt, Prof. Dr. Armin Willingmann, in der vergangenen Woche unterschrieben. „Für unsere Start-ups bietet die Kooperation echte Chancen, auch international groß rauszukommen“, erklärte Willingmann. „Insofern freue ich mich sehr, dass es im Rahmen der USA-Reise gelungen ist, aussichtsreiche Kontakte für Unternehmen und Hochschulen aus Sachsen-Anhalt zu knüpfen; gerade in der aktuell turbulenten Zeit sind Kooperationen wertvolle Bausteine stabiler Partnerschaften.“

Von 3. bis 9. Juni 2018 hielt sich Minister Willingmann mit knapp 30 Vertretern aus Wirtschaft und Wissenschaft Sachsen-Anhalts an der Ostküste der Vereinigten Staaten auf. Neben dem Besuch der Harvard-Universität (Cambridge, MA) standen die University of Pennsylvania (Philadelphia, MA), das „Gropius House“ in Lincoln, MA sowie sachsen-anhaltische Aussteller auf der internationalen Messe „Bio Boston 2018“ auf dem Besuchsprogramm.

 

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Bild 1 // Quelle: Matthias Stoffregen // Bildunterschrift: Minister Armin Willingmann, Susanne Gellert von der AHK New York und Dr. Gerald Böhm vom Transfert- und Gründerzentrum der Universität Magdeburg unterschreiben die Vereinbarung über die künftige Zusammenarbeit.

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Uni Magdeburg goes Harvard

Die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg wird auf dem Gebiet der Medizintechnik künftig eng mit der renommierten Harvard Medical School, Boston, USA, zusammenarbeiten. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der beiden Forschungseinrichtungen wollen gemeinsam Technologien entwickeln, um Tumoroperationen direkt in einem Magnetresonanztomografen (MRT) durchzuführen.

Der Sprecher des medizintechnischen Forschungscampus, Prof. Dr. rer. nat. Georg Rose, hat im Beisein des Ministers für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung des Landes Sachsen-Anhalt, Prof. Dr. Armin Willingmann, in Cambride, USA, am Montag einen Kooperationsvertrag unterschrieben. Dieser sieht mehrere gemeinsame Forschungsprojekte sowie den Austausch von Studierenden, Forschenden und Universitätsangehörigen vor. „Es gibt bereits vielfältige Kontakte zwischen Prof. Dr. rer. nat. Oliver Speck vom Lehrstuhl für Biomedizinische Magnetresonanz der Universität Magdeburg und dem Center for Biomedical Imaging der Harvard Medical School, dem weltweit renommiertesten Institut für die MRT-Bildgebung“, so Dr. rer. nat. Georg Rose.

Operieren im MRT

Dabei gehe es jedoch nicht um diagnostische Bilder, an denen der Arzt eine Erkrankung erkennt und über die Therapie entscheidet, so Rose weiter. „Wir möchten Technologien entwickeln, die es möglich machen, innerhalb der MRT-Röhre eine minimalinvasive Tumoroperation durchzuführen“, so der Medizintechniker vom Lehrstuhl Medizinische Telematik und Medizintechnik der Universität Magdeburg. „Der Kernspintomograph dient dabei als eine Art Navigationssystem, das hilft, eine kleine Nadel zum Herd der Erkrankung zu führen. Diese Nadel wird schließlich erhitzt, um den Tumor zu zerstören. Da es mit dem MRT prinzipiell auch möglich ist, die Temperatur an jeder Körperstelle zu messen, kann dieses Gerät dabei helfen, die richtige Menge an Hitze in den Tumor zu applizieren, um ihn vollständig zu zerstören.

Bevor es jedoch soweit sei, müssten noch zahlreiche technische Probleme gelöst werden. Die intensive Zusammenarbeit der beiden Forschungseinrichtungen sollen Synergien genutzt werden, um diesen Herausforderungen schneller begegnen zu können. „Innerhalb der nächsten 12 Monate werden mehrere hochkarätige Wissenschaftler aus Boston zu uns kommen und gemeinsam mit uns arbeiten. Zeitgleich erhalten die ersten Studierenden der Uni Magdeburg Gelegenheit, ein Austauschsemester an der Harvard Universität zu verbringen, ohne die dort extrem hohen Studiengebühren zahlen zu müssen.“

Forschungscampus STIMULATE

Der Forschungscampus STIMULATE ist eine Dachstruktur, unter der auf dem Magdeburger Unicampus intensiv und interdisziplinär an dem Thema der Tumortherapie im MRT geforscht wird. Hier werden schwerpunktmäßig altersbedingte Volkskrankheiten aus den Bereichen Onkologie, Neurologie sowie Gefäßerkrankungen betrachtet. Langfristig soll sich die interdisziplinäre Dachstruktur zum "Deutschen Zentrum für bildgestützte Medizin" entwickeln.

