Tag der offenen Tür in der Fußambulanz

Zeigt her eure Füße

Die Fußgesundheit stand im Mittelpunkt des diesjährigen „Welt-Diabetes-Tages" Mitte November 2005. Mit einem „Tag der offenen Tür" beteiligte sich die Fußambulanz der Klinik für Endokrinologie und Stoffwechselkrankheiten an dieser Initiative. Im Jahr 2003 wurden nach Angaben der „Ärzte-Zeitung" (9. 11. 2005) in Deutschland 61 000 Amputationen bei 45 000 Diabetikern registriert. Nach Einschätzung von Experten könnte durch eine Optimierung der Blutzuckereinstellung, Patientenschulungen sowie ein verbessertes interdisziplinäres Fußmanagement allerdings eine Vielzahl dieser Amputationen vermieden werden.

Hohes Amputationsrisiko

Eine Folge der häufig mit der Zuckerkrankheit einhergehenden Veränderungen des peripheren Nervensystems (Polyneuropathie) kann z.B. eine fortschreitende Gefühlsstörung, wie Missempfindungen (kribbeln, Ameisenlaufen) oder herabgesetzte Schmerz- und Temperaturwahrnehmung, sein, die vor allem die Füße betrifft. Die Betroffenen nehmen deshalb Verletzungen ihrer Füße nicht mehr ausreichend wahr. Es kommt nach einer Bagatellverletzung, die durch eine Blase durch zu enge Schuhe verursacht sein kann, zu schlecht heilenden Geschwüren, die mit tiefen Gewebeinfektionen einhergehen und zur Gliedmaßenamputation führen können. Dies wird als diabetisches Fußsyndrom bezeichnet. Bis zu 30 Prozent aller Diabetiker müssen infolge fehlenden Schmerzempfindens bei diabetischer Polyneuropathie einerseits und Durchblutungsstörungen andererseits mit Fußläsionen (Geschwüren) rechnen. Das Amputationsrisiko des Diabetikers ist 15-fach höher, verglichen mit stoffwechselgesunden Menschen.

Ärzte und Pflegemitarbeiter der Fußambulanz der Magdeburger Universitätsklinik boten beim „Welt-Diabetes-Tag 2005" zahlreiche Informationen, Fachvorträge und Einzelgespräche rund um den diabetischen Fuß an. Auch Messungen des Fußdrucks und der Nervenfunktion waren möglich. Eine Industrieausstellung und Tipps zur richtigen Fußpflege und der richtigen Schuhauswahl ergänzten das Programm.

Als erste akkreditiert

Als erste Einrichtung wurde die Fußambulanz in Sachsen-Anhalt als „Fußbehandlungseinrichtung" von der Deutschen Diabetesgesellschaft e.V. (DDG) im vergangenen Jahr akkreditiert. Die Spezialambulanz, die 1996 von Dr. Ralf Lobmann etabliert wurde, bietet eine integrierte Patientenbetreuung mit diabetologischen und angiologisch-gefäßchirurgischen Behandlungsvorschlägen an. Es erfolgen eine Gefäß- und Nervendiagnostik und eine regelmäßige ambulante Versorgung geeigneter chronischer Wunden. Sollte eine stationäre Behandlung erforderlich sein, wird die internistische oder chirurgische Weiterbetreuung in der Klinik angeboten. Besondere Aufmerksamkeit wird zur Vorbeugung von Fußverletzungen der Beratung gewidmet.    K.S.