"Schreiben im integrativen Deutschunterricht"

Zentrum eines "Fächernetzes"

Czech, Gabriele; Volmert, Johannes (Hrsg.)
Schreiben im integrativen Deutschunterricht
(= Unterricht integrativ, Bd. 1), Schneider-Verlag Hohengehren 2003
ISBN-Nr. 3-89676-609-0, 16 d

 

Pünktlich zur Bildungsmesse in Nürnberg Anfang April 2003 ist im März dieses Jahres der erste Band einer neuen, praxisorientierten Publikationsreihe "Unterricht integrativ" erschienen. Der Band trägt den inspirierenden Titel "Schreiben im integrativen Deutschunterricht". Dieser erste Band, herausgegeben von Gabriele Czech und Johannes Volmert von der Fakultät für Geistes-, Sozial- und Erziehungswissenschaften, dürfte sowohl für Deutschlehrer aller Schularten als auch für Studierende und Dozenten im Bereich Deutschdidaktik von besonderem Interesse sein. Die Reihe wird in absehbarer Zeit durch zwei Bände jährlich fortgesetzt, die unperiodisch im Schneider-Verlag Hohengehren erscheinen werden.

Die in der didaktischen Forschung seit langem diskutierte, jetzt in den Rahmenrichtlinien und Lehrplänen aller Bundesländer verankerte Forderung nach Unterrichtsintegration stößt im schulischen Alltag noch oft auf Unverständnis. In den Beiträgen werden grundsätzliche Probleme in Bezug auf einen integrativen Deutschunterricht diskutiert. So stehen Fragen nach dem Gegenstand, den Zielen sowie der Berechtigung und der Notwendigkeit eines integrativen Deutschunterrichts im Fokus der theoretischen wie unterrichtspraktischen Erörterungen. Das Buch räumt mit dem Klischee auf, integrativer Unterricht sei lediglich in den Grundschulen praktikabel und effektiv. Intention des Bandes ist es, die Form des integrativen Unterrichts über die Grenzen der Grundschule hinaus zu einem Teil des alltäglichen Unterrichts in den Schuljahrgangsstufen 5 bis 10 werden zu lassen. Auf anschauliche und motivierende Weise wird gezeigt, wie bereichernd ein solcher Unterricht auch in der Sekundarstufe I wirken kann. Dieser erste Band unterbreitet ein umfangreiches Angebot, das als Reaktion auf das bis dato existierende Desiderat in Forschung und Schulalltag zu verstehen ist. Die vorgestellten Konzepte knüpfen an bereits vorhandene Ansätze innerhalb der Rahmenrichtlinien an und realisieren in konkreten Unterrichtsprojekten die Forderungen der hochschuldidaktischen Diskussion. So werden den Lehrerinnen und Lehrern Ideen und Anregungen für ihren Unterricht geboten, darüber hinaus Diskussionsstoff zu theoretischen, didaktischen Fragen; das Buch will ihnen Mut machen, den eigenen Unterricht als einen integrativen zu gestalten oder durch einen solchen zu ergänzen. Die Beiträge zu den Unterrichtseinheiten im Band "Schreiben im integrativen Deutschunterricht" zeigen beispielhaft, wie umfangreich die im Deutschunterricht vorhandenen Ressourcen für einen integrativen, also lernbereichs- und fächerübergreifenden Unterricht sind. Deutlich wird hiermit, dass Deutschunterricht als Zentrum eines "Fächernetzes" integrativen Unterrichts wirken kann.

Umgang mit Medien

Die einzelnen Beiträge verstehen sich auch als integrativ im Hinblick auf den Umgang mit Medien: Traditionelle stehen neben modernen Unterrichtsmedien, und die Arbeit mit ihnen unterstützt das Ziel des Deutschunterrichts, neue Qualifikationen und Kompetenzen zu vermitteln. Insbesondere Medien wie Computer sowie Film und Fernsehen, die heutzutage Teil der Lebenswelt der Schüler sind, werden für den Deutschunterricht so aufbereitet, dass sie den Lernstoff veranschaulichen und effektivieren. Auf Grund der intensiven Zusammenarbeit zwischen Wissenschaftlern und Lehrern ist es gelungen, Theorie und Praxis für den Deutschunterricht produktiv werden zu lassen.
Katrin Sawatzky