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Forschung & Transfer

Architektur G25

Die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg setzt sich mit der Vielfalt sowohl nationaler, aber auch globaler gesellschaftlicher Herausforderungen auseinander. Das betrifft technische, gesundheitliche und ökologische Fragestellungen; aber auch ethische, kulturelle, soziale und ökonomische Probleme sind  Gegenstand wissenschaftlich-methodischer Betrachtung, Kontextuierung, Konzeptionierung und Reflexion.

Als Vorreiter technologischer Entwicklung wird die Universität Magdeburg mehr und mehr zur Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Wirtschaft. Sie versteht sich als eine Leitfigur beim Ausbau der wirtschaftlichen Entwicklung der Region. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg beraten und unterstützen mit ihrer Expertise wichtige und zukunftsweisende Vorhaben der Stadt, des Landes oder regionaler Unternehmen. Sie sind als Ingenieure, Wirtschaftswissenschaftler, Soziologen, Mediziner oder Informatiker mit ihrem Wissen unverzichtbare Partner in regionalen und überregionalen Netzwerken und so an der gedeihlichen Entwicklung der Landeshauptstadt maßgeblich beteiligt.

Durch die gezielte Anwerbung unternehmerisch begabter Studienanfängerinnen und -anfänger aus ganz Deutschland und dem Ausland und ein entsprechendes Lehrangebot werden Studierende auch zu Unternehmerinnen und Unternehmern herangebildet, die im Anschluss an ihr Studium sowohl in Wissenschaft, Wirtschaft und der Kultur neue Impulse setzen.

Das Profil ist geprägt durch Exzellenzschwerpunkte, Sonderforschungsbereiche, Graduiertenkollegs und Forschergruppen. Externe Kooperationen bestehen mit angegliederten Zentren, An-Instituten und außeruniversitären Forschungseinrichtungen. Als Impulsgeber und Entwicklungsmotor auch weit über die Landesgrenzen hinaus, verfolgt die Universität Magdeburg Innovationsstrategien zur Stärkung des Technologie- und Wissenstransfers in regionale und überregionale Unternehmen.

 

Aktuelle Meldungen aus Forschung & Transfer:


Wie unsere Stammzellen gesteuert werden

Wenn aus einer befruchteten Eizelle ein Lebewesen entsteht, dann entwickeln sich Stammzellen durch fortlaufende Spezialisierung; entstehen Haut, Herz oder unser Gehirn. Diese Prozesse werden durch ein kompliziertes Netzwerk von Molekülen gesteuert, das auf den ersten Blick aussieht wie die integrierten Schaltkreise auf einem Computerchip. Aber funktioniert eine Zelle wie ein programmgesteuerter Roboter? Der Biologe Prof. Dr. Wolfgang Marwan von der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg versucht in seiner Forschung, aus einem verwirrenden Durcheinander von vielen tausend Molekülen die wichtigen Steuermoleküle herauszufinden und zu analysieren, wie sie zusammenwirken.

Im Rahmen der neuen Veranstaltungsreihe „Eine Stunde Wissenschaft“ wird der Wissenschaftler der Fakultät für Naturwissenschaften sein Forschungsgebiet der interessierten Öffentlichkeit vorstellen. Alle forschungsbegeisterten und wissenshungrigen Magdeburgerinnen und Magdeburger sind dazu herzlich in den Magdeburger Zoo eingeladen. Die Vorlesung findet in ungewöhnlicher Atmosphäre und unmittelbarer Nachbarschaft von Erdhörnchen und Co in der Zoowelle statt. Im Anschluss an die Vorlesung haben die Besucherinnen und Besucher Gelegenheit, dem Wissenschaftler Fragen zu stellen.

 

WAS: „Herz, Haut oder Hand? Wie unsere Stammzellen gesteuert werden“, Vortrag in der mobilen Vorlesungsreihe der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg „Eine Stunde Wissenschaft“
WANN: 24. April 2018, 18:00 Uhr
WO: Zoo Magdeburg, Zoowelle (Haupteingang), Zooallee 1, 39124 Magdeburg

 

Die Veranstaltung ist öffentlich, der Eintritt kostenfrei.

Öffentliche Vorlesungsreihe

In den kommenden Wochen und Monaten werden weitere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburger ihre Forschung an nicht alltäglichen Orten präsentieren. Diese Vorlesungen finden anlässlich des 25. Gründungsjubiläums der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg in diesem Jahr statt. Die Bandbreite der Themen bei „Eine Stunde Wissenschaft“ ist groß: Es geht um Ingenieure, die sich Lösungsansätze aus dem Wald holen, um Soziologen, die Glücksgefühle in eine Formel gießen oder Mathematiker, die aus Röntgenbildern Lernprogramme für angehende Ärzte machen.

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Rudernd in die Selbstständigkeit

Als Henrik Pahlitzsch für sein Studium an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg aus der Heimat wegzog, ahnte er nicht, dass er bald Unternehmer sein würde. Die Idee vom ROWCYCLE - einem Mix aus Liegefahrrad und Ruderergometer - war zu der Zeit zwar bereits geboren, sollte aber nur für das eigene Training dienen. Heute sind sein Geschäftspartner, Michael Schmidtler, und er stolz darauf, die erste Kleinserie produzieren zu lassen.

