Prof. Dr. Peter Gaehtgens

Universität im 21. Jahrhundert

Erst wenige Monate im Amt, nutzte der Präsident der Hochschulrektorenkonferenz (HRK), Prof. Dr. Peter Gaehtgens, die Gelegenheit, in seinem Vortrag zum Universitätsjubiläum Der Anspruch der Universität zu Beginn des 21. Jahrhunderts daran zu erinnern, dass die Magdeburger Universität nicht nur ihre Gründung feiere, sondern auch ihre Aufnahme in die Hochschulrektorenkonferenz vor zehn Jahren. Mit der Fusion der drei Hochschul-einrichtungen in Magdeburg habe sich für die Universität eine interdisziplinäre Bereicherung eröffnet, aber es seien auch die spezifischen Probleme der einzelnen Fächer hinzugekommen.

Der Anspruch der Universitäten liege zu Beginn des 21. Jahrhunderts in der Forschung. Aus ihr ginge die Lehre hervor. Prof. Gaehtgens ermutigte die Universität Magdeburg, in die Forschung zu investieren. Die HRK habe 1999 eine Entschließung zur Forschung verabschiedet. Zur Qualitätssicherung für Forschung und Nachwuchsbildung seien Qualitätsstandards unabdingbar. Diese zu erhalten, bedarf es einer Planungssicherheit für die Hochschulen. Die wichtigsten Aufgaben der Universitäten sind es, Wissen zu erzeugen und dieses Wissen in die Wirtschaft zu transferieren. Das Bewusstsein dieser Doppelfunktion sei jedoch an deutschen Universitäten verloren gegangen. Wissen zu erzeugen, also Forschung, geschehe in enger Zusammenarbeit mit dem wissenschaftlichen Nachwuchs. Fortschritte verdanken die Universitäten jungen Talenten und kreativen Forscherteams. Sie entfalten sich jedoch nur in einem Umfeld, das sie arbeiten lässt und nicht durch Administration eingeengt ist. Peter Gaehtgens forderte, den Freiraum für kreative Wissenschaft nicht einzuschränken. Zudem sprach er sich dafür aus, die Forschung künftig nicht mehr, wie bisher üblich, in Grundlagen- und angewandte Forschung einzuteilen, sondern in kurz-, mittel- und langfristige Forschung zu unterscheiden.

Der HRK-Präsident plädierte in seinem Vortrag für das Ansehen in der Weltöffentlichkeit einige hohe Leuchttürme in der deutschen Universitätslandschaft zu etablieren. Dazu müsse auch die Studienstruktur weiter reformiert, gestufte Studienabschlüsse flächendeckend eingeführt werden. Dies erfordere, etwas Neues zu schaffen, nicht einfach nur die Diplomstudiengänge zu teilen, sondern eine ganz neue Struktur zu schaffen. Zudem müssten diese neuen Abschlüsse auch vom Arbeitsmarkt angenommen werden. Das mehrstufige System der Studienabschlüsse erfordere einen grundlegenden Umbau der Universitäten. Erhebliche Veränderungen seien erforderlich und damit verbunden müsse eine umfangreiche Aufklärungsarbeit geleistet werden.

Ines Perl



Die Norddeutsche Landesbank (NORD/LB), Mitteldeutsche Landesbank unterstützte die Vorträge in der Festwoche finanziell.