Prof. Dr. Wolfram Neumann

Magdeburger des Jahres 2004

Ein „Goldenes V" konnte Prof. Dr. Wolfram Neumann, Leiter der Orthopädischen Universitätsklinik, Mitte Januar 2005 von der Feierstunde im Maritim-Hotel mit nach Hause nehmen. Schließlich war er mit großer Mehrheit zum Magdeburger des Jahres 2004 gewählt worden. Eine Auszeichnung der Volksstimme für Menschen, die sich um Magdeburg und das Gemeinwesen verdient gemacht haben.

In einer bewegenden Laudatio würdigte Volksstimme-Redakteurin Katja Tessnow den Preisträger als „einen exzellenten Arzt, der auch historische Schuld behandelt". Sie sprach von seinen Forschungen zum künstlichen Kniegelenk und von seinem selbstlosen Einsatz in der Aktion „Aktive Solidarität – Hilfe für ehemalige Zwangsarbeiter". Gemeinsam mit Kollegen hatte er die Initiative 2001 ins Leben gerufen. Gut einhundert Kliniken operieren inzwischen kranke und bedürftige Menschen kostenfrei, die als Zwangsarbeiter litten. Darauf ist Professor Neumann zu Recht sehr stolz. Hochbetagten Patienten wird auf diese Weise ein Stück Lebensqualität zurück gegeben. Katja Tessnow sprach von der Brücke von West nach Ost, an der Professor Neumann und seine Kollegen mit jeden versorgten Opfer von einst bauen. Die Schuld zu heilen oder der Geschichte den Zynismus zu nehmen, vermögen sie nicht, wissen die Orthopäden, doch sie machen weiter, versichert Professor Neumann.

Die Laudatorin erzählte aber auch von der Liebe Professor Neumanns zur Musik, zur Literatur und zu Inlineskatern. Er singt im Universitätschor und dem „Orthopädischen Quartett". 10000 Bände gaben Ute und Wolfram Neumann u.a. aus der Inselbücherei als Schenkung an die Universitätsbibliothek. Auf Inlineskatern rollt der Magdeburger des Jahres lieber durch den Stadtpark als zu golfen.

Und Katja Tessnow sprach von vielen Anrufen ehemaliger Patienten, die sich nach der Nominierung Wolfram Neumanns tief bewegt, oft sogar den Tränen nahe, dafür bedankten, dass er geehrt werden soll. Das habe sie beeindruckt.   Ines Perl