Entstanden ist die Idee vom ROWCYCLE - zu deutsch „Ruderfahrrad“ - bereits 2011. Die gebürtigen Regensburger trainierten im Jugendkader des Rudervereins und waren auf der Suche nach einer alternativen Trainingsmethode für den Winter. „Sobald Eis auf dem Wasser ist, lässt dich kein Trainer mehr outdoor trainieren. Darum steht im Winter Indoortraining auf dem Ruderergometer an - das bewegt sich natürlich nicht, man rudert nur gegen eine Wand“, erklärt Henrik Pahlitzsch den Hintergrund der Erfindung. Bei sechs Trainingstagen pro Woche, davon vier Trainingseinheiten auf dem Ergometer, war die Sehnsucht nach einer Alternative so groß, dass Michael Schmidtler die Idee - unter das Ruderergometer Räder zu bauen - in die Tat umsetzte. Nach einigem Ausprobieren war bereits 2013 die erste Version des ROWCYCLE einsatzbereit - wenn auch mit schwerem Stahlrahmen. Schnell kam ihnen die Erkenntnis: Nur für den Eigengebrauch ist das Rad zu gut. „Bevor wir es vermarkten, wollten wir es aber leichter und schneller machen. Darum haben wir eine Crowdfunding-Aktion gestartet, um das Geld für einen Prototyp aus Aluminium zusammenzubekommen“, erinnert sich der 24-jährige Student. Das Geld kam zusammen und keine drei Jahre später hatten sie vier der Ruderfahrräder verkauft.

Produktion einer Kleinserie in Magdeburg

Während seines Bachelors im Fach Sport und Technik an der Universität Magdeburg hat Henrik Pahlitzsch das Start-up mit seinem Wissen aus dem Studium bei der technischen Entwicklung unterstützt. Anfang 2017 ist er dann voll eingestiegen. „Die Inhalte aus dem Studium kann ich super einbringen - auch aus dem Masterstudiengang Integrated Design Engineering, den ich jetzt an der Uni mache“, erklärt er. Auch die Angebote des Transfer- und Gründerzentrums (TUGZ) der Universität weiß der frisch gebackene Unternehmer zu schätzen: „Als Gründer musst du auf einmal über dein Fachwissen hinaus handeln. Über das TUGZ habe ich Workshops zum Thema Marketing und Vertrieb besucht, wir haben Messförderung erhalten und im FabLab - einem Fertigungslabor - unseren Prototypen weiter verbessern können.“ So gut, dass ROWCYCLE demnächst in Magdeburg und Regensburg in Kleinserie produziert wird.


Etwa 15 Räder werden dann zu kaufen sein. Neben Freizeit- und Leistungsruderern wird das Rad sicher auch andere Sportler begeistern - immerhin zählt Rudern zu den gesündesten Sportarten und ermöglicht bis ins hohe Alter ein perfektes Ganzkörpertraining. Gefühl und Funktionsweise seien wie beim Ruderergometer, mit dem Unterschied, dass man vorwärts fährt. „Um das ROWCYCLE zu bedienen, braucht man keine Rudererfahrung - es ist sehr intuitiv; auch die Lenkung durch Gewichtsverlagerung. Unser jüngster Nutzer war 11 Jahre, unser ältester 77. In einer Stunde schafft man zwischen 20 und 25 Kilometer und verbrennt etwa 900 Kalorien. Bei über 30 km/h Highspeed und Gangschaltung für Bergfahrten sowie einer Straßenzulassung ist auch der Fahrspaß garantiert“, weiß Henrik Pahlitzsch.

Zu sehen gibt es das ROWCYCLE und weitere studentische Projekte aktuell in der Ausstellung „Design trifft Maschinenbau“ des Masterstudiengangs Integrated Design Engineering im MDR-Landesfunkhaus.

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„Wir müssen einen gemeinsamen Nenner finden!“

Zwei international vernetzte Forschungsschwerpunkte in den Neurowissenschaften und Dynamischen Systemen / Biosystemtechnik, ein Gesundheitscampus, der Forschung aus Immunologie, Infektiologie und Inflammation bündelt, das medizintechnische Leuchtturmprojekt STIMULATE, dazu ein starker Technologietransfer, mit denen sich die Universität als starke Partnerin für die regionale Wirtschaft etabliert hat: Leistungen, die tragfähige Konzepte, ambitionierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und nicht zuletzt belastbare Finanzierungen erfordern. Wie gut aufgestellt ist die Universität Magdeburg in Zeiten von Exzellenzinitiativen, Clustern und hochkompetitiven Strukturen? Die Universitätssprecherin Katharina Vorwerk hat mit der Prorektorin für Forschung, Technologie und Chancengleichheit, Professorin Dr. Monika Brunner-Weinzierl, gesprochen.

Über 62 Millionen Euro Drittmittel sind 2016 insgesamt von der Universität verausgabt worden. Wo steht die OVGU aktuell im Vergleich mittelgroßer Universitäten?

Laut Hochschulrektorenkonferenz verfügte jede der 121 deutschen Universitäten 2015 durchschnittlich über rund 51 Millionen Euro Drittmittel. Die OVGU lag 2015 mit 58 Millionen Euro bereits über diesem Durchschnitt und hat 2016 noch einmal auf rund 63 Millionen Euro zugelegt. Wichtig ist bei der Betrachtung von Drittmittelzahlen aber auch, sie im Kontext der Gesamtuniversität zu bewerten. Denn das Ziel, Drittmitteleinkünfte zu erhöhen, kann zu Lasten anderer Universitätsleistungen gehen, zum Beispiel der Lehre oder der „Third Mission“, also der Leistungen für die Gesellschaft und Region. Um die Balance zu halten, bedarf es einer Forschungsstrategie, die sinnvoll in eine Universitätsstrategie eingebettet ist und auf die verschiedenen Charakteristika der Fakultäten eingeht.

