Das Kultusministerium zur Neuordnung der Hochschullandschaft

Planungsanstöße

In die angestrebten Änderungen der Hochschulstrukturen des Landes werden insbesondere und vorrangig folgende Fachgebiete einbezogen:

•Die Lehrerbildung ist (mit Ausnahme des Lehramts an berufsbildendenden Schulen) an der MartinLuther-Universität Halle-Wittenberg in Halle zu konzentrieren. In Magdeburg soll nach Chemnitzer Vorbild eine neue geisteswissenschaftliche Fakultät entstehen, die als Reflexionsinstanz mit technikaffinen Geistes- und Sozialwissenschaften die technischen und medizinischen Disziplinen begleitet, hierfür eigene Magisterstudiengänge konzipiert und einen Teil der Zweitfächer sowie die erziehungswissenschaftliche Ausbildung für das Lehramt an berufsbildenden Schulen übernimmt. Die Magdeburger Universität stärkt damit ihr Profil als Technische Universität.

•Die universitären Ingenieurwissenschaften als profilbestimmender Schwerpunkt der Otto-von-Guericke-Universität werden künftig nur noch in Magdeburg vertreten sein. Die für die Bio- und Materialwissenschaften in Halle erforderlichen ingenieurwissenschaftlichen Arbeitsgebiete werden in die entsprechenden Fachbereiche integriert.

•Die Angebote der Ingenieurwissenschaften einschließlich der Elektrotechnik an den Fachhochschulen sind hochschulübergreifend abzustimmen, um unter Beachtung unabdingbarer Regionalbezüge komplementäre Strukturen zu stärken und Mehrfachangebote zu vermeiden.

•Die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und die Hochschule Anhalt sind gehalten, unter Berücksichtigung der Möglichkeiten der Modularisierung der Studienangebote, eine Neuorganisation der landwirtschaftswissenschaftlichen Bereiche an beiden Standorten zu erreichen, die es u.a. gestattet, die erforderlichen Ressourcen (Versuchsgüter etc.) effizienter zu nutzen.

•Die musikwissenschaftlichen und musikpädagogischen Studiengänge sind in Halle zu konzentrieren. Dies soll in Kooperation mit der Hochschule für Kirchenmusik in Halle geschehen.

•Die Fachbereiche Design sind so zu ordnen, dass eine Designausbildung an Fachhochschulen nur noch an einem Standort stattfindet, der die dafür nötigen fachlichen Voraussetzungen und Kooperationsmöglichkeiten bietet. Den fachlichen Bezugspunkt dieser Abstimmung soll dabei das Profil der Hochschule für Kunst und Design bilden.

•Mittelfristig sollen an allen Hochschulen größere, auf die Kooperationserfordernisse in Lehre und Forschung besser abgestimmte Fachbereichsstrukturen mit Entscheidungsbefugnissen über Berufungen, Finanzmittel und Investitionen gebildet werden.

•Die Hochschulmedizin an den beiden Universitätsstandorten ist auf ein neues Modell komplementärer Kooperation zu gründen, das von einer eigenen Arbeitsgruppe beim Kultusministerium entwickelt wird. Modellhaft ist hier eine fachgebietsübergreifende leistungsorientierte Mittelvergabe zu etablieren.

Die Verwaltungen der Hochschulen haben sich insbesondere durch Verstärkung der hochschulübergreifenden Kooperation nach Thema und Anlass ebenfalls den Anforderungen zur Neustrukturierung und Effizienzsteigerung zu stellen.   (Auszug)