Ehrendoktorwürde für Professor Jost Delbrück

Die Fakultät für Geistes-, Sozial- und Erziehungswissenschaften der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg verleiht am Mittwoch, dem 27. November 2002, Prof. Dr. Jost Delbrück die Ehrendoktorwürde, Doktor der Staatswissenschaften (Dr. rer. pol. ehrenhalber).

Die Magdeburger Universität ehrt in Jost Delbrück einen Völkerrechtsgelehrten und einen herausragenden international bekannten deutschen Wissenschaftler. Mit der Verleihung der Ehrendoktorwürde werden die wissenschaftlichen Leistungen und Verdienste Delbrücks zur Friedens- und Konfliktforschung, für eine globale Rechtsordnung sowie sein Engagement für die Förderung der Friedensforschung gewürdigt, insbesondere auch die fruchtbare Zusammenarbeit mit dem hiesigen Institut für Politikwissenschaft.

Jost Delbrück, Jahrgang 1935, studierte Rechtswissenschaft und Politische Wissenschaft an den Universitäten Kiel, Tübingen und Bloomington/Indiana/USA. 1963 wurde er mit einer Arbeit zum Verhältnis von Sicherheitsrat und Generalversammlung der Vereinten Nationen promoviert. Es folgte eine Tätigkeit am Institut für Internationales Recht in Kiel und 1971 habilitierte er mit einer Arbeit zur Rassenfrage als Problem des Völkerrechts und nationaler Rechtsordnungen. 1972 folgte der Politik- und Rechtswissenschaftler dem Ruf auf den Lehrstuhl für Politische Wissenschaft an die Universität Göttingen und 1976 auf den Lehrstuhl für Staatsrecht, Völkerrecht und allgemeine Staatslehre an die Kieler Universität. Im gleichen Jahr wurde er Direktor des Institutes für Internationales Recht. Zu Beginn der 80er Jahre war er u. a. Visiting Professor an der Harvard Law School, und seit 1989 nimmt der Wissenschaftler regelmäßig eine Gastprofessur mit einem Forschungsaufenthalt an der Indiana University, Bloomington/USA wahr.

Das frühe Werk Delbrücks umfasst die internationalen Beziehungen und die nach den beiden Weltkriegen einsetzende Kriegsursachenforschung, Arbeiten zu ethischen Diskursen der Friedens- und Weltordnungspolitik sowie des gesamteuropäischen Sicherheitssystems und völkerrechtlicher Normen. Nach dem Ende des Ost- Westkonfliktes widmete er sich den Herausforderungen der Globalisierung und der damit verbundenen Gestaltung des Staats-, Europa- und Völkerrechts. Aber auch Forschungen und Analysen zum Recht der Telekommunikation, Ausländerpolitik und des Ausländerrechts sowie Recht und Politik der Vereinten Nationen prägen sein wissenschaftliches Werk.

Jost Delbrück war und ist in zahlreichen nationalen und internationalen Gremien und Gesellschaften zur Friedens- und Konfliktforschung aktiv tätig. Er war u. a. Delegierter der Bundesrepublik Deutschland im UNESCO-Menschenrechtsausschuss und ist seit 1985 Mitglied des Internationalen Schiedshofes in Den Haag. Von 1997 bis 2001 war er Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Völkerrecht. Vier Jahre, von 1985 bis 1989, hatte er das Amt des Rektors der Kieler Universität inne und erwarb sich große Verdienste in der Lehre und Forschung sowie in der akademischen Selbstverwaltung.

Die Otto-von-Guericke-Universität verleiht die Ehrendoktorwürde zum 33. Mal an eine Wissenschaftlerpersönlichkeit.

Die Verleihung der Ehrendoktorwürde an Professor Delbrück findet am Mittwoch, dem 27. November 2002, 15.00 Uhr im Senatsaal der Universität, Gebäude 05/Raum 205/Universitätscampus, statt.

 

Letzte Änderung: 30.03.2016 - Ansprechpartner: Webmaster