Brunner-Weinzierl

 

Welche Unterstützungsstrukturen gibt es an der Universität für Wissenschaftler bei der Drittmitteleinwerbung?

Die OVGU ist an 8 Sonderforschungsbereichen, 12 Graduiertenprogrammen sowie an 38 internationalen, EU-geförderten Projekten beteiligt. Basis für diese Forschungsleistung ist es, leistungsfähige Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu gewinnen und ihnen beste Rahmenbedingungen zu schaffen, zum Beispiel, indem wir sie bei der Drittmittelantragstellung stärken. Derzeit existieren bereits Unterstützungsangebote, wie die Einheit Forschungsförderung und auch aus dem Innovationsfonds fließen Mittel für die Verstetigung von innovativen Forschungsprojekten. Nicht zuletzt unterstützt das Forschungsportal im Rahmen des Technologietransfers die Suche nach Kooperationspartnern und Expertise. Diese Strukturen wollen wir weiterentwickeln, um künftig fakultätsspezifisch Forschungsleistung zu fördern und junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in ihrer Karriere voranzubringen. Vor diesem Hintergrund hat die OVGU zwei neue Strategieeinheiten besetzt: das strategische Forschungsmanagement und die strategische Personalentwicklung. So wollen wir Wissenschaftlern helfen, in größeren und für die Universität wichtigen Verbünden Förderanträge vorzubereiten. Der begonnene intensiv geführte forschungsstrategische Dialog mit den Fakultäten wird intensiviert, um dort Stärken, Potenzial und Unterstützungsbedarf zu identifizieren. Wir arbeiten außerdem an einem Forschungskerndatensatz als faktenbasierte Grundlage für forschungsstrategische Entscheidungen.

 

Wie wollen Sie den wissenschaftlichen Dialog führen und einen universitätsinternen Diskurs fördern?

Wollen wir den Austausch fördern und das „Wir-Gefühl“ stärken, müssen wir Plattformen schaffen und etablieren. Eine davon wird der „University Club“ sein, ein fakultätsübergreifendes Forum zum Austausch. Damit können wir Schnittstellen bei Forschungskooperationen identifizieren und Methoden, Instrumente und Expertise gemeinsam nutzen. Jeweils eine Fakultät übernimmt die Rolle des „Gastgebers“ und präsentiert aktuelle Entwicklungen der Fakultät. Kooperationsvorhaben und interdisziplinäre Forschungsprojekte dienen als Diskussionsimpulse. Es können auch ganz unterschiedliche Veranstaltungsformate ausprobiert werden – die gastgebende Fakultät entscheidet. Wichtig ist nur, dass Entscheidungsträger und kooperationsinteressierte Forscherinnen und Forscher aller Fakultäten einbezogen werden.

 

Wo sehen Sie in puncto Forschung an der Universität noch große Herausforderungen?

Interdisziplinäre Forschung bedeutet immer zusätzliche Anstrengungen und das Überwinden von Hürden. So unterscheiden sich Wissenschaftsdisziplinen in ihrer sprachlichen Kommunikation; ein Fachaufsatz in den Sozialwissenschaften ist ganz anders strukturiert als eine Publikation in einem naturwissenschaftlichen Journal. Diese Unterschiede spiegeln sich in unseren Fakultäten wider, in Institutsstrukturen, in den Medien, über die Forschungsergebnisse publiziert werden oder in den Drittmittelquellen. Eine erfolgreiche Zusammenarbeit der Fakultäten erfordert deshalb immer, einen gemeinsamen Nenner und aufeinander abgestimmte Strategien zu finden, ohne, dass die Charakteristika der Fachbereiche verlorengehen.

Ein weiteres Spannungsfeld liegt zwischen der Grundlagenforschung und der angewandten Forschung. Auch hier unterscheiden sich die Ziele, die Herangehensweisen und Finanzierungsquellen. Eine moderne Universität muss in beiden Bereichen erfolgreich sein und sie eng miteinander verknüpfen. Die interdisziplinären Forschungs- und Transferschwerpunkte unserer Universität tragen deshalb ganz maßgeblich dazu bei, den Dialog über Fachgrenzen und Forschungsansätze hinweg zu fördern. Nur so können die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zugunsten gemeinsamer, universitätsweiter Ziele an einem Strang ziehen. Wenn das gelingt, gewinnen die besonderen Stärken unserer Universität an nationaler und internationaler Sichtbarkeit und wir bleiben wettbewerbsfähig.

 

Das vollständige Interview finden Sie in der Dezemberausgabe des uni:reports.

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Exzellenz mit Stipendium belohnt

„Meinem Sohn möchte ich eine Welt mit einer gesunden und reichhaltigen Natur hinterlassen.“ Das ist die Motivation von Madeline Becker für ihre Forschungen zu den Beziehungen der Menschen zur Natur. Sie sucht in ihrer Promotion, die sie an der Fakultät für Humanwissenschaften schreibt, Antworten auf die Fragen, wie Menschen mit der Natur umgehen, wie sie die Natur wahrnehmen, welches Verhältnis sie zur Natur entwickeln. Möchten sie die Natur schützen oder ist sie ihnen gleichgültig oder beuten sie diese gar gedankenlos aus? Dafür untersucht sie Natur-Dokumentationen und betrachtet, welche medialen Effekte diese nutzen und wie die Filme das Verhältnis der Menschen zur Natur im 21. Jahrhundert prägen.

