Nach nur neun Semestern erfolgreich Studium Systemtechnik und Technische Kybernetik beendet

Quereinstieg ins Studium

Aus den Händen des Dekans der Fakultät für Verfahrens- und Systemtechnik, Prof. Dr. Andreas Seidel-Morgenstern, erhielt Sabine Haumann Ende des Sommersemesters ihr Diplomzeugnis. Die Diplom-Ingenieurin konnte nach nur neun Semestern als erste Absolventin das Studium im Studiengang Systemtechnik und Technische Kybernetik erfolgreich abschließen. Sie begann dieses Studium als Quereinsteigerin aus dem Bereich Sonderpädagogik mit einem halben Semester Verspätung, konnte diesen Rückstand durch intensives Arbeiten schnell aufholen und aufgrund ihres ausgeprägten Interesses und Engagements das Studium ein Semester vor Abschluss der Regelstudienzeit beenden.

In Italien geforscht

Sabine Haumann verknüpfte bereits in frühen Abschnitten des Studiums für sie interessante medizinische Fragestellungen mit den Möglichkeiten der Automatisierungstechnik, die einen Schwerpunkt des Studiengangs darstellt. Ihre Forschungsarbeiten befassten sich z. B. mit der funktionellen Elektrostimulation/Neuroprothesen auf dem Gebiet der Motorik. Die Experimente dazu konnte sie an einem Laufband durchführen. Konsequent verfolgte sie diese Verknüpfung mit der Medizintechnik bis hin zur Diplomarbeit, die sie in der international anerkannten Arbeitsgruppe von Prof. Fabio Previdi an der Universität Bergamo, Italien, anfertigte.

Der innovative und interdisziplinäre Studiengang Systemtechnik und Technische Kybernetik wird gemeinsam von den Fakultäten Verfahrens- und Systemtechnik sowie Elektrotechnik und Informationstechnik mit einer Regelstudienzeit von zehn Semestern angeboten. Durch eine enge Zusammenarbeit mit dem in Magdeburg ansässigen Max-Planck-Institut für Dynamik komplexer technischer Systeme werden die Ausbildungsmöglichkeiten im Rahmen des Studiengangs zusätzlich verbreitert. Neben der Medizin als Anwendungsfach – wie von Sabine Haumann gewählt – liegen weitere Anwendungsgebiete in der Verfahrens- und Elektrotechnik. Beispiele sind die Prozessführung von Chemieanlagen, die Regelung und Steuerung von Bioreaktoren, die Entwicklung von Verkehrsleittechnik oder von Fahrzeugsteuerungen.

Seit Anfang Juli 2005 arbeitet Sabine Haumann an ihrer Promotion, gefördert durch ein Graduiertenstipendium des Landes Sachsen-Anhalt. Im Mittelpunkt steht die Hilfe für Hörgeschädigte. Unter gemeinsamer Betreuung aus dem Bereich der Medizin und der Automatisierungstechnik soll für Träger von Cochlear Implants (elektronische Hörprothesen) die Signalverarbeitung unter besonderer Berücksichtung der Musikwahrnehmung verbessert werden.

Neben ihrem Studium war die Absolventin in zahlreichen Ehrenämtern tätig. So setzte sie sich als Vorsitzende des Fachschaftsrates und Mitglied des Fakultätsrates der Fakultät für Verfahrens- und Systemtechnik für die Interessen der Studierenden ein und arbeitete im Bereich der Kinderbetreuung des CVJM Magdeburg e. V. mit.   sgs