Magdeburger Gesangsstudent war bei den Bayreuther Festspielen dabei

Vom Hörsaal auf den "Grünen Hügel"

Am Ende des Sommersemesters kam für den 23-jährigen Gesangsstudenten am Institut für Musik Benjamin Butzke einiges zusammen. Da war nicht nur Prüfungsstress. Seine Gedanken waren oft auch dort, wo für viele gestandene Sänger ein "Traum" in Erfüllung geht: bei den 91. Bayreuther Festspielen. In der Inszenierung der Oper Die Meistersinger von Nürnberg sang Benjamin Butzke im Extrachor und stand gemeinsam mit mehr als 240 Sängern beim großen Festwiesen-Finale der Oper, die von Wagner-Enkel Wolfgang inszeniert wurde, auf der traditionsreichen Bühne.

"Als ich im vergangenen Jahr zum ersten Mal auf dieser Bühne stand, war Herzklopfen und Lampenfieber angesagt", erinnert sich der junge Sänger. Für ihn ist diese Mitwirkung in einem nach anstrengendem Vorsingen ausgesuchten Chorensemble in Bayreuth übrigens gar nicht so etwas Besonderes. Er ist Bayreuther und "da gehört es einfach dazu, dass man irgendwann einmal als Statist oder, wenn man singen kann, als Chorsänger mitwirkt", sagt er.

Diese interessante Herausforderung ist für sein Studium "die beste Praxis, die man sich wünschen kann". Seine Kommilitonen quittierten (nicht ohne Neid) seine Mitwirkung bei den Bayreuther Festspielen mit der Frage: "Kannst Du Karten besorgen?" Das konnte Benjamin Butzke nicht. Für ihn waren es wertvolle Erfahrungen, die er während der insgesamt fünf Vorstellung sammelte, denn die Festwiese im III.Akt der Oper ist musikalisch äußerst anspruchsvoll. Mit seiner Gesangslehrerin Prof. Monika Köhler ist er die Partitur durchgegangen und ab Mitte Juni wurde dann "vor Ort" probiert. "Proben in Bayreuth ist anstrengend. Unser Chorleiter hört unter Hunderten jede Stimme heraus und da gilt es, absolut konzentriert, perfekt zu sein", sagt er. Ein bisschen stolz ist er doch, wenn er davon spricht, dass es ein Erlebnis ist, mit Weltstars auf der Bühne zu stehen und zu wissen, dass im Orchestergraben mit Christian Thielmann einer der besten Wagner-Dirigenten unserer Zeit steht.

Der Wahl-Magdeburger kam durch einen "Zufall" aus Franken an die Elbe. "Ich wollte unbedingt in den Osten, fand in einem Studienführer Informationen über das Gesangsstudium in Magdeburg und Leipzig und bin einfach losgefahren", sagt er und ergänzt, dass er es nicht bereut hat. "Das Studium hier gefällt mir, ist sehr praxisorientiert."

Traurig ist er, dass es die letzten Vorstellungen der Meistersinger sind. "Aber da ist ja noch der Fliegenden Holländer und da gibt es genug zu singen", meint er lachend.
Dr. Herbert Henning