Open Access-Zeitschriften – eine Alternative für wissenschaftliche Veröffentlichungen?

Offener Zugang zum Wissen

Wie sieht die wissenschaftliche Kommunikation der Zukunft aus? Die anhaltende Zeitschriftenkrise, dramatisch gestiegene Abonnementpreise sowohl für herkömmliche als auch für elektronische wissenschaftliche Zeitschriften und die latente Finanznot der Universitäten und Hochschulen führen zunehmend zu Abbestellungen.

Zugang erschwert

Paradoxerweise erschwert dies trotz Internet den Zugang zu veröffentlichten Forschungsergebnissen. Bereits 2002 hatte sich die Hochschulrektorenkonferenz für die Neuausrichtung des wissenschaftlichen Informations- und Publikationswesens ausgesprochen.

Eine bereits bestehende Alternative wären frei zugängliche „Open Access"-Zeitschriften. Diese, wie auch die Veröffentlichung auf den Hochschulservern, werden bislang viel zu wenig genutzt. Die über das Internet entgeltfrei zugänglichen elektronischen Publikationen (Open Access-Publikationen) können ohne jede Einschränkung rezipiert werden und wissenschaftliche Roh- und Primärdaten vermitteln. Zwar kommt der elektronischen Veröffentlichung je nach Disziplin ein unterschiedlicher Stellenwert zu, in manchen Fächern ist sie umstritten, doch würden elektronische Publikationen nach gegenwärtiger Erfahrung häufiger zitiert als herkömmliche Publikationen, und sie lenken die Aufmerksamkeit der wissenschaftlichen Öffentlichkeit in hohem Maße auf sich, vermeldete die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG). Sie hat bereits 2003 die „Berliner Erklärung über den offenen Zugang (Open Access) zu wissenschaftlichem Wissen" unterzeichnet, um die Forderungen nach leicht zugänglichen, frei verfügbaren elektronischen Publikationen zu unterstützen. Eine Auswahl alternativer Publikationsmodelle ist in einem von der DFG gefördertem Projekt dokumentiert worden und unter www.epublications.de/ im Internet abrufbar.

Vielfach noch Skepsis

Eine im Sommer 2005 vorgelegte Studie, in der im Auftrag der DFG über 1000 Wissenschaftler befragt wurden, zeigt, dass Open Access und die mit Open Access verbundenen Erklärungen, Konzepte und Initiativen den Wissenschaftlern bislang unzureichend bekannt sind. Die Umfrageergebnisse belegen, dass Wissenschftler rein elektronischen Publikationen vielfach noch skeptisch gegenüberstehen. Insbesondere führten sie Bedenken hinsichtlich mangelnder Qualitätskontrolle, geringer Zitationshäufigkeit und nicht gesicherter langfristiger Verfügbarkeit an. Doch auch eine deutliche Bereitschaft der Befragten, ihre Zeitschriftenbeiträge zusätzlich zur konventionellen Veröffentlichung für den entgeltfreien Zugriff im Internet bereitzustellen zeichnete sich ab.

Die DFG hat sich nun zur Aufgabe gestellt, dem großen Informations- und Beratungsbedarf zu Open Access-Publikationen und Formen der Qualitätssicherung elektronischer Publikationen durch den Ausbau des eigenen Internetangebots nachzukommen.    Ines Perl