Konzert der Uni-Bigband

Jazz im Hörsaal

Studenten mit mühselig vorbereiteten Referaten auf ihren Notebooks suchte man an diesem Abend im Hörsaal 3 vergebens. Stattdessen bestimmten schwarzgekleidete Musiker den kalten Raum. Einige routinierte Handgriffe und aus dem Hörsaal wurde ein Konzertsaal.

Hart geprobt hatte die Bigband der Otto-von-Guericke-Universität (www.bigband.de.md), die sich durch eine beeindruckende Bühnenpräsenz in den vergangenen Jahren einen glanzvollen Ruf erspielte. Nicht mehr nur Studenten gehören zum festen Stamm der anfangs rein studentischen Band. Mittlerweile wirken auch berufstätige Musiker ehrenamtlich an den harten Proben und bewundernswerten Shows mit.

Das von Konzert zu Konzert generationenumspannendere Publikum füllte die Reihen bis auf den letzten Platz und wirkte hier und da nervöser als die etwa 30 Künstler. Somit waren nur wenige Handbewegungen des Dirigenten Jan M. Braun nötig, um dem Saal ein swingendes Flair zu verleihen. Sorgfältig ausgewählt erschienen die Songs, mit denen auch der Laie einen perfekten Einblick in die Jazzgeschichte erhielt. Hierbei wurde überlegt darauf geachtet, vergessene Juwelen des Jazz perfekt mit Rock'n'Roll-Klassikern und Dixielandhymnen zu einer runden Show verschmelzen zu lassen.

Nachtclubatmosphäre

Nicht nur die geschulten Stimmen der Solosänger Andreas Mönk und Ulrike Großhennig eroberten die Gunst der Anwesenden. Überzeugend erklangen auch die Soli der einzelnen Musiker, so dass mancher Anwesende seinen kantigen Klappstuhl vergaß.

Ein besonderer Höhepunkt war das Schrumpfen der Band zur kleineren Combo die den Saal innerhalb weniger Augenschläge in eine Nachtclubatmosphäre tauchte, der sich keiner der Gäste zu entziehen vermochte.

   Norman Grüneberg