Madeline Becker ist eine von 23 Absolventinnen und Absolventen der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, die das Land Sachsen-Anhalt seit Beginn des letzten Jahres mit einem Graduiertenstipendium fördert. Mit Landesmitteln werden sie bei der Anfertigung ihrer Promotion an den Fakultäten für Elektrotechnik und Informationstechnik (5), für Humanwissenschaften (5), für Informatik (3), Mathematik (1), Maschinenbau (3), für Naturwissenschaften (2), Verfahrens- und Systemtechnik (2) sowie Wirtschaftswissenschaft (2) finanziell unterstützt. Zehn der geförderten Stipendiaten und Stipendiatinnen sind internationale Absolventen und kommen aus Vietnam, Thailand, der Ukraine, Indien, China und Bulgarien.

Vergabe Landesgraduiertenstipendium

Förderung ermöglicht Fokus auf Forschung

Die monatliche Förderung von 1.100 Euro hält Madeline Becker den Rücken frei: „Drei Jahre ist mit dem Stipendium meine Existenz finanziell abgesichert. So kann ich mich voll und ganz auf meine Forschungen konzentrieren.“ Während der Bewerbungsphase um ein Stipendium musste die junge Mutter viel jobben. Das ist mit Kind nicht einfach.

„Wir freuen uns über die hohe Zahl – vor allem auch internationaler – Stipendiatinnen und Stipendiaten. Mit dem Landesgraduiertenstipendium haben wir eine hervorragende Möglichkeit, hochqualifizierte wissenschaftliche Nachwuchskräfte an der Universität Magdeburg zu halten und qualitätsgesichert zur Promotion zu begleiten“, bekräftigt die Prorektorin für Studium und Lehre, Prof. Dr. Franziska Scheffler, als sie den Promovierenden die Stipendienurkunden überreichte. Sie ermuntert die jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, sich zu vernetzen, sich auszutauschen und dafür bestehende Strukturen wie Graduate Schools oder die Graduate Academy zu nutzen. Derzeit promovieren an der Universität Magdeburg rund 950 Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler von denen 53 mit einem Landesgraduiertenstipendium gefördert werden.

Das Land verspreche sich von der Graduiertenförderung, wissenschaftliche Exzellenz in Sachsen-Anhalt zu halten betont Peter Hinrichs, verantwortlich für Forschungsförderung und Technologietransfer im Ministerium für Wissenschaft, Wirtschaft und Digitalisierung des Landes Sachsen-Anhalt. Er zeigt sich beeindruckt von der Verschiedenartigkeit der Promotionsthemen und ist zuversichtlich, dass bei den hervorragenden Forschungsbedingungen an der Universität wissenschaftliche Karrieren erfolgreich fortgeführt werden.

Ideale Voraussetzungen für Wissenschaftler

Claudia Meitzner hat sich bewusst für die Universität und gegen eine Forschungs- und Entwicklungsabteilung in der Industrie entscheiden. „Warum ich mich für die Universität Magdeburg entschieden habe? Wegen der sehr guten Arbeitsbedingungen und der hervorragenden Ausstattung. Ich kann hier mehr der Grundlagenforschung nachgehen, kann freier und ergebnisoffener forschen. Dennoch habe ich durch viele Industriekooperationen immer auch einen Bezug zur industriellen Nutzung meiner Forschungsergebnisse“, sagt die junge Promovendin, die an der Fakultät für Verfahrens- und Systemtechnik ihre Dissertation schreibt. Sie erforscht in den kommenden drei Jahren Drehrohröfen, die dazu genutzt werden, granulare Materialien zu erwärmen, zu trocknen oder zu brennen. Claudia Meitzner untersucht die verschiedenen Wärmeübergangsmechanismen, die in den Drehrohröfen wirken und welche Parameter des Systems wie variiert werden müssen, um die Wärmeübergänge zu optimieren.

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Erstmals virtuelle Kopplung aller Energienetze

An der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg arbeiten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler intensiv daran, die bundesweiten Energienetze für Strom, Gas, Wärme und Wasser miteinander zu koppeln und zu einem intelligenten und nachhaltigen Multi-Energie-Netz zusammenzuführen. Das mit 1,5 Millionen Euro von der EU geförderte Forschungsprojekt „Intelligente Multi-Energie-Systeme SmartMES“ zielt darauf ab, Infrastrukturen der unterschiedlichen Energienetze mehrfach zu nutzen, Schnittstellen und Synergien bei der Energiespeicherung und -umwandlung zu identifizieren und modellartig in einem intelligenten Multi-Energie-System zusammenzuführen. So sollen künftig Betriebskosten gesenkt, Klimaschutzziele erreicht und ein intelligentes Ressourcenmanagement gewährleistet werden, was letztendlich sinkende Energiekosten für die Verbraucher bedeuten würde.

