Kleine „Ingenieure auf Zeit" in der Jugend-Akademie

Der Energie auf der Spur ...

Wie kommt die Energie aus der Steckdose? Was sind erneuerbare Energien? Wozu braucht man Energie? Fragen, auf die 40 kleine „Ingenieure auf Zeit" von den Wissenschaftlern des Lehrstuhls Elektrische Netze und Alternative Elektroenergiequellen Antworten erwarteten. Gebannt verfolgten die Kinder zwei Vorlesungen von Prof. Dr. Zbigniew A. Styczynski zu den Grundlagen von Energie und erneuerbaren Energien. Die kleinen Gäste im Alter von neun bis 13 Jahren waren Teilnehmer der Jugend-Akademie Magdeburg, die der one stone e.V., ein Netzwerk für Kinder- und Jugendbildung, in Kooperation mit der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik in diesem Wintersemester anbot. Nachmittags nach dem Unterricht, kamen sie, um „Der Energie auf der Spur ..." – so das Motto der Akademie – zu sein.

Mit viel Wissen

Das Programm reichte von Vorlesungen über Seminare und Projekttage bis hin zur Projektpräsentation – eben alles, was zu einer richtigen akademischen Ausbildung gehört. „Alle Mitarbeiter und auch die Studierenden des Lehrstuhls haben sich mit viel Engagement eingebracht in die Vorbereitung und Durchführung der Jugend-Akademie", lobt die Verantwortliche Dr. Biljana Hadzi-Kostova. „Die Kinder sind alle sehr interessiert gewesen und verfügten schon über reichlich Wissen rund um Energie und Energieversorgungsprobleme. Das hat mich sehr beeindruckt", ist Matthias Loerke, der mit der Organisation der Akademie betraut war, begeistert. Für die Seminare realisierte er „interaktive" Vorträge zur Windenergie, Sonnenenergie und zur Brennstoffzellentechnik. Am Computer konnten die Schüler dann spielerisch u.a. den Bau einer Windkraftanlage, die Funktionsweise einer Brennstoffzelle oder den Aufbau eines Sonnenkollektors simulieren. Sie erfuhren mehr über Entwicklung und Geschichte der einzelnen alternativen Energiearten und auch über deren Anwendungsgebiete. Die Präsentation zog die Aufmerksamkeit der Schüler in ihren Bann und ließ ihnen viel Raum, selbst damit zu arbeiten, veranschaulichte schwierige Sachverhalte durch zahlreiche Bilder und Graphiken. Auch im Labor gab es Vorführungen zu Brennstoffzellen und Photovoltaikanlagen. Und einen Film über die Nutzung von Windenergie gab es auch zu sehen. Um etwas zu lernen, war Sebastian gekommen. Inzwischen weiß er, wie eine Brennstoffzelle funktioniert und ein Sonnenkollektor aufgebaut ist.

An den Praxistagen, vorbereitet von Matthias Loerke, bauten die kleinen Ingenieure in Teams eine Windkraftanlage, einen solargetriebenen Aufzug und eine Brennstoffzelle zusammen. Die Bausätze, die vom Lehrstuhl angeschafft wurden, wollten ja schließlich ausprobiert werden. Und die Kinder waren dann auch mit Begeisterung dabei; klebten, schraubten, montierten, tüftelten ohne Unterlass. Der Bau der Windkraftanlage hat Phillip am meisten Spaß gemacht – auch wenn sie mit Solarzellen angetrieben wurde und eigentlich mehr ein Ventilator war, erzählt er. In der Experimentellen Fabrik Magdeburg fanden die kleinen Baumeister reichlich Platz. Die Projekttage erforderten einen besonders hohen personellen Aufwand, denn beim Bau der Brennstoffzelle beispielsweise wurde richtiges Methanol verwendet. Da musste schon jedem der kleinen Experimentierer-Teams ein Erwachsener zur Seite stehen. Am letzten Projekttag ist die Phantasie der kleine Ingenieure gefragt. Schließlich sollen sie ein Modell zur „Energieversorung der Zukunft" entwerfen. Dafür hat sich Jonas etwas besonderes ausgedacht, etwas mit einem Trick. Mehr verriet er nicht. Das war alles noch streng geheim.

Alle Arbeiten werden dann Ende Februar 2006 in einer Projektpräsentation Eltern, Freunden oder Lehrern gezeigt und vorgeführt. Die letzten Anregungen für ihre Entwürfe konnten die Kinder sich vorher noch bei einem Besuch des Windenergieanlagen-Herstellers Enercon holen, zu dem eine Exkursion führte. Zum Abschluss der Jugend-Akademie erhalten die kleinen Studenten ein Zertifikat mit der Unterschrift des Dekans der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik sowie eine CD, auf der dokumentiert ist, was die kleinen Gäste so alles gemacht haben. „Im nächsten Jahr soll es wieder eine Jugend-Akademie geben", blickt Dr. Hadzi-Kostova voraus. Mit dem Ziel, Begeisterung für Wissenschaft und Technik zu wecken, sollen die Kinderstudenten dann wieder selbst erste Forschungsprojekte bearbeiten und dadurch Einblick in die Arbeit von Wissenschaftlern erhalten und erfahren, wie es so an einer Universität läuft.   Ines Perl