Anglistische Linguistik

Linguistik interdisziplinär

Die Linguistik dürfe nicht als isolierter Forschungsbereich betrachtet werden, sondern sollte gerade wegen der sehr guten Voraussetzungen an der Universität Magdeburg in interdisziplinär ausgerichtete Forschungsprojekte, z.B. mit der Kulturwissenschaft, Wirtschaft, Soziologie, Informatik, einfließen. Diesen Standpunkt vertritt Angelika Bergien, die als Professorin für Anglistische Linguistik ans Institut für fremdsprachliche Philologien berufen wurde. Bevor sie nach Magdeburg wechselte, war sie tätig als Professorin für Englische Sprachwissenschaft an der Fachhochschule Anhalt in Köthen, an der erfolgreich der Studiengang Fachübersetzen im Fachbereich Informatik aufgebaut wurde. Dort widmete sich die Sprachwissenschaftlerin interdisziplinären Forschungsprojekten zur Semantik und zur Computerlinguistik, zu denen u.a. Terminologieforschung, korpusgestützte Untersuchungen zum fachsprachlichen Diskurs sowie Kontrastive Linguistik gehörten.

Angelika Bergien erlangte das Staatsexamen und Diplom als Lehrerin für Englisch und Deutsch an der Universität Leipzig. Nach einem Forschungsstudium promovierte die bei Haldensleben geborene Wissenschaftlerin mit einer Dissertation zu internationalen und thematischen Eigenschaften englischer Texte. Während eines Forschungsaufenthaltes an der Universität Birmingham, Großbritannien, sammelte sie Erfahrungen bei der linguistischen Nutzung von Computerkorpora und erarbeitete eine computergestützte Datensammlung für ihre Habilitationsschrift "Synchronisch-diachronische Untersuchungen zur Zeichensetzung in englischen Texten" unter Nutzung der Collins-Birmingham-University International Database (COBUILD). 1990 erfolgte die Habilitation. Als Hochschuldozentin für englische Textlinguistik und Sprachgeschichte arbeitete Angelika Bergien an der Gründung und Gestaltung des Instituts für Anglistik der Universität Leipzig mit und realisierte Forschungsvorhaben zur Text- und Korpuslinguistik sowie zum Kontrastiven Sprachvergleich. Während dieser Zeit setzte sie sich als Beauftragte für Auslandsbeziehungen aktiv für den Aufbau von Kontakten zu ausländischen wissenschaftlichen Einrichtungen ein.

Die Text- und Diskursanalyse, insbesondere die linguistische Beschreibung und der Vergleich traditioneller und sich im Zusammenhang mit den neuen Medien entwickelnder Textsorten sind ihre Forschungsschwerpunkte. Dabei konzentriert sie sich auf neue interaktive Konzepte sowie sprachlich-kulturelle Normen und Erwartungen bei der Realisierung von Diskursdimensionen (z.B. Explizitheit, Direktheit, Höflichkeit) in unterschiedlichen Kulturgemeinschaften. In die Untersuchungen werden die computergestützte Korpuslinguistik eingebunden und vorhandene Textsammlungen als Datenbasis genutzt sowie neue repräsentative Korpora entwickelt. Die Sprachwissenschaftlerin widmet sich auch der Eigennamenforschung und arbeitet aktiv im Beirat der Gesellschaft für Namenkunde mit.

Die Lehrangebote der Professorin reflektieren vor allem ihre Forschungsinteressen: Semantik, Pragmatik, Text- und Diskurslinguistik, Grammatik, aber auch sprachhistorische Themen wie Sprachwandel oder die Sprache von Geoffrey Chaucer und William Shakespeare, denn Kenntnisse über Wurzeln und Herkunft einer Sprache öffnen und weiten den Blick für das Verständnis gegenwärtiger Entwicklungen in der Struktur und im Gebrauch der Sprache.
Ines Perl