Wettbewerb um die besten unternehmerischen Gesamtkonzepte

Internetzugang, Onlinemusik und Ideenfabrik

Zum Abschluss der zweiten Phase des Buesinessplan-Wettberwerbs wurden Ende Oktober 2005 die fünf besten „Kleinen Businesspläne" prämiert. Über 80 Pläne waren eingereicht woden. Fünf Gründerteams erhielten jeweils 2 000 Euro für ihre Geschäftskonzepte. Unter ihnen auch das Team „Solo DSL", das seine Wurzeln in der Fakultät für Informatik hat.

Schneller Zugang

Das Projekt „Solo DSL" von Norman Gödecke und Sebastian Scholz beschäftigt sich mit dem Zugang zum Medium Internet. In vielen ländlichen Regionen gibt es keine Möglichkeit des Internetzugangs über eine zeit- und volumenunabhängige Lösung. Auch breitbandige Internetzugänge für große Übertragungsmengen sind hier nicht verfügbar. Die Bewohner solcher Regionen sind auf die viel langsameren analogen und kostenintensiven Modem- oder digitalen ISDN-Zugänge, die nach Onlinezeit abgerechnet werden, angewiesen. Für eine zeitgemäße Nutzung des Internets ist ein breitbandiger Zugang notwendig, der auch in vielen städtischen Regionen nicht angeboten wird. Grade in den neuen Bundesländern wurden vielfach Glasfasernetze aufgebaut, über die, nur mit sehr hohem Aufwand verbunden, vereinzelt DSL-ähnliche Produkte angeboten werden. Solo-DSL hat es sich zum Ziel gesetzt, den von dieser Situation betroffenen Menschen einen adäquaten Zugang zum Internet anzubieten. Realisiert wird dies durch ein eigens entwickeltes verteiltes System von drahtlosen Verteilerstationen, über die sowohl weniger dicht besiedelte Gebiete als auch städtische Gebiete mit einem breitbandigen Internetanschluss versorgt werden können. Um daraus ein tragfähiges Geschäftskonzept entwickeln zu können, werden im Rahmen des Businessplanwettbewerbs des Landes Sachsen-Anhalt betriebswirtschaftliche Fragestellungen gelöst. Ziel ist es, einen Businessplan zu erstellen, der mögliche Geldgeber überzeugt.

Businessplan

Mit dem Ziel, potenzielle Existenzgründer auf den Weg in die Selbstständigkeit zu begleiten, startete das Land Sachsen-Anhalt im Frühjahr 2005 den Businessplanwettbewerb (www.bpw-sachsen-anhalt.de/). Er läuft in drei Phasen und unterstützt die Teilnehmer bei der Erstellung eines Businessplans, also eines unternehmerischen Gesamtkonzeptes. Der Wettbewerb ist ein Projekt im Rahmen der ego.-Existenzgründungsoffensive und wird aus Mitteln des Landes Sachsen-Anhalt und der Europäischen Union gefördert. Die Prämiengelder wurden von der Investitionsbank Sachsen-Anhalt und Microsoft Deuschland GmbH zur Verfügung gestellt.

Zu den Siegern der ersten Phase gehörten zwei weitere Teams, die aus der Informatikfakultät hervorgingen.

Das Team „incubatiQ" hatte das Projekt „MusiCom" eingereicht. Mit einer Idee zur Steigerung der Kundenbindung für Onlinemusikportale werden mit verschiedenen Maßnahmen, sowohl virtuell als auch im realen Leben, Bezugspunkte für den Privatnutzer geschaffen. Dies erzeugt eine bessere Kommunikation zwischen Anbieter und Kunden und unterstützt den Markt des Internetmusikhandels in seinem Wachstum. Des Weiteren werden Sicherung und Zugewinn von Marktanteilen gefördert.

Die incubatiQ GbR wurde von Dave Gööck, Michael Kühle und André Stadelmaier gegründet. Der Unternehmenszweck besteht in der Entwicklung und Umsetzung von Geschäftsideen. Diese stammen sowohl aus eigener Quelle als auch aus Aufträgen oder der Zusammenarbeit mit Unternehmen und Privatpersonen. Hierbei werden durch die Zusammenführung unterschiedlicher Qualifikationen und die Nutzung eines umfangreichen Netzwerkes, vor allem solche Projekte ermöglicht, die außerhalb eines normalen Geschäftsbetriebes interdisziplinäre Kenntnisse und Ressourcen erfordern.

Die Zephram-Ideenfabrik entwickelt neue Ideen für ihre Kunden. Diese Ideen können unabhängig von der Themenstellung und Branche schnell, zuverlässig und in beliebiger Anzahl produziert werden. Es werden sowohl etablierte als auch selbst entwickelte Ideenentwicklungstechniken eingesetzt, die jeweils auf die Aufgabe zugeschnitten sind. Aber auch internetbasierte Software-Werkzeuge wurden entwickelt, bei denen eine große Anzahl von Ideengebern innovative Ideen online produzieren kann. So erhält der Kunde der Ideenfabrik innerhalb weniger Stunden hunderte von Anregungen zur Lösung seiner Aufgabe.

Ausgründung

Die Ideenfabrik ist ein Projekt von Jana Görs, René Chelvier und Graham Horton an der Fakultät für Informatik der Magdeburger Universität. Dort werden die Techniken und Software-Werkzeuge entwickelt und die Studierenden in der professionellen Ideenfindung ausgebildet. Schon jetzt werden Ideen für die unterschiedlichsten Auftraggeber in der Zephram-Ideenfabrik produziert. Gegenwärtig wird eine Ausgründung vorbereitet.

   PM/Ines Perl