Zum 60. Geburtstag von Professor Helmut Tschöke

Dem Herz der Kraftfahrzeuge verschrieben

Kolbenmaschinen, genauer Kraftfahrzeugmotoren, haben den beruflichen Lebensweg von Prof. Dr.-Ing. Helmut Tschöke geprägt, der am 14. November 2005 seinen 60. Geburtstag gefeiert hat. Nach dem Studium des Maschinenbaus mit den Schwerpunkten Kraftfahrzeuge und Technische Mechanik an der Universität Stuttgart hat er seine wissenschaftliche Laufbahn zunächst im Forschungsinstitut für Kraftfahrwesen begonnen und im Institut für Verbrennungsmotoren und Kraftfahrwesen der Universität Stuttgart bis zur Promotion fortgesetzt. Langjährige einschlägige Industriepraxis erwarb er von 1981 bis 1995 bei der Robert Bosch GmbH, in der er Verantwortung als Entwicklungs- und als Fertigungsbereichsleiter in der Dieseleinspritztechnik übernahm.

Dekan und Institutsleiter

Trotz dieser viel versprechenden Industriekarriere nahm Prof. Tschöke 1995 den Ruf auf den Lehrstuhl für Kolbenmaschinen an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg an. Seit 1996 leitet er das Institut für Maschinenmesstechnik und Kolbenmaschinen. Er war Dekan der Fakultät für Maschinenbau und legte den Grundstein für deren Struktur, die gegenwärtig mit dem Konfigurieren neuer Institute reale Gestalt annimmt.

Schwerpunkte seiner Forschungstätigkeit auf dem weiten Gebiet der Otto- und Dieselmotoren sind u. a. Gemischbildung, Einspritzsysteme, alternative Kraftstoffe, Energiebilanzen, Abgasemissionen, Russpartikel und Motorakustik.

Was kennzeichnet die Qualität eines Professors in den Ingenieurwissenschaften? Zulauf zu seinen Lehrveranstaltungen, steigendes Drittmittelaufkommen, wachsende Zahl wissenschaftlicher Mitarbeiter, praxisbezogene Forschungsergebnisse und Publikationen sowie Promotionen als Grundlage für die Anerkennung in der wissenschaftlichen und industriellen Fachwelt. Dass Prof. Tschöke diese Grundlage in herausragender Weise geschaffen hat, kann hier nur mit knappen Stichwörtern belegt werden, die sein Engagement in der Fachwelt widerspiegeln: gewählter Gutachter der DFG und Mitglied des DFG-Fachkollegiats, Gutachter des Österreichischen Kraftfahrzeugnetzwerks, Vorstandsmitglied und Vorsitzender der Wissenschaftlichen Gesellschaft für Kraftfahrzeug- und Motorentechnik, Mitglied wissenschaftlicher Beiräte (u.a. Experimentelle Fabrik, MAHREG, Zeitschriften ATZ und MTZ), Geschäftsführer des WTZ Roßlau und Vorsitzender dessen Trägervereins, Kurator des Forschungsinstituts für Kraftfahrwesen und Fahrzeugmotoren Stuttgart.

Trotz der Fülle dieser Aufgaben hat Prof. Tschöke stets auch die Belange seiner Fakultät in besonderer Weise vertreten. Als Leiter des Arbeitskreises Studentenwerbung vermittelt Prof. Tschöke dem Nachwuchs die Vorzüge der Ingenieurtätigkeit, auf die er die Studenten nicht nur in seinen Fachvorlesungen, sondern auch mit der Ringvorlesung „Spielregeln für Beruf und Karriere" vorbereitet.

Gemeinsam mit Wirtschaft

Als Sprecher des für die Wirtschaft Sachsen-Anhalts wichtigen interdisziplinären Forschungsschwerpunktes „Automotive" sieht Prof. Tschöke im engeren Zusammenrücken der Ingenieurwissenschaften eine unverzichtbare Basis für Synergieeffekte bei gemeinsamen Projekten in der Universität und mit der Wirtschaft. Als Initiator und Koordinator der Aktionen „Professoren gehen in die Wirtschaft" und „Tag der Wirtschaft" hat er 1998 und 2000 mehr als 50 Professoren aus den unterschiedlichsten Fakultäten gewonnen und mit ihnen eine viel begangene Brücke zwischen Forschung und Praxis geschlagen.

Prof. Tschöke prägt sein Wirkungsfeld innerhalb und außerhalb der Universität, und er bringt es – wie ein moderner Kraftfahrzeugmotor – voran: zuverlässig, leistungsstark, ökonomisch, geräuscharm und schadstofffrei.    Prof. Dr. Karl-Heinrich Grote