70 Prozent geringere Energiekosten

Ein Jahr nach Beginn des interdisziplinären Forschungsvorhabens werden die entwickelten Modelle erstmals für eine virtuelle Kopplung von Energiesystemen eingesetzt. Dafür führen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Referenznetze des elektrischen Netzes erstmalig im Modell mit dem Gas- und dem Wärmenetz zusammen, so Prof. Dr.-Ing. Martin Wolter vom Institut für Elektrische Energiesysteme der Universität Magdeburg. „Die Erzeugung gasförmiger oder flüssiger Kraftstoffe aus überschüssiger elektrischer Energie – die sogenannte Power-to-Gas- oder Power-to-Liquid-Technologie - kann künftig die teure Abschaltung von erneuerbaren Energieträgern im Fall von Netzengpässen verhindern und ist ein Beispiel dafür, wie Effizienz gesteigert und Kosten minimiert werden können.“ Erste Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen am Beispiel eines Einfamilienhauses bestätigen das große Potenzial der Sektorenkopplung. So lassen sich durch den Einsatz von Photovoltaik- und Kleinwindkraftanlagen in Kombination mit einer elektrischen Wärmepumpe die Energiebezugskosten um ca. 70 Prozent reduzieren.

Weitere wichtige Forschungsergebnisse und Meilensteine werden am 28. März 2018 auf einem Statusmeeting ausführlich präsentiert und diskutiert.

 

WAS: Statusmeeting zum Forschungsprojekt der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg „SmartMES“
WANN: 28. März 2018, 10:00 bis 14:00 Uhr
WO: Otto-von-Guericke-Zentrum, Schleinufer 1, 39104 Magdeburg

 

Zu viel elektrische Energie erhöht CO2-Ausstoß

Hintergrund des über drei Jahre laufenden Projektes ist das Problem einer zunehmenden Auslastung bestehender elektrischer Netze. „Das Überangebot elektrischer Energie – insbesondere aus erneuerbaren Quellen - führt bereits heute regelmäßig zu Netzengpässen“, erläutert Professor Wolter. „Die Energiemengen können im elektrischen Netz alleine nicht mehr abgeführt werden. Der erforderliche Netzausbau ist aber teuer und dauert zu lange. Daher müssen Netzbetreiber immer häufiger in die Erzeugung eingreifen und insbesondere Windenergieanlagen abschalten, um das Netz nicht zu überlasten. Das wiederum erhöht den CO2-Ausstoß, da die nicht nutzbaren Energiemengen durch netztechnisch günstiger gelegene, konventionelle Kraftwerke kompensiert werden müssen.“

Betreiber Erneuerbarer Energieanlagen haben bei diesen Eingriffen Anspruch auf Entschädigung der entgangenen Einnahmen. „Diese summierten sich 2015 bundesweit auf 478 Millionen Euro und müssen vom Endkunden getragen werden“, führt Martin Wolter weiter aus.

Das mit knapp 1,5 Millionen Euro vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) geförderte Forschungsprojekt „SmartMES – Intelligente Multi-Energie-Systeme“ an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg hat eine Laufzeit von drei Jahren (Januar 17 bis Dezember 19) und bündelt Kompetenzen aus den Bereichen elektrische Energietechnik, Thermodynamik und Verfahrenstechnik sowie das Wissen über Energiemärkte und deren Regulierung. Assoziierte Partner sind das Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb und -automatisierung IFF Magdeburg, die ABO Wind AG und die Stadtwerke Burg Energienetze GmbH.

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Probanden für Studie zu altersbedingtem Leistungsabfall gesucht

Etwa 1,3 Millionen Menschen sind laut Demenzreport 2011 in Deutschland an Demenz erkrankt. Bis zum Jahr 2050 wird sich diese Zahl voraussichtlich mehr als verdoppeln. Sport- und Neurowissenschaftler der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg und des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen DZNE vergleichen in einer langangelegten Studie die Wirkung von Tanzprogrammen in der Gemeinschaft und individuell gestalteten Fitnessprogrammen und untersuchen deren Einfluss auf physische und kognitive Fähigkeiten untersuchen. Ziel der Studie ist es, herauszufinden, welche Übungsprogramme den größten Effekt auf die körperliche und geistige Fitness im Alter haben und wie sich wiederum fehlende körperliche Aktivität auf den Alterungsprozess auswirkt.

„Eine älter werdende Gesellschaft und die damit verbundenen Probleme und Risiken, vornehmlich die Zunahme von Demenzerkrankungen, gehören zu den großen gesellschaftlichen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts, besonders für die Gesundheitsforschung. Es ist bekannt, dass durch eine aktive Lebensweise der Erhalt physischer und kognitiver Fähigkeiten positiv beeinflusst werden kann“, führt Prof. Dr. Anita Hökelmann vom Bereich Sportwissenschaft der Universität Magdeburg aus. „Daher sollten wesentliche kognitive Funktionen sowie Kompetenzen der Bewegungskoordination möglichst bis ins hohe Alter trainiert werden. Die Studie der Universität Magdeburg soll geeignete Strategien dafür entwickeln.“

Voller Einsatz für die Wissenschaft

Für die Studie werden zum einen Probandinnen und Probanden ab einem Alter von 70 Jahren gesucht, die keinen regelmäßigen Sport treiben und nur sporadisch körperlich aktiv sind. Zum anderen werden männliche Probanden im Alter von 60 bis 65 Jahren gesucht, die seit mindestens 3 Jahren im Tanzsport aktiv sind. Von der Teilnahme ausgeschlossen sind Träger von magnetischen Metallimplantaten (Herzschrittmacher, Knie-TEP, Hüft-TEP, Zahnschrauben) oder Tätowierungen, Patienten mit Tinnitus, Platzangst oder Patienten, die Medikamente gegen Depressionen, Epilepsie und Demenz einnehmen.