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Lebensrettende Forschung zwischen Medizin und Technik

Wissenschaftler aus den Bereichen Medizin und Ingenieurswissenschaften aus über 17 Ländern treffen sich vom 6. bis zum 8. Juni 2018 in Magdeburg, um sich über neueste Forschungsergebnisse zu lebensrettenden Therapien sogenannter zerebraler Aneurysmen auszutauschen.

Diese ballonförmigen Aussackungen an Arterien im Gehirn entstehen durch krankhafte Veränderungen der Blutgefäße. Platzt eine solche Ausbeulung innerhalb des Gehirns, kommt es zu einer Hirnblutung, die zum Tod oder zu schwersten Behinderungen führen kann. Jeder zweite Betroffene überlebt diesen Notfall nicht. Zwei bis vier Prozent der Menschen über 65 Jahre sind in Deutschland davon betroffen. Auf dem erstmals in Deutschland stattfindenden Interdisciplinary Cerebrovascular Symposium (ICS) suchen Neuroradiologen, Neurochirurgen, Strömungsmechaniker, Biologen, Computervisualisten, Mathematiker und Medizintechniker gemeinsam nach Lösungen, diese krankhaften Veränderungen besser zu verstehen und sicher zu behandeln.

 

Krankheitsverlauf und Therapiemöglichkeiten berechnen

„Die meisten Aneurysmen werden zufällig entdeckt“, so Dr. med. Oliver Beuing, Leitender Oberarzt an der Klinik für Neuroradiologie des Universitätsklinikums Magdeburg. „Ob es zu einer Blutung kommen wird, lässt sich im Einzelfall nicht hinreichend sicher beurteilen. Um den potenziellen schweren Folgen einer Ruptur vorzubeugen, wird daher oft eine Therapie durchgeführt, die aber wiederum Komplikationen verursachen kann.

Unter dem Dach des Forschungscampus STIMULATE analysieren die Mediziner gemeinsam mit Ingenieuren unter anderem die Wahrscheinlichkeit, ob ein Aneurysma platzen wird. „Die Patientensicherheit ist ein wesentlicher Bestandteil unserer Forschungen“, sagt Dr.-Ing. Philipp Berg vom Institut für Strömungstechnik und Thermodynamik. „Mithilfe von Simulationen kann aus einer Vielzahl von Therapieoptionen die Beste ermittelt werden und darüber hinaus innovative Implantate zur Behandlung entwickelt werden.“

Strömungsmechaniker wie Priv.-Doz. Dr.-Ing. Gabor Janiga vom Institut für Strömungstechnik und Thermodynamik simulieren den Blutfluss im Aneurysma mit dem Computer, um Fließmuster und Mechanismen der Ruptur zu verstehen. „Gemeinsam mit den Ärzten und Wissenschaftlern anderer Disziplinen suchen wir nach Lösungen, um die komplexe Erkrankung ‚Hirnaneurysma‘ besser zu verstehen und die jetzigen Therapiemöglichkeiten zu verbessern und auch zu erweitern.“ Der Wissenschaftler ist Tagungsleiter des ICS und freut sich, dass es der Universität gelungen ist, die Spitzenforschung auf diesem Gebiet erstmals nach Deutschland und nach Magdeburg zu holen. „Das Symposium bietet eine hervorragende Plattform, um diese Erkenntnisse mit führenden Forschern aus anderen Fachbereichen zu kommunizieren.“

Header_BlutflussanimationBlutfluss in Gehirnarterien

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Frauen und Technik!

An der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg erforschen Technikdidaktiker / -innen den Einfluss von Eltern auf das Interesse der Töchter für technische Berufe. Im Rahmen des Forschungsprojektes „InvestMINT“ wollen sie die Prozesse der Berufsfindung präzise nachverfolgen, um sie in Zukunft stärker auf die Bedürfnisse von Frauen und Mädchen auszurichten, praxisnah und nachhaltig gestalten zu können.

