1. Magdeburger Medienwochen

Kleine Filmemacher ganz groß

War das ein aufgeregtes Gewimmel und Getümmel im Hörsaal 3, als die Teilnehmer an den 1. Magdeburger Medienwochen ihre ganz persönliche „Videorolle" in Form einer DVD Ende Oktober 2005 in Empfang nahmen. Auf ihr sind 33 Kurzfilme zusammengetragen, die im Projekt „Wohnen und Leben – 12hundert Jahre in Magdeburg" von insgesamt über 200 Schülern erstellt wurden.

Die Idee, Kinder einen Film drehen zu lassen, entstand vor gut zwei Jahren, informierte der Projektleiter, Prof. Dr. Johannes Fromme, Lehrstuhl für Erziehungswissenschaftliche Medienforschung. Initiiert und organisiert hatte das Projekt der Lehrstuhl in Zusammenarbeit mit der Otto-von-Guericke-Gesellschaft e.V. Magdeburg. Unterstützung gab es dabei vom Audiovisuellen Medienzentrum der Universität. Gefördert wurde es u.a. durch die Kultur- und Filmförderung des Landes Sachsen-Anhalt, die Centum Aqua Marketing GmbH und das Büro 12Hundert der Stadt Magdeburg.

In 90 Sekunden

Konkret wurde das Vorhaben dann mit dem zwölfhundertjährigen Stadtjubiläum Magdeburgs. Schüler im Alter von 10 bis 15 Jahren sollten ihrer Sichtweise auf das Leben und Wohnen in der Stadt Magdeburg medial Ausdruck verleihen und einen Videoclip erstellen. Das Besondere daran, jede teilnehmende Schülergruppe hatte nur einen einzigen Produktionstag, die eigene Videoclipidee komplett zu realisieren.

Für einen Tag also waren die Kids Drehbuchautoren, Produzenten, Regisseure, Schauspieler, Kameramänner, Schnitt- oder Tontechniker. Eine spannende Aufgabe, die viele neue und außergewöhnliche 90-Sekunden-Sichtweisen auf die Stadt Magdeburg brachte. Mit Einfallsreichtum und viel Kreativität setzten die jungen Filmemacherteams ihre Konzepte um. Da gibt es Kurzkrimis, Umfragen, historische Betrachtungen zur Stadtgeschichte, zum Nachdenken Anregendes zur Stadtgestaltung oder Beobachtungen zur Zivilcourage. Und wie es sich für eine ordentliche DVD gehört, ist die mit reichlich Bonusmaterial „The making of Medienwochen – Hinter den Kulissen!" ergänzt.

Natürlich begleitete das Projekt auch ein Wettbewerb um den besten Clip. Der Jury gehörten alle Zuschauer der Premierenaufführung an. Die ersten drei Preise gewannen die Filme Findet Steve (1. Platz) vom A-Team, Integrierte Gesamtschule Regine Hildebrandt, Nicht glotzen, helfen! (2. Platz) von Die 12 Zivis, Norbertusgymnasium, und Bau – aktiv (3. Platz) von seventy cent, IGS Regine Hildebrandt.

Die Studierenden, die dieses Projekt mit Tatendrang und viel Engagement unterstützt und begleitet haben kommen aus den verschiedensten Studienrichtungen: Medienbildung – Visuelle Kultur und Kommunikation, Computervisualistik und Magisterstudiengang Erziehungswissenschaft mit dem Schwerpunkt Medienpädagogik. Eine gute Mischung verschiedenster Erfahrungen, Vorlieben und Interessen.

Medien seien bildend, unterstrich der Rektor Professor Klaus Erich Pollmann, wenn sie kritisch genutzt und betrachtet würden. Das könne am besten jemand, der selbst an der Mediengestaltung mitgewirkt habe. Die Magdeburger Schüler hatten Gelegenheit dazu in diesem Projekt.

Alle Beteiligten hoffen, dass den 1. Magdeburger Medienwochen weitere folgen werden.

   Ines Perl