Umweltinformatikpreis für Wirtschaftsinformatiker

Braukunst im Einklang mit Natur

Vier Magdeburger Wirtschaftsinformatikabsolventen haben den erstmals ausgelobten Umweltinformatikpreis der Gesellschaft für Informatik gewonnen. Überreicht wurde der Preis auf dem internationalen Umweltinformatiksymposium EnviroInfo 2002 in Wien.

Die Arbeit der Preisträger André Faustmann, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Fakultät für Informatik, Mario Krüger, Vorstand der eudemonia solutions AG Magdeburg, Volker Lutze, Mitarbeiter der VW Gedas GmbH Wolfsburg, und Claudia Wilke, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb und -automatisierung IFF Magdeburg, basiert auf einem Forschungsprojekt, das über insgesamt zwei Jahre gemeinsam mit der Hasseröder Brauerei Wernigerode durchgeführt wurde. Claus Rautenstrauch, Professor für Angewandte Informatik/Wirtschaftsinformatik an der Fakultät für Informatik, sowie Dr. Jorge Marx Gómez, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut Technische und Betriebliche Informationssysteme, betreuten das Projekt.

Mit modernen wissenschaftlichen Methoden des Stoffstrommanagements wurden die Produktionsprozesse in der Brauerei auf ihre Umweltverträglichkeit untersucht. Hierzu wurde der gesamte Brauprozess bei Hasseröder in allen Einzelheiten analysiert und in ein computergestütztes Stoffstrommodell überführt. Unter Stoffstrom wird der Strom, der zur Produktion einer bestimmten Ware oder Dienstleistung notwendigen Ressourcen in der Prozesskette, verstanden, beispielsweise Wasser, Stoffe und Energien. Detaillierte Angaben über Eingänge und Ausgänge von Stoffen und Energien lassen sich so exakt feststellen.

Die Ökobilanz und deren Bewertung lieferten ein erfreuliches Ergebnis: Die Brauerei arbeitet sowohl technologisch wie auch aus Sicht des Umweltschutzes auf bestmöglichem Niveau. Stephan Gimpel-Henning, Geschäftsführer für den Bereich Technik, ist zufrieden: "Bier ist ein Erzeugnis der Natur. Als Brauerei müssen wir deshalb darauf bedacht sein, die natürlichen Ressourcen zu schonen und unsere Herstellungsprozesse ständig weiterzuentwickeln."

Zudem wurde ein System zur automatisierten Umweltberichterstattung entwickelt, mit dem die Ergebnisse der Analysen sowohl in Papierform wie auch im World Wide Web präsentiert werden können.

Die Jury hatte das Projekt sowohl hinsichtlich seiner wissenschaftlichen Bedeutung wie auch der praktischen Relevanz als richtungsweisend bewertet. Die von den Preisträgern entwickelte Methodik ist prinzipiell auf jede Art von Unternehmen übertragbar.
Ines Perl/PM