Studiengebühren

Das Ja

Immer wieder werden wir gefragt, wie wir uns als Studenten für Studiengebühren aussprechen können. Zunächst ist zu sagen, dass unser „Ja" zu Studiengebühren an enge Bedingungen geknüpft ist. Das wichtigste ist, dass weiterhin ein elternunabhängiges Studium garantiert werden kann, damit niemand auf Grund seines finanziellen Hintergrundes vom Studium ausgeschlossen wird. Dies wollen wir mit nachgelagerten Gebühren erreichen, die durch einen Kredit vorfinanziert und dann nach dem Studium einkommensabhängig zurückgezahlt werden.

Außerdem wollen wir, dass die Fakultäten die Höhe der Studiengebühren für jeden Studiengang einzeln festlegen. Die Fakultäten stehen nach der Einführung in einem bundesweiten Wettbewerb zueinander und werden daher konkurrenzfähige Angebote machen. Eine weitere Bedingung ist, dass die Landeszuweisungen (zum Beispiel durch einen Staatsvertrag) festgeschrieben werden, damit das Geld in voller Höhe den Hochschulen zur Verfügung steht.

Als Ziel von Studiengebühren sehen wir eine erhebliche Verbesserung der Studienbedingungen an unserer Universität, zum Beispiel eine Verlängerung der Bibliotheksöffnungszeiten, mehr Tutorenprogramme und eine Erweiterung der Spezialisierungsangebote an den einzelnen Fakultäten.

Wir hoffen, dass wir durch ein offenes Auftreten Einfluss nehmen können und unsere Kriterien die Kriterien sein werden, die an ein kommendes Modell angelegt werden.

Mehr über Bedingungen und Ziele gibt's auf www.ja-zu-studiengebuehren.de.

   Juliane Pilster, René Hinkfoth

Das Nein

Sieben Studenten der Otto-von-Guericke-Universität gründeten im Februar 2005 die Initiative „NEIN zu Studiengebühren!". Derzeit zählt die von Marten Grimke, Andreas Gruhn (JUSO HSG), Max Brates, Anna Haase (GHG), Daniel Ensberg und Mareen Eisenblätter (Universell) sowie Stadtrat Sören Herbst (GHG) ins Leben gerufene studentische Initiative über 1000 Mitglieder.

„NEIN zu Studiengebühren!" vertritt die Meinung, dass Studiengebühren ein aktuelles Thema sind, zu dem sich jeder Student informieren muss, um sich eine eigene Meinung bilden zu können. Die Initiative versteht sich als ein Anlaufpunkt für Studenten und Schüler. Der Kerninhalt der Initiative sind 25 Thesen, die schon im Februar in einem symbolischen Akt an das Kultusministerium genagelt wurden und auf der Homepage www.nein-zu-studiengebuehren.de nachzulesen sind.

Ein Hauptanliegen der Initiative ist, dass das Studium jedem jungen Menschen „unabhängig von der finanziellen Situation im Elternhaus" offen stehen muss. Die Initiatoren vertreten die Meinung, dass Studiengebühren besonders die Studenten treffen werden, die ihr Studium selbst finanzieren müssen. Zudem wird eine abschreckende Wirkung für angehende Studenten prognostiziert. „Die derzeitig besprochenen Modelle zum Thema Studiengebühren sind längst nicht ausgereift. Völlig unklar sind auch die Verwendung der Gelder und die Auswirkungen auf die Zuwendungen seitens des Landes", so Sören Herbst.

Anna Haase betont: „Wir werden nicht still stehen und abwarten. Dass Studiengebühren sowieso kommen werden, ist für uns kein Argument. Wir hätten schon längst Studiengebühren, wenn es nicht immer engagierte Studenten gegeben hätte, die sich zu Wort melden."  

PM/NzSTG