„Wir haben - nicht nur in Sachsen-Anhalt - einen gravierenden Fachkräftemangel, speziell in den MINT-Berufen, also denen mit den Schwerpunkten in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik“, erklärt Prof. Dr. Frank Bünning von der Professur Technische Bildung und ihre Didaktik. Als Beispiele für technische Berufe, in denen sehr wenig junge Frauen arbeiten, die aber hohen Bedarf an Fachkräften haben, nennt er Industriemechaniker, Mechatroniker und Verfahrensmechaniker. „Diesem Problem könnten wir effektiv begegnen, wenn es uns gelänge, mehr junge Frauen für MINT-Berufe zu gewinnen.“

Mädchen mit ferngesteuerten Autos beim Zukunftstag 2017 in der Absorberhalle der Exfa

Bünning und sein Team untersuchen in ihrer Studie unter anderem, wie Eltern speziell mit ihren Töchtern über Beruf und Studium sprechen, wie sie sie unterstützen und in welcher Weise sich das auf die Berufswahl der jungen Frauen auswirkt. Die Technikdidaktikerinnen und Technikdidaktiker wollen im Rahmen des Berufsbildungsprozesses Wünsche und Vorstellungen von Eltern, Schülerinnen sowie deren Lehrerinnen und Lehrern erfassen und diese Erkenntnisse anschließend in konkrete Konzepte für interaktive Unterstützungs- und Beteiligungsformate umwandeln.

Eltern können an Umfrage teilnehmen

Interessierte Eltern, Schülerinnen, Lehrerinnen und Lehrer sowie Angehörige können dazu an einer Online-Umfrage teilnehmen. 

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler werden nach Abschluss der Studie ihre Ergebnisse unter anderem der Bundesagentur für Arbeit, Arbeitgebervertretungen, Berufsverbänden, Landes- und Bundeselternräten sowie Schulen, Kommunen und anderen Institutionen, die am Berufs- und Studienprozess beteiligt sind, zur Verfügung stellen.

„Es steht außer Frage, dass Eltern einen großen Einfluss auf die Berufswahl ihrer Kinder haben. Aber die genauen Zusammenhänge sind noch unerforscht“, sagt Dr. Stefan Brämer, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl. „Wir wollen mit dieser Studie eine Tür weit aufstoßen und Licht ins Dunkel bringen.“

Das Forschungsprojekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert und gehört zum Förderbereich „Strategien zur Durchsetzung von Chancengleichheit für Frauen in Bildung und Forschung“.

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Magdeburger Werkstoffwissenschaftler in Gelehrtengemeinschaft aufgenommen

Der Chemiker und Werkstoffwissenschaftler Prof. Dr. rer. nat. Michael Scheffler von der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg ist in die technikwissenschaftliche Klasse der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig aufgenommen worden.

Prof. Dr. rer. nat. Michael Scheffler@Harald KriegProf. Scheffler hält einen Keramikschaum mit Wärmespeichermaterial auf der Oberfläche in der Hand. Im Hintergrund befindet sich ein Computer-Mikrotomograph, mit dem u. a. Schaumstrukturen vermessen werden können. (Foto: Harald Krieg / Uni Magdeburg)

Die Sächsische Akademie der Wissenschaften wurde anlässlich des 200. Geburtstags von Gottfried Wilhelm Leibniz gegründet. Ihr gehören über 200 national und international renommierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verschiedener Fachrichtungen an. Sie treffen sich zum regelmäßigen Gedankenaustausch, widmen sich der langfristigen Grundlagenforschung, erörtern im interdisziplinären Gespräch gemeinsame Forschungsvorhaben und wollen so ihre Forschungsergebnisse wirksam in die Gesellschaft hineintragen.

Vita Prof. Scheffler

Prof. Michael Scheffler studierte Chemie an der Technischen Hochschule Leuna-Merseburg und wurde 1993 an der Martin-Luther-Universität Halle promoviert. Nach einer Tätigkeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Anorganische Chemie der Universität Halle wechselte er 1994 als Postdoc an das Institut für Physikalische Hochtechnologie nach Jena und anschließend an die Universität Erlangen-Nürnberg. Es folgten Forschungsaufenthalte u.a. als Forschungsstipendiat an die University of Washington, Seattle, WA, USA. Von 2005 bis 2006 war Scheffler Leiter der Abteilung Thermosensorik und Photovoltaik am Bayerischen Zentrum für Angewandte Energieforschung und ab 2006 hatte er den Lehrstuhl für Leichtbaukeramik an der Brandenburgischen Technische Universität Cottbus inne. Im Oktober 2009 wurde Prof. Michael Scheffler auf den Lehrstuhl Werkstofftechnik für Nichtmetallisch-Anorganische Werkstoffe und Verbundwerkstoffe am Institut für Werkstoff- und Fügetechnik der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg berufen.

Seine Forschung umfasst

  • grundlegende Untersuchungen zur Umwandlung von Kunststoffen in Keramiken und ihre Nutzung als Funktions- und Schutzschichten beispielsweise auf Turbinenwerkstoffen,
  • die Entwicklung zellular aufgebauter Werkstoffe wie keramische Schäume, die für die Abgasreinigung oder die Wärmespeicherung eingesetzt werden können und
  • die Entwicklung neuartiger Werkstoffe, die sich bei Abkühlung nicht oder nur wenig zusammenziehen und damit für den Bau hoch präziser Weltraumteleskope Verwendung finden könnten.

