Matthias Puhle zum Honorarprofessor bestellt

Das Museum und die Universität

Im Beisein zahlreicher Gäste wurde Dr. Matthias Puhle, Direktor des Kulturhistorischen Museums Magdeburg, im Kaiser-Otto-Saal des Museums in den Stand eines Honorarprofessors für Stadtgeschichte und Geschichtskultur an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg erhoben. Mit dieser Ernennung wurden die fachwissenschaftlichen Kompetenzen und hervorragenden Leistungen in der akademischen Lehre von Matthias Puhle gewürdigt. Gleichzeitig fand die jahrelange erfolgreiche Zusammenarbeit des Kulturhistorischen Museums mit der Magdeburger Universität ihre Anerkennung. Besonders das Institut für Geschichte (IGES) kann auf eine fruchtbare Kooperation mit Dr. Puhle und dem Museum zurückblicken. Seit 1994 nimmt der Direktor Lehraufträge am Institut wahr. Im Sommersemester 2003 erhielt er auch einen Lehrauftrag an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Gemeinsam mit dem IGES sind verschiedene wissenschaftliche Projekte, wie z.B. die Ausstellung im vergangenen Jahr 50 Jahre Hochschulstandort – 10 Jahre Otto-von-Guericke-Universität realisiert worden.

Weil Dr. Puhle lange Erfahrungen auf dem Gebiet der Museumsarbeit, Ausstellungskonzeption und -organisation besitzt, ist er prädestiniert, praxisorientierte Elemente in die wissenschaftliche Ausbildung von jungen Historikern einzubringen und ihnen somit die Erweiterung ihrer Berufsqualifikation zu ermöglichen, wofür ihn die Geschichtsstudenten sehr schätzen.

Bei der festlichen Veranstaltung, Ende September dieses Jahres, wurden alle Anwesenden zunächst vom Rektor der Universität, Prof. Dr. Klaus Erich Pollmann, begrüßt. Er unterstrich die Bedeutung dieser Honorarprofessur insbesondere für die Fakultät für Geistes-, Sozial- und Erziehungswissenschaften, da die Geisteswissenschaften seit längerem unter dem öffentlichen Druck der Legitimation stünden und solch ein Ereignis verdeutliche, wie vielfältig und wichtig dieser Wissenschaftszweig sei. Auch der Kultusminister Sachsen-Anhalts, Prof. Dr. Jan-Hendrik Olbertz, lobte, dass sich durch diese Honorarprofessur die Attraktivität des Studiengangs Geschichte erhöhe, das Lehrangebot erweitere und die Studenten so einen Einblick in die Arbeit von Experten bekämen. Der Oberbürgermeister Magdeburgs, Dr. Lutz Trümper, bezeichnete den Museumsdirektor als „Glücksfall für Magdeburg", da dieser das Magdeburger Museum u.a. mit der 2001 äußerst erfolgreichen Ausstellung Otto der Große, Magdeburg und Europa in den Fokus der deutschen und internationalen Mittelalterforschung brachte. In der Laudatio auf Matthias Puhle stellte dessen langjähriger Kollege Prof. Dr. Bernd Schneidmüller von der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg den wissenschaftlichen Werdegang des Museumsdirektors vor und verwies darauf, dass durch dessen hervorragende Arbeit die Magdeburger Ausstellungskompetenz nunmehr weltweit akzeptiert ist, und dass die für 2005 zum 1200-jährigen Jubiläum der Stadt Magdeburg vorgesehene Großausstellung Magdeburg 1200: Mittelalterliche Metropole, Preußische Festung, Landeshauptstadt – Die Stadtgeschichte von 805 bis 2005 wieder ein großer Triumph sein wird. Zum Abschluss der Veranstaltung bedankte sich der „frischgebackene" Honorarprofessor Matthias Puhle mit einem Vortrag zum Thema Geschichte im Museum für seine Ernennung. Darin betonte er die zukünftigen Aufgaben der Historiker in Deutschland, Europa und der Welt, weiterhin propagierte er ein gesundes Verhältnis der Deutschen zu ihrer Geschichte, und er mahnte die Verantwortung der Museen, der Desinformation über die Geschichte entgegenzuwirken. Auch Dr. Puhle pflichtete seinen Vorrednern bei, dass mit solchen Kooperationen auf dem Gebiet der Geisteswissenschaften den Nutzenfetischisten in unserer Gesellschaft der Wind aus den Segeln genommen werden kann.   ib