Herbstkurs für Schülerinnen, die an technischen und naturwissenschaftlichen Studiengägen interessiert sind

Wichtig ist es, immer wieder zu fragen

Neugierige Schülerinnen, die Lust zum Experimentieren, Ausprobieren und Konstruieren hatten waren Mitte Oktober 2005 zum Herbstkurs für Schülerinnen, die sich für technische und naturwissenschaftliche Studienrichtungen interessieren, an der Universität zu Gast. Ulrike Lautenschläger vom Allertal-Gymnasium Eilsleben war eine der Teilnehmerinnen. Sie hat mal einiges aus ihrer Sicht Wichtige und Erwähnenswerte zum Herbstkurs aufgeschrieben.

Die gesamten Ferien opfern, um an einer Universität zu studieren? Wer macht denn so was? Dass es Neugierige gibt, die in ihrer Freizeit einmal den Alltag eines Studenten kennen lernen wollen, bewiesen 34 Mädchen insbesondere aus Sachsen-Anhalt, aber auch aus anderen Bundesländern. Die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg hatte zum inzwischen achten Mal zum Herbstkurs für Schülerinnen eingeladen. Den Anstoß dafür, einen solchen Herbstkurs nur für Schülerinnen durchzuführen, gab vor acht Jahren das Kultusministerium des Landes.

In den Herbstferien

Eine Woche lang hatten die Mädchen der Klassenstufen 11 bis 13 in der Landeshauptstadt die Möglichkeit, das Leben an der Universität hautnah mitzuerleben. Der Herbstkurs richtete sich an Schülerinnen, die sich für Natur- und Ingenieurwissenschaften interessieren. Sechs der insgesamt neun Fakultäten der Hochschule beteiligten sich an dem Programm. In den Bereichen Maschinenbau, Verfahrens- und Systemtechnik, Elektrotechnik und Informationstechnik, Informatik, Mathematik sowie Naturwissenschaften konnten die Mädchen hineinschnuppern, zuschauen, mitmachen und nachhaken. „Das Wichtigste ist es zu fragen", ermutigte Dr. Petra Kabisch vom Dezernat für Studienangelegenheiten, die den Kurs mitorganisierte, die Mädchen. „Fragen stellen und Neues ausprobieren ist vielleicht unter Mädchen etwas einfacher", so Dr. Petra Kabisch.

Die angeblichen Männerdomänen der Technik wurden aber auch von Männern vorgestellt, die das Anliegen des Herbstkurses unterstützen. Einige Studenten führten die Schülerinnen über den Campus, beantworteten Fragen zum Alltag an der Universität. Jede Teilnehmerin suchte sich jeweils zwei Fakultäten aus, über die sie genauer Bescheid wissen wollte. In unterschiedlichsten Vorlesungen, Übungen oder Praktika sammelte sie dann Erfahrungen in diesem Bereich. Die Möglichkeiten, einen Einblick zu gewinnen, waren äußerst vielfältig. Auch Vorlesungen in englischer Sprache konnten besucht werden. Einsicht in die Praxis boten außerdem das Max-Planck-Institut für Dynamik komplexer technischer Systeme Magdeburg und die Experimentelle Fabrik, die sich direkt in Campusnähe befinden.

Entscheidungshilfe

Während sich auf der einen Seite vielleicht herausstellte, dass ein Gebiet doch nicht ganz das Richtige war, prägten sich andererseits schon konkrete Wünsche für das Studium. „Ich wurde in meinem Wunsch bestärkt, Maschinenbau oder Elektrotechnik zu studieren. Welche Richtung es genau wird, können vielleicht weitere Angebote der Universität klären", so die 18-jährige Peggy Silberbach aus Naumburg.

Die Schülerinnen, die nicht direkt aus Magdeburg oder der Umgebung stammten, waren in der Kurswoche in der Jugendherberge untergebracht. Einige Mädchen reisten sogar aus der Nähe von Bremen oder aus Dresden an, um sich den Herbstkurs nicht entgehen zu lassen.

Das interessante, aber auch anstrengende Programm wurde durch kulturelle Angebote ergänzt. Eine Stadtführung und ein Besuch des Jahrtausendturms im Elbauenpark sorgten für Abwechslung. Einen weiteren Höhepunkt des Herbstkurses stellte die Podiumsdiskussion „Frauen in der Berufspraxis" dar. Vier Frauen berichteten von ihrem Studium, ihren Erfahrungen und Problemen im Berufsleben. Auch hier scheuten sich die Gymnasiastinnen nicht, nachzufragen, um die Vielfalt der möglichen Wege aufzudecken.

Organisatorin Dr. Petra Kabisch, ihre Kolleginnen und Kollegen der verschiedenen Fakultäten gingen wie die Mädchen mit einem „guten Gefühl" nach Hause. Die einen waren zufrieden, weil alles so gut klappte und eine gute Mischung aus Anleitung, Zugucken und Ausprobieren gegeben werden konnte. Die Mädchen sind nach der spannenden Woche in Magdeburg um viele Bekanntschaften, Erkenntnisse und Ideen reicher, welche bei der Wahl des Studiums sicher hilfreich sein werden. Eventuell werden sich einige Teilnehmerinnen bei einem Studium an der Otto-von-Guericke-Universität wiedersehen.