Scheffler ist verheiratet und Vater dreier Söhne.

 

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Bild 1 // Quelle: Harald Krieg / Uni Magdeburg // Bildunterschrift: Prof. Scheffler hält einen Keramikschaum mit Wärmespeichermaterial auf der Oberfläche in der Hand. Im Hintergrund befindet sich ein Computer-Mikrotomograph, mit dem u. a. Schaumstrukturen vermessen werden können.

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Erster Rettungswagen mit Hybridmotor

Ingenieure des Maschinenbaus und der Verfahrenstechnik der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg entwickeln den ersten Krankenwagen mit Hybridantrieb. Im Rahmen einer Kooperation mit dem Schönebecker Unternehmen Ambulanz Mobile wird der hybride Antrieb durch eine Kombination aus Dieselmotor im Frontbereich und einem an der Hinterachse liegenden Elektromotor realisiert. Zusätzliche Batteriebänke versorgen den Elektromotor mit ausreichend Energie. Damit kann der Anwender sowohl mit dem herkömmlichen Antrieb als auch rein elektrisch fahren.

Der elektrische Antrieb besitzt eine Leistung von 60 kW. Damit ist das System in der Lage, den Krankentransportwagen auf 90 km/h zu beschleunigen. Die Maximalgeschwindigkeit kann je nach Kundenwunsch oder Einsatzzweck konfiguriert werden. Die maximale Reichweite des Elektroantriebs liegt bei 70 Kilometern.

Ein Prototyp wurde soeben auf der Messe RETTmobil in Fulda präsentiert.

hybrid_ktw_ambulanz_mobile (3) Quelle- Ambulanz Mobile GmbH und Co. KG

Ingenieure der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg und das Unternehmen Ambulanz Mobile haben gemeinsam den Prototyp des Krankentransportwagens mit Hybridantrieb entwickelt. (Foto: Ambulanz Mobile GmbH & Co. KG)

Die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg ist bereits an verschiedenen Projekten im Bereich Fahrzeugaufbauten bei Krankentransportwagen, Rettungswagen und Notarzteinsatzfahrzeugen beteiligt.

Emissionsfreie Krankentransporte

„Noch sind achsverzweigte Hybriden eher selten. Die mechanische Entkopplung des Antriebsstranges stellte die größte Herausforderung bei der Entwicklung des eDrive-Moduls dar“, erklärt Dipl.-Ing. Gerd Wagenhaus vom Institut für Arbeitswissenschaft, Fabrikautomatisierung und Fabrikbetrieb der Universität Magdeburg. „Dadurch ist eine exakte Auslegung des Elektroantriebs möglich geworden, geeignet für verschiedene Einsatzszenarien im intralogistischen Bereich, also zum Beispiel Kliniktransporte, sowie im Überlandtransport.“

„Bisher gibt es seitens der Hersteller von Basisfahrzeugen im Bereich Krankentransportwagen noch keine Hybridfahrzeuge. Diese Lücke wollen wir schließen, unsere Kunden sollen im Klinikbereich wie auch auf längeren Krankentransporten emissionsfrei unterwegs sein können“, sagt Hans-Jürgen Schwarz, Geschäftsführer von Ambulanz Mobile. Eine Serienzulassung des Prototyps ist geplant.

Die Arbeiten entstanden im Rahmen des Verbundprojektes „COMO - Competence in Mobility“, das mit Geldern des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und des Landes Sachsen-Anhalt gefördert wird.

Die Ambulanz Mobile GmbH & Co. KG mit Sitz in Schönebeck (Elbe) wurde 1991 mit sechs Mitarbeitern gegründet und gehört heute zu den führenden Aufbauherstellern Europas. In dem etwa 250 Mitarbeiter starken Unternehmen werden jährlich etwa 1.600 Fahrzeuge für den Rettungseinsatz, Krankentransport oder Katastropheneinsatz ausgebaut.

 

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Bild 1 // Quelle: Ambulanz Mobile GmbH & Co. KG // Bildunterschrift: Ingenieure der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg und das Unternehmen Ambulanz Mobile haben gemeinsam den Prototyp des Krankentransportwagens mit Hybridantrieb entwickelt.

