Otto-von-Guericke-Forschungspreis 2003 für Prof. Dr. Thomas F. Münte

Hirnfunktionen auf der Spur

Den Otto-von-Guericke-Forschungspreis erhielt in diesem Jahr Prof. Dr. Thomas F. Münte. Der Wissenschaftler wurde für seine ausgezeichneten wissenschaftlichen Leistungen auf dem Gebiet der kognitiven Neurowissenschaften mit dem Forschungspreis geehrt. Dieser Preis wird jährlich für herausragende wissenschaftliche Leistungen verliehen und ist die höchste Auszeichnung der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg. Er ist mit 5.000 Euro dotiert und wurde von der Commerzbank-Stiftung gestiftet.

Die aktuellen Forschungsthemen des Preisträgers befassen sich mit den Prozessen der Sprachwahrnehmung und -produktion, mit der Untersuchung der neuralen Plastizität bei professionellen Musikern sowie mit exekutiven (steuernden und planenden) Hirnfunktionen. Dazu hat er in so renommierten Journalen wie Nature, Nature Reviews Neuroscience, Journal of Neuroscience veröffentlicht.

Seine Professur, die Professur für Neuropsychologie an der Fakultät für Naturwissenschaften, auf die Thomas Münte 1999 den Ruf annahm, spielt eine Schlüsselrolle in der Psychologie-Ausbildung an der Guericke-Universität. Das so genannte "Magdeburger Modell" legt in Forschung und Lehre neben den klassischen Themen besonderen Wert auf die neurowissenschaftlichen Aspekte der Psychologie. Diese Professur nimmt eine Brückenfunktion zwischen der Psychologie und neurowissenschaftlichen Initiativen im Bereich der Medizinischen Fakultät ein. Professor Münte, der Medizin und Neurowissenschaften in Göttingen und San Diego, USA, studierte, arbeitet in Projekten der beiden Sonderforschungsbereiche der Medizin sowie in dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (bmbf) geförderten "Center for Advanced Imaging" mit. Darüber hinaus ist er in drei von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Forschungsschwerpunkten und einem bilateralen Projekt mit den Niederlanden involviert.

Thomas Münte studierte, promovierte und habilitierte an der Medizinischen Hochschule Hannover und war Gastprofessor am Department of Cognitive Science der University of California, San Diego. 2001 wurde Professor Münte gemeinsam mit einem Industriepartner vom bmbf mit dem Innovationspreis für biomedizinische Technik ausgezeichnet. Gegenstand des Projektes ist die Entwicklung eines Systems zur Augenbewegungsanalyse bei neurologischen und psychiatrischen Störungen.   I.P.