Zum 12. Mal deutsch-polnischer High Voltage Workshop

Spreewald unter Hochspannung

Mehr als 60 Teilnehmer nahmen am diesjährigen Workshop on High Voltage Ende September 2004 in Lübbenau (Spreewald) teil. Bereits seit 24 Jahren wird dieses wissenschaftliche deutsch-polnische Diskussionsforum abwechselnd alle zwei Jahre in Polen oder Deutschland durchgeführt. Eines der Gründungsmitglieder des Workshops, Prof. Dr. Jaroslaw Juchniewicz von der TU Wroclaw, war, wie bei allen Veranstaltungen zuvor, auch 2004 wieder anwesend und repräsentierte die lange Tradition des Workshops. Die beteiligten Universitäten waren traditionsgemäß aus Polen die TU Wroclaw und die TU Poznan und aus Deutschland die Universitäten Stuttgart und München, die Brandenburgische Technische Universität Cottbus und die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg. Als Gäste waren auch Mitarbeiter der University Cardiff nach Lübbenau angereist. Die wissenschaftliche Planung und Organisation des diesjährigen Treffens lagen in den Händen der Magdeburger Universität (Prof. Dr. Zbigniew Styczynski) und der BTU Cottbus (Prof. Dr. Harald Schwarz).

Neue Forschungsergebnisse

Ziel des Treffens war die Darstellung und die Diskussion neuester Forschungsergebnisse – von Assistenten auf Englisch vorgetragen – aus dem vielfältigen Gebiet der Hochspannungstechnik inklusive der elektrischen Energiesysteme. Neben Vorträgen zu Teilentladungsmessung und dielektrischer Diagnose sind Fachvorträge aus den Bereichen Grundlagen der elektrischen Energiesysteme, Isolationsverhalten von Hochspannungsisolatoren und Transformatoren sowie neueste Messmethoden vorgestellt worden.

Herberge und Tagungsort des fünftägigen Workshops zugleich war das Qualifizierungszentrum der Vattenfall Europe AG (eines der vier größten Energieversorgungsunternehmen in Deutschland) in Lübbenau. Prof. Styczynski eröffnete den Workshop. Dann hatten die Teilnehmer Gelegenheit, im Rahmen von sieben wissenschaftlichen Sessions insgesamt 39 Vorträge vorzustellen. Eine lebendige Diskussion hat die sehr gut vorbereiteten Vorträge begleitet. Die Thematik reichte von Teilentladung über die Diagnose der Betriebsmittel bis zu Problemen der Signalverarbeitung und des elektrischen Verteilungsnetzes. Die Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik unserer Universität war mit drei Vorträgen zum Thema Brennstoffzelle, Multimedia und Netzschutz vertreten.

Mit Exkursionen

Neben der wissenschaftlichen Arbeit ist der Workshop von einem abwechslungsreichen Rahmenprogramm aufgelockert worden. Zur Entspannung von der Diskussion ist das traditionelle Tennisdoppelmatch zwischen dem Doppel aus Polen und Deutschland durchgeführt worden. Der polnischen Gruppe wurde als Andenken ein an der Guericke-Universität gefertigter Pokal überreicht. Selbstverständlich stand eine Kahnfahrt durch den reizvollen Spreewald zum Dörfchen Lehde auf dem Programm. Dieses einzigartige Spreewalddorf ist ausschließlich mit dem Kahn zu erreichen. Selbst die Müllabfuhr und die Post sind auf dieses ungewöhnliche Transportmittel angewiesen. Auf den Spuren historischer Energieerzeugung wurde eine Exkursion zum Tagebaumuseum
Lichterfeld mit Besichtigung der Braunkohleförderbrücke F60 angeboten. Die 500 Meter lange und 80 Meter hohe Förderanlage beeindruckte vor allem durch ihre gigantischen Ausmaße.

Neben guten Anregungen für die eigene wissenschaftliche Arbeit sind während des Workshops viele Kontakte unter den Teilnehmern geknüpft worden, so dass am Ende mehr als nur Spreewaldgurken von den Teilnehmern mitgenommen wurden.

   Jens Haubrock