Magdeburger Alternative

Modellversuche geplant

In der neu entfachten Diskussion um die Einführung eines Kombilohns wird immer wieder auf die „Magdeburger Alternative" verwiesen, die von den zwei Wirtschaftsprofessoren Ronnie Schöb und Joachim Weimann entwickelt wurde. Im Kern besteht ihr Vorschlag darin, dass der Staat die Sozialversicherungsabgaben eines zusätzlich beschäftigten ALG II-Empfängers im ersten Arbeitsmarkt übernimmt. Dadurch senkt er die Arbeitskosten im Niedriglohnbereich um ein Drittel ohne dabei die Nettolöhne zu senken.

Arbeit ist machbar

Ergänzende Maßnahmen verhindern die Verdrängung regulärer Arbeit durch subventionierte Arbeit. Damit, so die beiden Magdeburger Professoren, lassen sich bis zu 1,8 Millionen zusätzliche Arbeitsplätze schaffen ohne dabei die Staatskassen zusätzlich zu belasten: „Die Förderung von Arbeit ist bei geeigneter Ausgestaltung eines Kombilohnmodells in jedem Fall günstiger als die Finanzierung der Arbeitslosigkeit", so ihre Motivation. Prof. Schöb und Prof. Weimann sind die Autoren des Buches Arbeit ist machbar , in dem die „Magdeburger Alternative" ausführlich erläutert wird.

Für das Land Schleswig-Holstein und für den Wahlkreis von Bundeskanzlerin Angela Merkel in Mecklenburg-Vorpommern, der mit 22 Prozent bundesweit eine der höchsten Arbeitslosenquoten aufweist, liegen, wie der Presse zu entnehmen war, mittlerweile ausgearbeitete Konzepte für Modellversuche vor. In Baden-Württemberg hat Ministerpräsident Günther H. Oettinger ebenfalls vorgeschlagen, die „Magdeburger Alternative" gemeinsam mit einem neuen Bundesland zu testen. Auch in Sachsen-Anhalt und anderen Bundesländern wird derzeit überlegt, wie die Idee umgesetzt werden kann.    PM/I.P.