Zur Erfassung des Gesundheits- bzw. Leistungszustandes sind verschiedene Messungen und Tests erforderlich, die im Bereich für Sportwissenschaft (Sporthalle 2 neben dem Gebäude 40 der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Zschokkestraße 32) und im DZNE (Universitätsmedizin, Leipziger Straße 44, Haus 64) durchgeführt werden.

Für die Teilnahme an der Studie gibt es sowohl eine Vergütung als auch eine individuelle Auswertung der körperlichen und kognitiven Leistungsstärke.

Für weitere Informationen steht am Bereich Sportwissenschaft Mandy Knoll per E-Mail sowie telefonisch unter 0391 67-54866 oder 0174 6185541 zur Verfügung.

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Handwerk trifft Design

Das Uni-Start-up LIGNUM hat gemeinsam mit der Messerschmiede „Ganz Scharfe Messer“ das CHEFMESSER „SKID“ entwickelt – das erste Chefmesser aus Holz, das in Magdeburg handgefertigt wird und für Pro´s und ambitionierte Hobbyköche geeignet ist. Die Messer bestehen zu 97 Prozent aus lokalem Robinienholz. Der hohe Anteil an Gerbsäure (Tannin) und die hochverdichtete Faserstruktur des Holzes ermöglicht einen permanenten Schutz vor äußeren Einflüssen, vor allem vor Bakterien. Dank raffinierter Leinölvergütung unter Vakuum nimmt die Robinie kein Wasser mehr auf und quillt dadurch nicht auf.

Ökologisch korrekte Messer

Die anderen drei Prozent der Messer sind aus hochlegiertem Kohlenstoffstahl (Niolox-SB1). Das sieht nicht nur schön aus, sondern hat auch ein Gesamtkonzept als Basis, das sich dem Umweltschutz verschreibt. Der Energie- und Materialverbrauch liegt deutlich unter dem vieler herkömmlicher Chefmesser (ca. 2000 g CO2), nämlich bei 64 g CO2. Für jedes her- gestellte Messer pflanzt die Marke „LIGNUM“ einen Baum. Späne, die beim Fräsen abfallen, werden für die Verpackung eingesetzt, um den ökologisch nachhaltigen Kreislauf wieder vollends zu schließen.

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Foto: LIGNUM

Mit BESTFORM Award ausgezeichnet

2017 wurde das Start-up mit dem BESTFORM Award des Landes Sachsen-Anhalt ausgezeichnet. "SKID soll der Menschheit verdeutlichen, dass auch ökologisch nachwachsende Rohstoffe Funktionen in konventionellen Produkten übernehmen können. Bei BESTFORM konnten wir dies der Öffentlichkeit gut verdeutlichen", erklärt Sven Regener, Gründer und Produktdesigner von LIGNUM. Bei der Jury hat das schon mal geklappt, denn die war sich einig: "Bei dem Produkt trifft Handwerk auf Design und zwei Materialien aufeinander. Die Partner haben ein ausgereiftes Produktkonzept vorgelegt, das den kreativen Prozess mit dem Bewusstsein für mehr Nachhaltigkeit im Haushalt vereint."

Im Herbst 2018 startet die neue Bewerbungsrunde des BESTFORM Awards Sachsen-Anhalt.  

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Eine Stunde Wissenschaft

„Eine Stunde Wissenschaft“ heißt ein neues Veranstaltungsformat der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg. In den kommenden Wochen und Monaten liefern Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Magdeburger Uni Neues aus Forschung und Wissenschaft quasi frei Haus und an für Professorinnen und Professoren nicht alltäglichen Orten. Die Bandbreite der Themen ist groß: Es geht um Ingenieure, die sich Lösungsansätze aus dem Wald holen, um Soziologen, die Glücksgefühle in eine Formel gießen oder Mathematiker, die aus Röntgenbildern Lernprogramme für angehende Ärzte machen.

Zum Auftakt geht es in das Mehrgenerationenhaus in Kroppenstedt. Prof. Dr. Anita Hökelmann ist Expertin auf dem Gebiet Training und Gesundheit und untersucht die Auswirkungen von Musik und Tanz auf die motorische und geistige Leistungsfähigkeit älterer Menschen. Die Sportwissenschaftlerin hat wissenschaftliche Beweise dafür gefunden, dass das Tanzen altersbedingten geistigen Einschränkungen vorbeugen kann.

 

WAS: „Darf ich bitten?“ - Eine Stunde Wissenschaft mit Prof. Dr. Anita Hökelmann Mobile Vorlesungsreihe der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg
WANN: Dienstag, 17. April 2018, 17:00 Uhr
WO: Mehrgenerationenhaus Kroppenstedt, Am Turnplatz 1, 39397 Kroppenstedt

 

 

Die nächste Veranstaltung findet bereits am 24. April 2018 statt. Dann wird der Biologe Prof. Dr. Wolfgang Marwan im Elefantenhaus des Magdeburger Zoos über seine Forschung an Riesenamöben und tierischen Stammzellen sprechen.

Wissenschaftsbegeisterte sind herzlich willkommen. Die Veranstaltungen sind öffentlich, der Eintritt kostenfrei.

