Otto-von-Guericke-Forschungspreis 2001

Forschungsleistungen gewürdigt

Einer guten Tradition folgend, wurde auf dem Festakt der Otto-von-Guericke-Forschungspreis verliehen. In diesem Jahr sind die Arbeitsgruppe Magdeburger Experimentallabor (MaXLab) unter Leitung von Prof. Dr. Joachim Weimann von der Fakultät für Wirtschaftswissenschaft für exzellente Leistungen auf dem Gebiet der experimentellen Wirtschaftsforschung sowie PD Dr. Uwe Lendeckel und PD Dr. Dirk Reinhold, beide Medizinische Fakultät, für ihre herausragenden Leistungen auf dem Gebiet der Ektopeptidasen im Immunsystem ausgezeichnet worden. Der Forschungspreis ist die höchste Auszeichnung der Universität. Er wurde von der Commerzbank-Stiftung gestiftet und ist mit insgesamt 7000 DM dotiert.

Die Arbeitsgruppe Magdeburger Experimantallabor befasst sich mit der Untersuchung von ökonomischem Entscheidungsverhalten bei strategischer gegenseitiger Abhängigkeit. Das Labor selbst ermöglicht wesentliche Fortschritte in der empirischen Wirtschaftsforschung, in dem Einflüsse wie die Kommunikation zwischen den Versuchspersonen kontrolliert erforscht werden können. Die Wissenschaftlergruppe beschäftigt sich mit dem Gegenstand Spieltheorie und ist um die Weiterentwicklung dieser Theorie bemüht, die dem beobachteten Entscheidungsverhalten besser gerecht wird. Dabei handelt es sich um ein neues theoretisches Muster eingeschränkt rationalen Verhaltens, das erstaunlich viele experimentelle Ergebnisse darstellt, die bisher nicht erklärt werden konnten. Mit der Umweltökonomik erschließt sich das MaxLab derzeit ein neues Arbeitsfeld, dass bisher noch wenig Beachtung fand. Das Team um Professor Weimann kooperiert intensiv mit internationalen Forschungsgruppen. Die Arbeitsergebnisse wurden in 13 Beiträgen in international renommierten wissenschaftlichen Zeitschriften veröffentlicht. Nobelpreisträger Prof. Reinhard Selten schrieb in seinem Gutachten, dass es "die Leistungen der Gruppe verdienten, von der Uni besonders hervorgehoben zu werden".

Dr. Uwe Lendeckel, Institut für Experimentelle Innere Medizin, und Dr. Dirk Reinhold, Institut für Immunologie, haben Forschungsleistungen zu Aminopeptidase N und Dipeptidylpeptidase IV erbracht, die deutlich gemacht haben, dass diese Enzyme eine zentrale Rolle in der Regulation des Immunsystems spielen und als Zielstrukturen für neue Pharmaka gegen eine überschießende Immunantwort infrage kommen. Dr. Lendeckel wies erstmalig des Vorkommen der Aminopeptidase N in Lymphozyten überzeugend nach und machte ihre Rolle bei Wachstumsprozessen deutlich. Dr. Reinhold hat für die Dipeptidylpeptidase IV die sehr wichtige Beziehung zum immunsuppressiven Zytokin TGF-ß belegen können. Gemeinsam mit einer Wissenschaftlergruppe in den USA konnte er erstmals zeigen, dass die Hemmung dieses Enzyms in der EAE-Maus das Autoimmungeschehen beeinflusst. Beide haben zu der enstprechenden Thematik Reviews in internationalen Journalen bzw. Periodika verfasst sowie wesentlichen Anteil an zwei Monographien.
Ines Perl