Verein erinnert an Junkers-Werk in Magdeburg

Motoren alter Flugzeuge

Ein in den Ruhestand geschicktes altes Heizhaus muss sein Dasein nicht im Leerstand fristen. Jenes, welches einst die Universität mit Wärme versorgte, beherbergt seit dem Sommer alte Flugzeugmotoren, Kurbelwellengehäuse, Einspritzpumpeneinheiten, Anlasser, Bordinstrumente, Kurssteuerungstechnik und, und, und. Zusammengetragen haben diese alten Raritäten die 15 Mitglieder sowie 80 Freunde des Vereins Junkerswerk Magdeburg e.V. (www.junkerswerk-magdeburg.de). Sie haben sich zur Aufgabe gestellt, Material, Dokumente, Photographien, Gegenstände und Informationen um die Geschichte eines der bedeutendsten Flugmotorenherstellers - Hugo Junkers - und seines Wirkens hier in Magdeburg zu sammeln, aufzuzeichnen, zu archivieren und somit für die Nachwelt zu erhalten. Schließlich steht sein Name im Flugzeugbau noch heute für Hightech und Innovation, hat er doch als erster Einspritzmotoren konstruiert, bereits in den 20er Jahren Hochleistungsmotoren mit über 1000 PS gebaut, moderne, stormlinienförmige Flugzeuge mit speziellen Blechprofilen entwickelt. Erste Kooperationen des Vereins gibt es auch mit der Universität, mit den Instituten für Maschinenmesstechnik und Kolbenmaschinen sowie für Simulation und Graphik (Computervisualistik).

Viele der Entwicklungen von Hugo Junkers fanden zuerst in Militärflugzeugen einen Einsatz. Eng verbunden mit der Geschichte der Junkers Werke in Magdeburg ist die Produktion für Kriegsgerät. Auch dieses Vergangenheitskapitel möchten die Vereinsmitglieder in ihren Dokumentationen nicht aussparen und den Einsatz von Zwangs- und Fremdarbeitern oder KZ-Häftlingen im Motorenbau Zweigwerk Magdeburg der Junkers Flugzeug- und Motorenwerke AG Dessau aufzeigen.

Einen ersten Einblick in die Sammlung des Vereins gibt noch bis zum 5. Dezember 2003 eine Ausstellung zur Geschichte des Motorenbau Zweigwerkes Magdeburg auf dem Gelände des ehemaligen Junkerswerkes Magdeburg in der Mittagstraße 16. Sie steht unter dem Motto Antriebe. Zu sehen sind neben seltenen Dokumenten auch ein Jumo 211 und die Strahlturbine Jumo 004, eine Dauerleihgabe des Luftwaffenmuseums Gatow der Bundeswehr. Die Ausstellung ist dienstags, mittwochs und freitags 10-16 Uhr, donnerstags 10-18 Uhr und samstags 10-14 Uhr geöffnet.

Nach der Ausstellung wandern die Flugzeugteile-Veteranen wieder ins Lager "Altes Heizhaus an der Sandtorstraße".   Ines Perl