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Forschung für Lehrer

Das Lehramtsstudium ist anspruchsvoll. Wer später unterrichten will, studiert zwei Fächer gleichzeitig und wird zusätzlich in Didaktik und Pädagogik ausgebildet. An der Uni Magdeburg können zukünftige Lehrerinnen und Lehrer ab dem Wintersemester, das im Oktober beginnt, auch das Lehramtsstudium für Mathematik in Kombination mit Physik, Deutsch, Sozialkunde, Ethik oder Sport antreten, um an allgemeinbildenden Schulen zu unterrichten. Bisher sind die Schwerpunktfächer Wirtschaft und Technik mit den Kombinationsmöglichkeiten Deutsch, Mathematik, Sozialkunde, Ethik und Sport zahlreich. Absolventinnen und Absolventen brauchen Kenntnisse und Fähigkeiten in Didaktik, Pädagogik und Fachwissen, wenn sie die Uni verlassen. An der Universität forschen Wissenschaftler deshalb an zeitgemäßen Lernkonzepten, die vor allem auch die Herausforderung Digitalisierung in den Blick nehmen.

Moderne Lernwerkzeuge

An sachsen-anhaltinischen Schulen testen Lehrende das Projekt CoSiTo – eine Lern-Lehr-Plattform – das von einem Wissenschaftsteam der Otto-von-Guericke-Universität für den Technik-Unterricht konzipiert wurde. Eine Klassenfahrt planen, einen Kleiderhaken oder eine Wechselgeldrückgabe bauen – die Kinder lösen Aufgaben, indem sie gemeinsame Erfahrungen machen. Sie verstehen leichter, was in Formen und Daten sonst abstrakt daherkommt. Mit dem Programm, das auf Computer, Smartphone und Tablet läuft, holen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler um Prof. Dr. Frank Bünning vom Lehrstuhl für Technische Bildung und ihre Didaktik die „Digital Natives“ – also die Generation, die mit digitalen Technologien aufgewachsen ist – in gewohnter und geschätzter Umgebung ab.

technische Bildung an der Uni Magdeburg (c) Harald Krieg

Das Schüler-Techniklabor SchüLaTech ist ein spezielles Lern- und Lehrangebot für Schüler und Studierende. Foto: Harald Krieg

Projekte wie CoSiTo sind wertvolle Hilfsmittel, machen aber allein noch keinen guten Unterricht. Lehrerinnen und Lehrer wissen das am besten. Ihre Erfahrungswerte geben sie im Weiterbildungsformat „AppLab“ an die Studierenden weiter – und holen sich gleichzeitig Neuigkeiten aus Forschung und Lehre ab. Das App-Labor ist ein jährlich angebotenes mehrtägiges Weiterbildungsformat, bei dem sich Lehrerinnen und Lehrer mit LehramtskandidatInnen austauschen und jeweils von der anderen Seite profitieren. Die erste Experimentier-App war eine Schnitzeljagd, die an jeder Etappe neue Aufgaben bereithielt. Dieses Jahr stand eine App zur Erstellung von Kurzfilmen im Mittelpunkt des Labors. „Der Einsatz von Apps im Unterricht soll eine Unterstützung für die Lehrerinnen und Lehrer sein“, unterstreicht Marion Pohl vom Zentrum für Lehrerbildung der Otto-von-Guericke-Universität. „Das gute alte Schulbuch wird es auch zukünftig noch geben. Doch wir möchten die Lehrkräfte für den Einsatz neuer Medien sensibilisieren, ihnen die Scheu davor nehmen und sie vor allem dazu befähigen, ihren Schülerinnen und Schülern Technikbegeisterung mitzugeben.“

Lernen zu Lehren

Diese Technikbegeisterung soll auch Themen berühren, die vom Smartphone weit weg sind. Ein Beispiel sind pneumatische Antriebe, die Kinder an Versuchsaufbauten im „SchüLaTech“ der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg kennenlernen. Die Projekte im Schüler-Techniklabor können den regulären Unterricht der Sekundarstufe ergänzen. Betreut werden sie von Studierenden. Die können neue Unterrichtskonzepte, -materialien und -ideen erproben und ihre pädagogischen Fähigkeiten ausbauen. Dabei leiten sie Labore zum Lotoseffekt, erarbeiten mit den Schülerinnen und Schülern den Unterschied zwischen Glühbirne und LED-Lampe oder die Funktionsweise eines technischen Muskels. In Ableitung von den Erkenntnissen und erworbenen Fähigkeiten aus dem Labor, werden auch theoretische Sachverhalte greifbarer, denn anhand der technischen Praxis lässt sich mathematische, informatische und naturwissenschaftliche Theorie gegenständlicher erklären. So geben sich Pädagogik und Didaktik im SchüLaTech die Hand.

