Internationale Kooperationen ermöglichen Studienaufenthalte im Ausland

Zu Studium nach Chile?

Wenn einer eine Reise tut, dann kann er nicht nur viel erzählen, sondern auch so manches lernen. Durch eine Reihe von bilateralen Austauschprogrammen mit internationalen Universitäten haben Studierende der Medizinischen Fakultät exzellente Chancen – teilweise durch Stipendienprogramme gefördert – Studienaufenthalte in den USA, in Frankreich, Chile, Litauen, Mexiko, Italien, den Niederlanden oder der Türkei zu absolvieren. In diesen Kooperationsverträgen ist im Gegenzug auch der Besuch ausländischer Studenten und Wissenschaftler in Magdeburg geregelt.

Persönlichkeitsentwicklung

Eine enge Zusammenarbeit hat sich in den vergangenen Jahren beispielsweise mit der Universidad de Concepción in Chile entwickelt. Ein entsprechendes Abkommen wurde 1998 abgeschlossen. Im Juli 2005 weilte Professor Ernesto Besser, Direktor der Traumatologie/Orthopädie der chilenischen Partner-Uni, in Magdeburg. Er hatte gemeinsam mit dem Dekan der hiesigen Medizinischen Fakultät, Professor Albert Roessner, den Kooperationsvertrag initiiert. Beide messen den Kontakten mit ausländischen Partnereinrichtungen einen hohen Stellenwert zu. „Sowohl für die eigene Persönlichkeitsentwicklung unserer angehenden Ärzte als auch für die Verbesserung der Sprachkenntnisse sind diese Auslandsaufenthalte sehr zu empfehlen", betont Prof. Roessner.

Christine Loy, Koordinatorin für internationale Hochschulkontakte an der Medizinischen Fakultät, berät die Studierenden bei der Auswahl und Vorbereitung der Auslandsaufenthalte. Ebenfalls betreut sie die Gäste von den Partneruniversitäten, die in Magdeburg studieren oder eine Zeitlang forschen. Neben dem Fachwissen, das man sich hierbei aneignen kann, sieht sie in den internationalen Kontakten vor allem „eine ganz wesentliche Bereicherung im Zusammenleben von Menschen verschiedener Kulturen".

Studium kostenpflichtig

Außerdem sei es wichtig, so Professor Besser, andere Ausbildungssysteme kennen zu lernen. In Chile dauert ein Medizinstudium zum Beispiel ein Jahr länger als in der Bundesrepublik, also insgesamt sieben Jahre und ist grundsätzlich kostenpflichtig. Die Studiengebühren betragen pro Semester zwischen 1500 Euro an staatlichen und bis zu 3000 Euro an privaten Universitäten. Trotz hoher Kosten und starker Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt von Ärzten aus den Nachbarländern ist die Nachfrage, Medizin zu studieren, in Chile sehr groß. Nach Abschluss des Studiums – der automatisch zum Führen des Doktor-Titels berechtigt – folgt eine mehrjährige Facharztausbildung, die ebenfalls ganz oder teilweise selbst zu finanzieren ist.

Bei ihrem Treffen in Magdeburg verständigten sich Professor Besser und Professor Roessner über den weiteren Ausbau der Kooperation zwischen beiden Universitäten. So sollen künftig verstärkt junge Fachärzte in den bilateralen Austausch einbezogen werden, auch der wissenschaftliche Erfahrungsaustausch könnte noch stärker Beachtung finden. Seinen Aufenthalt in der Elbestadt nutzte der Gast daher auch, um Fachkollegen in der Unfallchirurgie, der Dermatologie sowie der Orthopädie einen Besuch abzustatten und sich in den Kliniken über das Leistungsspektrum und aktuelle Behandlungsmethoden zu informieren.    K.S.