Anlass für die Vorlesungen an ungewohntem Ort ist das 25. Gründungsjubiläum der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg in diesem Jahr. Tausende wissenshungrige Besucherinnen und Besucher haben im vergangenen Vierteljahrhundert die Campusse der Universität besucht. Nun ist es Zeit für einen besonderen „Gegenbesuch“.

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Rollen bald selbstfahrende E-Bikes durch die Magdeburger Innenstadt?

Ein Team aus Maschinenbauern, Informatikern, Logistikern und Umweltpsychologen der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg ist dabei, gemeinsam ein autonomes E-Bike zu entwickeln, das auf Anfrage selbstständig zum Nutzer navigiert. Ziel der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ist es, eine Rufbereitschaft autonomer Lastenräder in der Landeshauptstadt Magdeburg zu realisieren. In wenigen Jahren soll dann eine Flotte von E-Bikes den öffentlichen und individuellen Nahverkehr ökologisch und ökonomisch wirkungsvoll ergänzen und in einem Bike-Sharing-System mit Fahrradruffunktion im Umfeld des Universitätscampus Anwendung finden.

Über eine Smartphone-App wird sich das Fahrzeug zu jedem beliebigen Standort rufen lassen und nach Nutzung selbstständig in ein zentrales Depot zurückbewegen. Den Fahrerinnen und Fahrern werden variabel konfigurierbare Aufsätze zur Verfügung stehen, mit denen sich beispielsweise einfache Lasten transportieren oder zusätzliche Personen, z. B. Kinder, befördern lassen.

Testserie in Magdeburger Innenstadt

Ein Prototyp des E-Bikes wird bereits in den nächsten Wochen im Magdeburger Straßenverkehr getestet. Ausgestattet mit hochentwickelter Messtechnik „erkennt“ das Lastenrad Bordsteine oder andere Verkehrsteilnehmer und kann analysieren, welche Sensorik bei welchen Witterungsbedingungen am besten geeignet ist. Zeitgleich wollen Umweltpsychologen Umfragen mit potenziellen Nutzern des ungewöhnlichen Fahrzeuges durchführen. „Besonders spannend ist für uns dabei, wie die Interaktion mit Passanten gestaltet werden kann und welche Faktoren sich auf die Akzeptanz des E-Bikes auswirken“, sagt Karen Krause vom Lehrstuhl für Umweltpsychologie der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg. Parallel dazu laufen Gespräche mit Verkehrsplanern, mit Vertretern des öffentlichen Nahverkehrs und den ÖSA-Versicherungen, um einen Testlauf in der Magdeburger Innenstadt umzusetzen.

Selbstfahrendes E-Bike Uni Magdeburg (c) Harald Krieg

Das von Maschinenbauern, Informatikern, Logistikern und Umweltpsychologen der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg entwickelte selbstfahrende E-Bike wird sich über eine Smartphone-App zu jedem beliebigen Standort, wie hier zum Breiten Weg in Magdeburg, rufen lassen und nach Nutzung selbstständig in ein zentrales Depot zurückbewegen. (Foto: Harald Krieg/Universität Magdeburg)

„Eine der größten Herausforderungen des Projektes liegt in der fehlertoleranten Umgebungserfassung“, so der Informatiker und Juniorprofessor Sebastian Zug. „Also, in der zuverlässigen Analyse, wo sich das Fahrrad global und – vor allem – in Bezug auf die intendierte Fahrspur befindet. Verstellen Hindernisse oder Personen diesen Weg, welche anderen Verkehrsteilnehmer sind aktuell relevant? Diese Fragen müssen auch bei veränderlichen Witterungsbedingungen und in ‚kniffligen’ Situationen sicher beantwortet werden können.“ Es müsse sichergestellt werden, dass das Fahrzeug zur richtigen Zeit am richtigen Ort sei, ergänzt Tom Assmann vom Institut für Logistik und Materialflusstechnik der Universität.

Technische, juristische und psychologische Herausforderungen

Diese Revolution im Kleinen, also der urbanen Mikromobilität, mache eine Vielzahl ingenieurwissenschaftlicher, betriebswirtschaftlicher, sozial- und humanwissenschaftlicher Entscheidungen notwendig, so Juniorprofessor Stephan Schmidt vom Lehrstuhl Autonomes Fahren der Fakultät für Maschinenbau. „So könnte beispielsweise eine effektive Streckenführung z. B. die Überquerung einer vielbefahrenen Straße ohne Ampel erfordern, was technisch, juristisch, aber auch wahrnehmungspsychologisch erhebliche Herausforderungen mit sich bringt.“

Die Wissenschaftler versprechen sich dennoch langfristig sinkende Unfallzahlen, steigenden Komfort und eine höhere Effizienz des Verkehrs. „Schon ab 2020 könnte Magdeburg damit zum Vorreiter bei der Nutzung kleiner, umweltverträglicher autonomer Fahrzeuge werden“, so Ingenieur Schmidt. „Selbstfahrende Fahrräder, die sich auf dem Breiten Weg eigenständig zwischen Hauptbahnhof und Unicampus bewegen, gehören dann vielleicht wie selbstverständlich zum Stadtbild.“

Das Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert und ist in das Forschungsprojekt Netzwerk kooperative Systeme NekoS eingebunden. Weiterführende Informationen unter www.nekos.exfa.de

 

Bilder zum Download:

Bild 1 // Quelle: Harald Krieg/Universität Magdeburg // Bildunterschrift: Das von Maschinenbauern, Informatikern, Logistikern und Umweltpsychologen der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg entwickelte selbstfahrende E-Bike wird sich über eine Smartphone-App zu jedem beliebigen Standort, wie hier zum Breiten Weg in Magdeburg, rufen lassen und nach Nutzung selbstständig in ein zentrales Depot zurückbewegen.

