Neue Trends bei automatisierten Kranen

Zum Erfahrungsaustausch

Die 10. Internationale Kranfachtagung 2002 in Magdeburg ist inzwischen Geschichte. Anfang Juni 2002 fand diese Jubiläumsveranstaltung im Hotel Ratswaage Magdeburg mit großer Beteiligung statt. Auch diesmal, im Jahr des 400. Geburtstages Otto von Guerickes, wurde das Motto der ersten Tagung "Neue Trends bei automatisierten Kranen" traditionell vorangestellt und durch viele Vorträge bestätigt. Das vom Lehrstuhl Fördertechnik unserer Universität zusammengestellte Tagungsprogramm ist den hohen Erwartungen der über 140 Teilnehmer, darunter Kranhersteller und -betreiber, Entwickler automatisierter Steuerungen, Sicherheitsfachleute und Wissenschaftler des In- und Auslands, voll gerecht geworden.

Nach der Eröffnung durch den veranstaltenden Lehrstuhlleiter, Prof. Dr. Friedrich Krause, hat Rektor Prof. Dr. Klaus Erich Pollmann den Teilnehmern ein herzliches Willkommen als Gäste der Otto-von-Guericke-Universität im Otto-von-Guericke-Jahr ausgesprochen. Er brachte zum Ausdruck, daß die Ingenieurwissenschaften ihren traditionellen Stellenwert an der Universität Magdeburg behaupten und durch die Kooperation miteinander stets neue wissenschaftliche Ergebnisse präsentieren können. Der Erfahrungsaustausch der Wissenschaftler mit den applikativen Anwendern und Herstellern auf Tagungen dieser Art sei für den Wissenstransfer unumgänglich.

Dr. Mario Lehnert, einer der Pioniere der rechnergestützten Kranantriebssteuerungen und Geschäftsführer der CePLuS GmbH Magdeburg, umriß kurz die Entwicklung der Lastpendeldämpfung und zeigte die verbesserten technischen und wirtschaftlichen Möglichkeiten der neuen Produkte auf dem Markt auf. Dozent Dr. Béla Illés vom Lehrstuhl Fördertechnik und Logistik der Universität Miskolc in Ungarn, stellte die Erfahrungen vor, die Mitarbeiter bei der Bearbeitung von Automatisierungsprojekten in Ungarn erarbeitet haben. Um Konzepte zum sicheren Betrieb von automatisierten Krananlagen im personenzugänglichen Umfeld ging es im Vortrag, den Ingomar Schubert vom Lehrstuhl FML der Technischen Universität München hielt.

Erfahrungen aus der Analyse des technischen Zustandes und der vergangenen Instandhaltungsmaßnahmen sowie Schlußfolgerungen auf die zu erwartenden Risiken wurden am Beispiel eines Hubwerkes für einen Hüttenwerkkran von Prof. Dr. Juraj Sinay, Leiter des Lehrstuhls für Sicherheit und Zuverlässigkeit und Rektor der Technischen Universität Kosice/Slowakei, zusammengefaßt.

Auf Grund der erfreulich großen Zahl der Vortragsanmeldungen hatten die Veranstalter das weitere Tagungsprogramm am Nachmittag in zwei Sektionen geteilt. In der Sektion A wurden vier Vorträge mit speziellen Inhalten zu Lösungen für Elektroantriebssteuerungen bzw. zu Softwareentwicklungen für Planung und Einsatz von Hebezeugen von Prof. Dr. Frank Palis, Lehrstuhl Elektroantriebsautomatisierung unserer Universität, moderiert. Dmytro Smolyaninov, Aspirant am hiesigen Lehrstuhl Fördertechnik, berichtete über seine Untersuchungen zur Pendeldämpfung bei Drehkranen und stellte die von ihm entwickelten Modelle für Drehkrane mit Katzausleger bzw. mit Wippausleger vor. Die parallele Sektion B war den Ergebnissen von Untersuchungen der Krankomponenten gewidmet und wurde wiederum von Prof. Dr. Friedrich Krause moderiert.

Als Gesamtfazit der 10. Internationalen Kranfachtagung 2002 kann das große Interesse und die sehr gute Beteiligung, auch aus insgesamt sechs Ländern, hervorgehoben werden. Die Veranstalter, die Universitäten Dresden, Dortmund und Magdeburg, werden diese Tagungsreihe fortsetzen. Die Organisatoren versäumten es nicht, sich bei allen Referenten und Teilnehmern sowie bei den Dienststellen der Universität, der CePLuS GmbH und dem Ratswaage Hotel für Interesse, Mitwirkung und Unterstützung zu bedanken.
Dr. Peter Horn