IHK-Forschungspreis für „Magdeburger Alternative"

Zum Abbau von Arbeitslosigkeit

Für ihre Buchveröffentlichung Arbeit ist machbar – Die neue Beschäftigungsformel erhielten Prof. Dr. Joachim Weimann und Prof. Dr. Ronnie Schöb von der Fakultät für Wirtschaftswissenschaft Mitte November 2004 den Forschungspreis der Industrie- und Handelskammer Magdeburg.

In ihrer Arbeit (www.arbeitistmachbar.de) entwickelten die beiden Wissenschaftler ein Verfahren, mit dem ein wichtiger Beitrag zum Abbau der Massenarbeitslosigkeit, besonders im Bereich der Geringqualifizierten, geleistet werden kann. Prof. Joachim Weimann dankte im Namen seines Kollegen Ronnie Schöb sehr herzlich für die Auszeichnung, die für beide Ansporn sei, weiterzumachen, sagte der Preisträger. Prof. Schöb konnte an der Auszeichnung nicht teilnehmen, er stellte an der Universität Helsinki die „Magdeburger Alternative" vor.

Sozialversicherungsbeiträge

Das Modell der beiden Wirtschaftswissenschaftler, das deutschlandweit für Aufsehen sorgte und noch sorgt, habe im Wirtschaftsministerium des Landes Sachsen-Anhalt Bedenken hervorgerufen, sagte Joachim Weimann. Der Reformvorschlag sieht vor, die Unternehmen von der Abgabe der Sozialversicherungsbeiträge für neu eingestellte Arbeitslose oder Sozialhilfeempfänger im Niedriglohnbereich zu befreien. Damit könnten die Bruttolöhne um mehr als ein Drittel gesenkt werden ohne die Nettoeinkommen der Arbeitnehmer anzutasten, so der Wirtschaftswissenschaftler, und über 1,8 Millionen neue Arbeitsplätze könnten im Niedriglohnbereich geschaffen werden. Um die Verdrängung bestehender Arbeitsverhältnisse zu verhindern, soll die Subvention für Neueinstellungen nur in dem Umfang gewährt werden, in dem die Anzahl der Beschäftigten der untersten Lohngruppe über eine zu einem festgelegten Stichtag vorhandene Zahl von Beschäftigten in der untersten Lohngruppe hinausgeht. Außerdem erhält das Unternehmen neben der Subvention eines neuen Arbeitsplatzes zusätzlich die Erstattungen für einen bereits bestehenden Arbeitsplatz.

Forschungspreise erhielten weiterhin Daniel Simon von der Hochschule Magdeburg-Stendal für seine Diplomarbeit „Entwicklung und Erprobung eines adaptiven Steuerungskonzeptes für eine sensible Reibschweißmaschine" und Ivo Mock von der Fachhochschule Harz, der sich in seiner Diplomarbeit mit dem Thema „Validierung des Zenix-Messkonzepts für impedanzspektroskopische Applikationen" beschäftigte.

Mit dem IHK-Preis, werden wissenschaftliche Leistungen und anwendungsorientierte Arbeiten ausgezeichnet, die einen Beitrag zur künftigen Entwicklung der gewerblichen Wirtschaft leisten. Ziel ist es, herausragende technisch-technologische sowie betriebs- oder volkswirtschaftliche Untersuchungen und Konzepte zu prämieren, die Lösungsansätze für eine nachhaltige Wirtschaftsentwicklung aufzeigen. Der seit 2002 jährlich verliehen Preis ist mit 1500 Euro dotiert und soll richtungsweisende Arbeiten initiiern und fördern.   I.P./W.R.