Technische Bildung an der Uni vorgestellt

In Fortführung des vom Prorektorat für Forschung angeregten University Club findet am 23. Mai 2018 die Forschungsmesse der Fakultät für Humanwissenschaft statt. Mit Kurzreferaten und Posterpräsentationen stellen sich die Bereiche der Fakultät mit ihren aktuellen Forschungsprojekten vor. Darüber hinaus wird es Gelegenheiten zu Diskussionen und Gesprächen geben, die Anknüpfungspunkte für weiterführende fakultätsübergreifende Kooperationen und Synenergien bieten. Im ersten Vortrag wird Prof. Dr. Frank Bünning über die Forschungs- und Projektansätze der technischen Bildung an der Uni Magdeburg referieren.

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Integrierte Roboter übernehmen Tumor-Operationen

Die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg wird auf dem Gebiet der Medizintechnik ab sofort mit dem auf diesem Gebiet führenden Israel Institute of Technology Technion in Haifa zusammenarbeiten. Die beiden Forschungseinrichtungen wollen unter anderem eine neue Generation von Robotern entwickeln, die – in Magnetresonanztomographen MRT integriert – Tumorbehandlungen übernehmen können.

Der Rektor der Universität Magdeburg, Prof. Dr.-Ing. Jens Strackeljan, hat im Beisein des Ministerpräsidenten des Landes Sachsen-Anhalt, Dr. Reiner Haseloff, in Haifa, Israel, einen Kooperationsvertrag unterschrieben. Der soll über das gemeinsame Forschungsprojekt hinaus den Austausch von Studierenden, Forschenden und Universitätsangehörigen fördern.

Labor im Technion (c) Corinna@foto-kern.comProf. Dr.-Ing. Jens Strackeljan, Rektor der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Professor Alan Wolf, Israel Institute of Technology Technion, Landtagspräsidentin Gabriele Brakebusch und der Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, Reiner Haseloff, (v. li. n. re.) im Labor für Biorobotik und Biomechanik des Technions Haifa. (Foto: corinna@foto-kern.com)


„Das Technion in Haifa gehört zu den Besten der Welt auf dem Gebiet der medizinischen Robotik“, so der Rektor, Prof. Dr.-Ing. Jens Strackeljan während der Unterzeichnung. „Wir freuen uns darum sehr, dass unsere Expertise in der Entwicklung bildgebender Verfahren und minimalinvasiver Interventionen, die im medizintechnischen Forschungscampus STIMULATE gebündelt ist, international anerkannt ist und wir ab sofort gemeinsam neue Technologien entwickeln werden.“

Der Ministerpräsident, Dr. Reiner Haseloff, brachte während der Kooperationsunterzeichnung seine Freude darüber zum Ausdruck, dass die vielen verbindenden Elemente zwischen Deutschland und Israel nun um eine medizintechnische Kooperation mit dem Land Sachsen-Anhalt erweitert würden.

Kollege Roboter

„Minimalinvasive Operationen insbesondere bei Tumorerkrankungen werden immer wichtiger, da sie patientenschonender und kostensparender sind“, erklärt Prof. Dr. rer. nat. Georg Rose vom Forschungscampus STIMULATE das Vorhaben. „Um jedoch die kleine Sonde bzw. Elektrode genau in den Tumor platzieren zu können, muss mithilfe einer externen Bildgebung wie Röntgen, Ultraschall, CT oder MRT navigiert werden. Um aber sicherzustellen, dass der Krebs auch vollständig zerstört wurde, müsste das Temperaturfeld im Patienten kontinuierlich gemessen werden.“ Operationen im MRT seien aber bisher kaum möglich, da der Operateur im Tunnel des MRT den Patienten kaum oder gar nicht erreichen könne, so Rose weiter. „Wir wollen nun gemeinsam mit den Kollegen vom Technion spezielle Roboter entwickeln und in den MRT integrieren, die das präzise Einführen der Elektroden übernehmen werden.“

Die Herausforderung dabei sei es, MRT-kompatibel zu denken, so der Medizintechniker vom Lehrstuhl Medizinische Telematik und Medizintechnik der Universität Magdeburg. „Das bedeutet: Nichts darf aus Metall bestehen und auch nicht mit elektrischem Strom betrieben werden. Es kommen daher nur pneumatische oder hydraulische Antriebe in Betracht, die dennoch über eine hohe Präzision verfügen müssen.“

 

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Bild 1 // Quelle: corinna@foto-kern.com // Bildunterschrift: Prof. Dr.-Ing. Jens Strackeljan, Rektor der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Professor Alan Wolf, Israel Institute of Technology Technion, Landtagspräsidentin Gabriele Brakebusch und der Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, Reiner Haseloff, (v. li. n. re.) im Labor für Biorobotik und Biomechanik des Technions Haifa.

