Seminargruppentreffen

Alle noch die „Alten"

Nach 30 Jahren trafen wir, die Angehörigen der ehemaligen Seminargruppe 7-1-70, uns das erste Mal wieder an den Stätten, die uns vier Jahre lang auf unsere spätere Berufstätigkeit vorbereitet hatten. Für Uneingeweihte bedeutet die Seminargruppenbezeichnung: 7 – Sektion 7, Dieselmotoren, Pumpen und Verdichter (heute das Institut für Maschinenmesstechnik und Kolbenmaschinen); 1 – Seminargruppe 1, von dreien; 70 – Matrikel 1970 an der damaligen Technischen Hochschule „Otto von Guericke".

Immer zusammen

Die Initiative und Vorbereitung zum Treffen erforderte fast kriminalistische Ermittlungsarbeit; waren doch die Angehörigen der Gruppe, noch 17 an der Zahl, inzwischen über ganz Deutschland verteilt. Das Ergebnis: Außer zwei Entschuldigten trafen sich Anfang Oktober 2004 fünfzehn erwartungsvolle ältere Herren um die 53 Jahre im Intercity-Hotel Magdeburg. Bei ganz Wenigen war ein zweiter Blick nötig. An der Stimme aber erkannten sich dann alle wieder. Auch waren charakterlich alle noch die „Alten", und die Wiedersehensfreude sorgte sofort für lebhafte Unterhaltung. Diese Einschätzung verlangt nach einer Erklärung: Wir waren damals als Seminargruppe stets zusammen in Vorlesungen und Seminaren (zumindest die meiste Zeit!), wohnten zusammen auf einem Flur im Wohnheim, jeweils zu dritt in einem Zimmer, halfen uns gegenseitig und feierten miteinander. Jeder kannte die „Macken" des anderen und somit gab es auch heute überhaupt keine Berührungsprobleme.

Campus war wieder vertraut

Der Weg zur heutigen Uni dauerte eine ganze Weile, mussten doch alle baulichen Veränderungen eingehend betrachtet und kommentiert werden. Der alte Campus selbst war, bis auf das neue Gebäude 09, allen sofort wieder vertraut. Im alten Institutsgebäude erwartete uns dann schon unser ehemaliger Kommilitone, der jetzt dort tätige Dr. Lothar Schulze, und führte uns nach einleitenden Bemerkungen zu den Unterschieden im Studium zwischen einst und jetzt durch das Institut.

Im Anschluss nahm uns Dr. Rosemarie Behnert vom Absolventenverein der Universität in Empfang und führte uns durch die neugestalteten und völlig neugebauten Einrichtungen der Uni, wobei natürlich die Bibliothek das beeindruckendste Gebäude ist. Erschüttert standen wir dann vor unserem ehemaligen Wohnheim 10, das in einem erbärmlichen Zustand ist und dachten an die schönen, aber auch harten Zeiten, die wir darin verbracht hatten. Für die Entwicklung sozialer Beziehungen und zur Schonung des Geldbeutels, wäre es für viele Studenten sicher vorteilhafter, in einem der Uni nahen Wohnheim zu wohnen.

Leider konnten wir auf dem Rückweg nur noch eine unserer alten „Stammkneipen", die „Bötelstube", heimsuchen, bevor wir uns dann am Abend in altgewohnter geselliger Runde zusammensetzten, über unsere bisherigen beruflichen und persönlichen Werdegänge berichteten und dann später in alten gemeinsamen Erinnerungen schwelgten.

Zum Wasserstraßenkreuz

Am zweiten Tag des Treffens ging es dann mit einem Bus der MVB, persönlich chauffiert vom Pressesprecher der MVB, Vorsitzenden des Absolventenvereins der Universität und ehemaligen Kommilitonen (allerdings ein Matrikel nach uns), Bernd Schubert, quer durch die Stadt zu fast allem, was die Stadt seit damals neu hervorgebracht hat und was heute das Stadtbild mitprägt. Im Anschluss daran konnten wir auf Einladung des Absolventenvereins an einer Dampferfahrt über das Wasserstraßenkreuz Magdeburg teilnehmen, was ein in Vorbereitung des Treffens vielgeäußerter Wunsch war.

Anschließend konnten wir noch zum Abendessen einige Zeit mit den Mitgliedern des Absolventenvereines zusammensitzen und uns dann beeindruckt und in den Erwartungen befriedigt auf den Heimweg machen.

Unser besonderer Dank für dieses gelungene Treffen gilt noch einmal dem „Verein der Absolventinnen und Absolventen der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg" ohne dessen organisatorische, materielle und personelle Unterstützung diese Eindrücke hätten nicht gewonnen werden können und ohne dessen Verbindungen vieles teurer und zeitgerecht gar nicht machbar gewesen wäre. Hervorheben möchten wir dabei besonders die Unterstützung durch Dr. Behnert und Bernd Schubert, die uns darüber hinaus noch bereitwillig und sachkundig Fragen zur Universität und zur Stadtentwicklung beantworteten.

Alles in Allem – sehr gelungen und weiter zu empfehlen! H. Günter Neum