Bigband und Chorimus begeisterten Publikum

Wenn Trompeter singen

Ein Semester harte Probenarbeit, zahlreiche Auftritte und eine Menge Spaß lagen hinter den beiden großen Ensembles des Instituts für Musik (IMUS). So ließ es sich weder die Uni-Bigband noch der Chor des IMUS, kurz Chorimus, nehmen, diese Zeit mit zwei eigenen großen Konzerten „ausklingen" zu lassen. Beide Ensembles sind durch zahlreiche „Doppelmitgliedschaften", wie zum Beispiel singende Posaunisten, Sängerinnen am Saxophon, singende oder trompetende Dirigenten, miteinander verknüpft.

Gemischtes Publikum

Zum Auftakt dieses musikalischen Wochenendes im Juni spielte die Combo, eine Kammerbesetzung der Bigband, auf dem Mensavorplatz und verbreitete bei den zahlreich erschienenen Zuschauern mit Titeln wie Tea for Two und Mercy, Mercy, Mercy eine angenehm swingende Atmosphäre. Unterstützt wurde sie dabei vom Studentenrat, der sich um das leibliche Wohl aller Anwesenden kümmerte. Bemerkenswert bei Bigband-Konzerten ist jedes Mal, dass oft, trotz eindeutig vorherrschendem studentischem Publikum, Menschen aller Altersklassen anwesend und gleichermaßen begeistert sind. So wurde die sich anschließende volle Besetzung der Band unter der Leitung von Jan M. Braun bei Swingklassikern wie Mack the Knife, Straighten up and fly right, beide gesungen von Multitalent Andreas Mönk, oder Bluesstücken wie St. Louis Blues und Georgia on my Mind regelrecht gefeiert.

Klasse Solisten

Durch die drei musikalisch abwechslungsreich gestalteten Programmblöcke führte wie immer Stimmungskanone Kathrin Fehse, die den einen oder anderen Nichtswinger mit wichtigen Informationen zur Musik und deren Originalinterpreten versorgte. Besonders hervorzuheben sind die solistischen Leistungen der Altsaxophonistin Tatjana Ruhl, die dem Funkklassiker Chameleon oder dem besonders beeindruckenden Ulla in Africa eine besondere Klasse verlieh. Das gleiche gilt für Baritonsaxophonist Walter Kruse, der beim Filmklassiker Sing, Sing, Sing an der Klarinette brillierte, sowie für die gesamte Rhythmusgruppe, die durch die schon zu Kult avancierten Showeinlagen von Bassist Thomas Schönwälder noch verstärkt wurden. Die Stimmung war riesig, so dass sich das Publikum noch drei Zugaben, unter anderem Flashdance, erkämpfte bevor es die Band von der Bühne entließ.

Gleich am Tag darauf wollten zahlreiche Mitglieder und Zuschauer in der St. Petri-Kirche unter der Leitung von Trompeter und Sänger Andreas Mönk zum Lobe der Musik singen. „Cantamus ad Gloriam Musica" lautete somit das Motto des ersten eigenen Chorkonzertes seit dem Abschied vom langjährigen Chorleiter Christian Hoffmann. Entsprechend groß waren die Erwartungen. Das erste Stück Cantamus wurde eindrucksvoll vom Bläsersextett BBQ, dass zu einhundert Prozent aus Mitgliedern der Bigband besteht, begleitet und das später unter anderem noch einmal mit einem eindrucksvollen Medley der West Side Story zu hören war. Die circa fünfzig Sänger begeisterten danach mit viel Ausdruck und einer sauberen Intonation, was besonders beim Renaissanceklassiker April is in my mistress' face von Thomas Morley und A clare Benediction von John Rutter auffiel. Abwechslungsreich gestaltet wurden Stücke wie Dona Nobis durch Klavier- und Querflötenbegleitung sowie durch das Erlebnis eines „Nur"-Männerchores mit der Interpretation von Schuberts Die Nacht und eines stimmgewaltigen Frauenchores mit Tantum Ergo aus der Messe Basse von Fauré.

An alte Erfolge angeknüpft

Bereichert wurde das Konzert mit dem Auftritt des Kammerensembles, das besonders mit dem anspruchsvollen Funeral Ikos und dem zarten, aber ausdrucksstarken Hoch über der Stadt von Jürgen Golle eine großartige Leistung erbrachte.

Jahrelange Wegbegleiter des Chorimus konnten nach dem Konzert nicht umhin, den Sängern, und besonders dem neuen Leiter Andreas Mönk, ihre Hochachtung auszusprechen. Dieses Konzert wurde sehr gespannt, aber auch sehr kritisch erwartet und konnte durch eine gesangliche Qualität überzeugen, die an die alten Erfolge des Chores anknüpfen kann.

Dieses Wochenende war für das Musikinstitut und dessen Freunde ein gelungener Semesterabschluss, der einmal mehr gezeigt hat, was die unvermeidliche Schließung des Instituts für eine kulturelle Lücke hinterlassen wird.    Friederike Stock