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Millionenförderung für wissenschaftlichen Nachwuchs

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) richtet zur weiteren Stärkung des wissenschaftlichen Nachwuchses zwei neue Graduiertenkollegs (GRK) an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg ein. Ziel des GRK „Maladaptive Prozesse an physiologischen Grenzflächen bei chronischen Erkrankungen“ ist es, molekulare Prozesse zu untersuchen, die in und zwischen Zellen an Grenzflächen von Organen ablaufen und eine zentrale Rolle bei der Entstehung chronischer Krankheiten spielen. Das GRK „Die alternde Synapse – molekulare, zelluläre und verhaltensbiologische Mechanismen des kognitiven Leistungsabfalls“ wird die neuronalen Veränderungen im Alter und die mit diesen Veränderungen einhergehenden kognitiven Beeinträchtigungen untersuchen.

Charakterisierung chronischer Erkrankungsprozesse an Grenzflächen von Organen

Unter der Sprecherschaft zweier Mitglieder des Gesundheitscampus Immunologie, Infektiologie und Inflammation, Prof. Dr. Berend Isermann und Prof. Dr. Michael Naumann, konnte ein neues Graduiertenkolleg (GRK) bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) erfolgreich eingeworben werden.

Graduiertenkollegs werden von der DFG zur Stärkung des wissenschaftlichen Nachwuchses eingerichtet. Konkret bedeutet das, dass ab Oktober 2018 in Magdeburg 18 neue Stellen für junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vorhanden sein werden, die in einem strukturierten Forschungs- und Qualifizierungsprogramm auf hohem fachlichem Niveau promovieren wollen. Damit wird sowohl die Grundlagenforschung als auch die Entwicklung von Clinician Scientists, also forschenden Ärztinnen und Ärzten, gestärkt. Denn zehn der neuen Stellen sind für naturwissenschaftliche Promotionen vorgesehen, sechs für Studierende der Humanmedizin, die auf dem Gebiet des GRK promovieren wollen und zwei Stellen bieten jungen Ärztinnen und Ärzten die Möglichkeit, sich in einer 12-monatigen Auszeit von ihren klinischen Aufgaben ganz der Forschung zu widmen. Professor Isermann erklärt: „Durch diese Vereinigung naturwissenschaftlicher und medizinischer Promovierender erhoffen wir uns zahlreiche translationale Ansätze, also die vereinfachte Umsetzung von Erkenntnissen aus der Grundlagenforschung in therapeutische Anwendungen in der Klinik – zum Wohle der Patienten.“

Das neu bewilligte Graduiertenkolleg trägt den Titel „Maladaptive Prozesse an physiologischen Grenzflächen bei chronischen Erkrankungen“. Physiologische Grenzflächen sind Barrieren wie Haut, Schleimhäute oder auch Gefäßwände. Diese Barrieren bestehen aus hoch spezialisierten Zellen, sogenannten Endothelzellen oder Epithelzellen. Bei zahlreichen chronischen Erkrankungen, beispielsweise Atherosklerose oder chronischen Erkrankungen der Niere, ist die Regulation und Funktion dieser Grenzflächen gestört. Es kommt zum Beispiel zur Ausschüttung von Botenstoffen, die Entzündungszellen anlocken. Die molekularen Veränderungen, die für diese fehlgeleiteten Reaktionen der Zellen verantwortlich sind, sind jedoch weitgehend unbekannt. Durch ein besseres Verständnis dieser Vorgänge erhoffen sich die Forscher und Forscherinnen langfristig die Entwicklung neuer Therapien für chronische Erkrankungen. Mit Hilfe modernster zellbiologischer Methoden und Technologien, wie Massenspektrometrie, Organoidkultur, Mikrofluidik und hochauflösender Mikroskopie, werden die Promovierenden im GRK diese Prozesse untersuchen. Somit wird das Kolleg junge Wissenschaftler in einem hochrelevanten Thema unter Verwendung von State-of-the-art-Techniken ausbilden und ihnen eine breit angelegte Basis für eine wissenschaftliche Karriere bieten.

Eingebunden ist das neue Graduiertenkolleg dabei in einen Standort, der ausgezeichnete Bedingungen für diese Forschung bietet. Durch den Gesundheitscampus Immunologie, Infektiologie und Inflammation (GC-I³) ist an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg hervorragende Expertise auf dem Gebiet entzündlicher Erkrankungen vorhanden. „Das Center of Dynamic Systems: Systems Engineering (CDS) der Universität bietet Expertise zu messtechnischen Systemen für mikroresonante Sensoren und innovative Mikrofluidiktechnologie“, erklärt Professor Naumann, Sprecher des CDS. Darüber hinaus wird eine enge Kooperation mit dem Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik (IWS) in Dresden erfolgen, die die Etablierung innovativer Mikrofluidiktechnologie und Organ-on-a-chip-Technologien unterstützen wird.

