International Neuroscience Institute wird An-Institut

Neue Wege in der Neurochirurgie

Prof. Dr. Madjid Samii, Präsident des International Neuroscience Institute Hannover (INI), und Prof. Dr. Klaus Erich Pollmann, Rektor der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, trafen sich Ende Dezember 2005 in Magdeburg zur Unterzeichnung eines Kooperationsvertrages. Dieser sieht eine enge Zusammenarbeit der Vertragspartner auf dem Forschungsgebiet der Neurowissenschaften und Mikrotherapie in der Medizin vor. Ziel ist es, ihre Forschungsaktivitäten aufeinander abzustimmen, die Ausstattungen der Vertragspartner optimal zu nutzen und eine enge Verbindung von Forschung und Lehre zu schaffen. Das Institut erhält somit den Status eines akademischen An-Instituts, bewahrt aber seine wirtschaftliche Selbständigkeit.

Modernste Ausstattung

Das neue An-Institut ist auf dem Gebiet der klinischen Neurowissenschaft ein weltweit anerkanntes Zentrum mit modernster technologischer Ausstattung. Hier bieten international renommierte Ärzte alle Möglichkeiten zur Behandlung von Erkrankungen des Nervensystems wie Melanomen, Gefäß- und neurologische Erkrankungen im Schädel-/Hirnbereich sowie neurologische Dysfunktionen. Der Präsident und Gründer des INI, Professor Madjid Samii, einer der international bekanntesten Neurochirurgen, ermöglicht Wissenschaftlern und Medizinern durch Aufenthalte am INI klinische Praxis sowie interdisziplinäre und experimentelle Forschung. Der neurologisch-klinische Bereich des INI umfasst die Neurochirurgie, Neuroradiologie, die HNO-Chirurgie sowie weitere Methoden. Für die Therapie kleinerer Tumoren durch Bestrahlung steht ein Gamma-Knife zur Verfügung. Daneben ist auch eine Forschungseinheit mit eigenem Versuchslabor integriert. Eindrucksvoll präsentiert sich die Architektur des im Medical Park Hannover gelegenen Zentrums. Das 38 Meter hohe, neungeschossige Gebäude bildet in abstrahierter Form die Umrisse des menschlichen Gehirns ab.

Die neue Kooperation eröffnet den Vertragspartnern durch die gegenseitige Nutzung ihrer Sach- und Personalressourcen die anwendungsbezogene Forschung auf den Gebieten der Neurowissenschaften und medizinischen Mikrotherapie zu fördern und ihre jeweiligen Forschungsergebnisse in gegenseitiger Abstimmung zu nutzen. Das INI und die Klinik für Neurologie II der hiesigen Medizinischen Fakultät möchten durch ihren Wissens- und Technologieaustausch die Möglichkeiten der Neurochirurgie verbessern und die neurowissenschaftliche Forschung durch neue Methoden erweitern.

Präzisere Diagnostik

Als erstes Projekt der neuen Kooperation wird eine Magdeburger Arbeitsgruppe unter Leitung des Neurologen Prof. Dr. Hans-Jochen Heinze, Direktor der Klinik für Neurologie II, den Drei-Tesla-Magnet-Resonanztomographen (MRT) in Hannover mitnutzen. Hierbei geht es um die funktionell-diagnostische Bildgebung von bestimmten Gehirnfunktionen bei Patienten, die einer neurochirurgischen Behandlung zugeführt werden sollen. Die Expertise der Magdeburger Forscher auf dem Gebiet der funktionell-bildgebenden Verfahren wird für eine präzisere Diagnostik und Lokalisation der verschiedenen Hirnfunktionen im Kontext neurochirurgischer Verfahren des INI und der Magdeburger Universitätsklinik genutzt. Dies ist Voraussetzung für neurologische Operationen unter minimaler Verletzung sowohl des umgebenden Gewebes als auch neuraler Funktionen.    Ines Perl