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Neurowissenschaftler der Uni für für beste Publikationen 2017 ausgezeichnet

Das Forschungszentrum Center for Behavioral Brain Sciences (CBBS) verleiht jährlich Preise für die besten neurowissenschaftlichen Publikationen. Preisträger 2017 in der Kategorie „humanexperimentelle Forschung“ ist das Team um den Neuropsychologen Dr. Adrian Fischer. Mit dem Publikationspreis in der Kategorie „tierexperimentelle Forschung“ wurden die Neurobiologen um Prof. Dr. Oliver Stork ausgezeichnet.

Auf der Jahresversammlung des Center for Behavioral Brain Sciences (CBBS), dem Zusammenschluss der Magdeburger Neurowissenschaftler, überreichten die Sprecher des CBBS, Prof. Dr. Eckart Gundelfinger und Prof. Dr. Toemme Noesselt, zusammen mit dem Rektor der OVGU, Prof. Dr. Jens Strackeljan, den Preisträgern Schecks im Wert von insgesamt 1.000 Euro. Die Auszeichnung im Bereich Humanforschung nahmen stellvertretend für das Sieger-Team Dr. Adrian Fischer und Prof. Dr. Markus Ullsperger vom Institut für Psychologie der Universität entgegen.

Der Versuch, gute Entscheidungen zu treffen

In seiner Preis-Vorlesung berichtete Dr. Fischer, dass der Mensch, als einziges Lebewesen Wissen direkt nutzen kann, um sich - ungeachtet kurzfristiger Belohnungen oder Bestrafungen - für langfristig optimale Lösungen zu entscheiden. Aber: „Obwohl die meisten Menschen versuchen, gute Entscheidungen zu treffen, gelingt es doch oftmals nicht. Wir zeigen mit unserer Studie, dass dies nicht daran liegt, dass Menschen Informationen fehlen, sondern dass die Verarbeitung von Informationen durch direkte Belohnung im Gehirn beeinflusst wird. Dieser Mechanismus weist auf, wie kurzfristige Belohnung unsere Einschätzung langfristiger Ergebnisse verzerren kann, sei es z. B. der Genuss durch zuckerreiche Lebensmittel mit der Konsequenz der Adipositas oder auch Drogenkonsum mit der Konsequenz der Abhängigkeit. Diese Forschung kann somit helfen, bessere Entscheidungen in weiten Bereichen zu treffen und Menschen mit Suchterkrankungen besser therapeutisch zu erreichen“, so Dr. Fischer.

CBBS-Preis-2017_FischerDas Team um Dr. Adrian Fischer (2. v. r.) mit Prof. Dr.-Ing. Jens Strackeljan (l.) und Prof. Dr. Eckart Gundelfinger (r.).

Wie das Gehirn Informationen kontrolliert abspeichert

Die Auszeichnung im Bereich Tierforschung nahmen stellvertretend für das Sieger-Team die CBBS-Neurobiologen Syed Ahsan Raza, Dr. Dr. Anne Albrecht und Prof. Dr. Oliver Stork aus dem Institut für Biologie der Uni Magdeburg entgegen. Sie fanden heraus, wie das Gehirn die Speicherung von unterschiedlich wichtigen Informationen kontrolliert. „Viele grundlegende Mechanismen der Gedächtnisspeicherung sind in den vergangenen Jahrzehnten aufgeklärt worden, jedoch ist noch weitgehend unverstanden, auf welche Weise das Gehirn den Kontext einer Lernerfahrung abspeichert. Dies ist jedoch für die Präzision und Stärke eines Gedächtnisses von großer Bedeutung. Wir haben in unserer Studie mit Mäusen einen Schaltkreis identifiziert, der im Gehirn die Wichtigkeit von erlernten Zusammenhängen bestimmt. Dabei werden unterschiedliche Sinneseindrücke gegeneinander abgewogen und weisen den gemachten Erfahrungen unterschiedliche Bedeutungen und Prioritäten zu. Das Wissen darüber, wie das Gehirn Gelerntes bewertet, ist wichtig, um Störungen in diesem Prozess, wie sie z. B. bei Autismus auftreten, besser verstehen und behandeln zu können“, berichtet Prof. Stork.

CBBS-Preis-2017_StorkDas Team um Prof. Dr. Oliver Stork.

Beide Preisträger-Teams veröffentlichten ihre Studienergebnisse im vergangenen Jahr im international renommierten Fachjournal Nature Communications:

Die Wissenschaftler freuen sich sehr über die Auszeichnung durch das CBBS und bekräftigen: „Wir sind alle sehr stolz, die Auszeichnung für das beste Paper bekommen zu haben. Für unsere zukünftige Forschungsarbeit ist das ein toller Ansporn.“

Das CBBS wurde 2007 als Exzellenzforschungszentrum der OVGU und Dachorganisation der Magdeburger Neurowissenschaftler gegründet. Es hat derzeit über 100 Mitglieder aus sechs Fakultäten der Uni Magdeburg, dem LIN und dem DZNE Magdeburg.

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Letzte Änderung: 15.08.2017 - Ansprechpartner:

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