Neuro-Nachwuchs erforscht die alternde Synapse

Wissenschaftler der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, des Leibniz-Instituts für Neurobiologie und des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen haben bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft gemeinsam ein neues Graduiertenkolleg eingeworben, das die molekularen, zellulären, systemischen und verhaltensbiologischen Grundlagen des kognitiven Leistungsabfalls erforscht. Die DFG stellt für die erste Förderperiode des Kollegs von viereinhalb Jahren 4,2 Millionen Euro zur Verfügung. Das Forschungs- und Qualifizierungsprogramm wird es Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern in Magdeburg ermöglichen, auf hohem fachlichen Niveau zu promovieren. Es wird von Prof. Dr. Daniela Dieterich, Direktorin des Institutes für Pharmakologie und Toxikologie an der Medizinischen Fakultät, als Sprecherin und von Prof. Dr. Oliver Stork vom Lehrstuhl für Genetik und Molekulare Neurobiologie am Institut für Biologie als Ko-Sprecher geleitet.

Mit zunehmendem Alter ist selbst bei Gesunden ein kognitiver Leistungsabfall zu beobachten. „Die Gründe für diese Einschränkungen sind kaum erforscht, obwohl sie für die Betroffenen und ihre Familien erhebliche Einbußen in der Lebensqualität zur Folge haben und auch erhebliche Kosten für die Sozialversicherungssysteme verursachen“, erklärt Professorin Dieterich die Motivation für das Thema des Graduiertenkollegs. „Das DFG-Graduiertenkolleg SynAGE wird sich auf die alternde Synapse als Schlüssel zum Verständnis dieses Leistungsabfalls konzentrieren und die komplexen Ursachen auf vier unterschiedlichen Ebenen erforschen“, führt Professor Stork weiter aus.

Das Kolleg umfasst insgesamt 13 Projekte, in denen 13 naturwissenschaftliche und 13 medizinische Doktoranden die Grundlagen von verändertem Proteinstoffwechsel in Synapsen, Einflüssen des Immunsystems und der veränderten Neuromodulation auf Synapsen und deren Funktionseinschränkung untersuchen werden. „Diese Interdisziplinarität und vor allen Dingen auch das gemeinsame Forschen von Molekular- und Zellbiologen, Psychologen und angehenden Medizinern hat dabei das klare Ziel vor Augen, ein Anwendungspotential unserer Forschung zu entwickeln, um künftig gemeinsam an Interventionen zu arbeiten“, betont Daniela Dieterich.

Neben der direkten wissenschaftlichen Betreuung in den beteiligten Arbeitsgruppen umfasst das Kolleg auch ein strukturiertes Betreuungs- und Qualifizierungskonzept. Das Lehrprogramm besteht neben Vorlesungen und Seminaren auch aus Workshops, welche die Nachwuchswissenschaftler beispielsweise in hochmoderner Lichtmikroskopie oder hochauflösender Proteom-Analytik ausbilden. Somit werden relevante Inhalte und Methoden, Schlüsselqualifikationen und Soft Skills vermittelt und trainiert. Persönliches Mentoring und Coaching sowie Netzwerkbildung innerhalb und außerhalb der akademischen Forschungslandschaft runden das Programm ab, mit dem Ziel, die persönliche Weiterentwicklung und Karrierechancen der jungen Nachwuchswissenschaftler zu optimieren.

Ein besonderes Augenmerk legen die Magdeburger dabei auf die Diversität in der Ausbildung. Sie setzten bewusst auf ein interdisziplinäres Veranstaltungsprogramm, kooperativ betreute Promotionen und intensive Vernetzungsmaßnahmen für die Nachwuchswissenschaftler. Das Ziel sei es, Generalisten für diverse Berufsfelder in der Forschung innerhalb, aber auch außerhalb der Universitäten, Institute und Kliniken auszubilden, um die Forschung und Anwendung so schnell wie möglich für die Gesellschaft voranzutreiben, unterstreichen Professorin Dieterich und Professor Stork.

Dies kann in Magdeburg an der Otto-von-Guericke-Universität gemeinsam mit dem Leibniz-Institut für Neurobiologie und dem Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen unter dem Dach der Graduate Academy, des Graduiertenprogramms des Center for Behavioral Brain Sciences (CBBS) und in Kooperation mit dem immunologischen Forschungsschwerpunkt sehr gut gelingen.

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Letzte Änderung: 15.08.2017 - Ansprechpartner:

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