Weihnachtskonzert

Fünf musikalische Ensembles

Zu seinem traditionellen Weihnachtskonzert hatte das Institut für Musik (IMUS) Anfang Dezember 2004 in den Kuppelsaal des Hegelgymnasiums eingeladen. Es konnte trotz einiger interner Neuerungen problemlos an alte Erfolge anknüpfen. Kathrin Fehse, Studentin am Institut, führte souverän und freundlich durch das Programm, das durch insgesamt fünf musikalisch vielfältige Ensembles gestaltet wurde und somit über den Charakter eines gewöhnlichen Adventskonzerts hinausging. So bot bereits die Eingangsfanfare des Blechbläserquintetts BBQ des IMUS einen ganz besonderen Auftakt des Abends. Es folgte der erste Block des nunmehr seit fünf Jahren aktiven ChorIMUS, der seit Anfang dieses Semesters von Andreas Mönk, ebenfalls Student des Instituts, geleitet wird. Der Chor besteht zum Teil aus jahrelangen Mitgliedern, ist aber gleichzeitig von Semester zu Semester einer lebhaften Fluktuation unterworfen, die immer neue Herausforderungen an Leitung, Repertoire und natürlich Sänger stellt. So erklangen im ersten Block nach dem Kanon Come With Me My Love die bekannten Stücke Leise rieselt der Schnee und Winternacht im Satz von Andreas Mönk. Nach einer Sonata in g-moll begleitete das BBQ den Chor bei Joy To The World von Händel und schuf somit einen stimmungsvollen Höhepunkt des Konzerts.

Lieder am Klavier begleitet

Im Anschluss folgte der Auftritt des Brahms-Ensembles, das sich seit Beginn dieses Semesters unter Leitung und Mitwirkung von Christian Hoffmann und Studenten sowohl der künstlerischen Ausbildung als auch der Lehramts- und Magisterausbildung zu einem herausragenden Gesangsquartett mit versierter, stets vierhändiger Klavierbegleitung entwickelte. Es erklangen Stücke aus den Liebesliedern op.52 und auch aus den neuen Liebesliedern op.65. Besonders hervorzuheben ist die hervorragende Darbietung der Nr. 7 Vom Gebirge Well auf Well, die das Auditorium durch Stimmgewalt und Ausdruck ganz in seinen kraftvollen Bann zog und die der Nr. 8 Wenn so lind dein Auge mir, welche Sehnsucht und Eindringlichkeit ausstrahlte und die Homogenität des Ensembles voll zur Geltung brachte.

Mit einem ganz besonderem Satz des bekannten Weihnachtsliedes Still, still, still überraschte anschließend der Vokalkreis unter der Leitung von Lothar Hennig und stellte auch mit den folgenden Stücken Three Kings und Marias Wiegenlied klar, dass anspruchsvolle Chormusik nicht zwingend männliche Register benötigt.

Es schloss sich der zweite Block des ChorIMUS an, der einen kleinen Einblick in das von jeher vielfältige Repertoire des Ensembles gewährte. Bekannte Weihnachtslieder wie Tausend Sterne sind ein Dom und Quem Pastores Laudavere wurden intoniert, aber auch A Clare Benediction von John Rutter. Besonders gute Resonanz fand Es blüht der Winter im Geäst von Jürgen Golle und Maria, mit dem Andreas Mönk ein selbst vertontes Gedicht des Romantikdichters Novalis präsentierte.

Einen außergewöhnlich publikumswirksamen letzten Konzertblock gestaltete die Bigband des Instituts, die 2002 aus studentischer Initiative von Dirigent Jan Braun und Norman Grüneberg gegründet wurde. Umrahmt wurde der Auftritt von den weihnachtlichen Stücken Frosty The Snowman und Feliz Navidad, die jeweils durch aufwendige Improvisationsstrecken bereichert wurden. Echtes Showtalent bewies besonders die Rhythmusgruppe des Ensembles bei Rock Around The Clock; die Soli wurden jeweils mit vollem Körpereinsatz präsentiert, was beim Publikum begeisterten Jubel auslöste. Nach Ain't she sweet von Bob Lowden wurde es wieder besinnlich; Georgia on my mind beindruckte neben der sanften Instrumentierung vor allem durch den ausdrucksstarken Gesang Andreas Mönks.

Mit diesem Konzert, dass von Publikum und Mitwirkenden mit dem traditionellen Weihnachtslied Sind die Lichter angezündet sehr stimmungsvoll beendet wurde, stellten die einzelnen Ensembles einmal mehr klar, dass die Musikausbildung einen wichtigen kulturellen Bestandteil der Stadt Magdeburg ausmacht und auch auf akademischer Ebene unbedingt erhalten bleiben muss.

   Friederike Stock