Sieger im 2. Bundesweiten Instrumental- und Gesangswettbewerb "Verfemte Musik"

Von den Nazis verbotene Musik

Es ist Musik, geschrieben in Konzentrationslagern der Nazis oder im Exil, es ist jüdische, "entartete" Musik - es ist verfemte Musik. Sie stand im Mittelpunkt des 2. Bundesweiten Instrumental- und Gesangswettbewerbes "Verfemte Musik" des Jeunesses Musicales, Landesverband Mecklenburg-Vorpommern, in Schwerin. Studierende aus ganz Deutschland, Israel, Tschechien, Polen und den USA waren angereist. Auch aus Magdeburg vom Institut für Musik nahmen junge Künstler am Wettbewerb teil: Kristin Felix, Gero Wiest, Katrin Kleinhardt und Dörte Bernhagen. Ziel des Wettbewerbs war es, Musik von Komponisten, die unter der Herrschaft der Nationalsozialisten gelitten haben, die verboten war, einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Schirmherr war Wolfgang Thierse.

Begleitet wurde der Ausscheid von einer Ausstellung, Konzerten, Vorträgen und einem Meisterkurs, an dem auch Zeitzeugen teilnahmen. "Die so entstandene Auseinandersetzung mit dieser Musik ließ die Wettbewerbsatmosphäre in den Hintergrund rücken", meint Kristin Felix. Sie errang mit ihrer Interpretation von Werken Arnold Schönbergs und Victor Ullsteins den 1. Preis in der Kategorie Instrumentalmusik. Gero Wiest hatte die Jury den Sonderpreis für Klavierbegleitung zugesprochen. Darüber hinaus wurde er mit einem Stipendium ausgezeichnet, das dem jungen Klaviervirtuosen einen Aufenthalt im kommenden Jahr in Israel ermöglicht, wo er als Korrepetitor bei einem Meisterkurs wirkt.

"Nach der Zulassung zum Wettbewerb, über die wir uns alle sehr gefreut haben, machten wir uns richtig Stress," meint Katrin Kleinhardt. Dann begann die Literatursuche, die Auswahl der Stücke und das kontinuierliche Üben den ganzen Sommer lang. Es war nicht ganz einfach, Werke und Noten zu finden. Im "Vorzeige"-KZ Theresienstadt waren viele jüdische Komponisten von den Nazis interniert. Ihre handschriftlichen Manuskripte haben sie meist mitgenommen auf die so genannten "Künstlertransporte" nach Auschwitz. Viele Notenmanuskripte sind nie gedruckt worden.

Es sei sehr anspruchsvolle, schwere Musik, aber auch sehr schöne, resümieren die Studierenden, die bei ihren Vorbereitungen auf den Wettbewerb von ihren Lehrern Professor Jochen Köhler (Klavier) und Professorin Monika Meier-Schmid (Gesang) unterstützt wurden. Die beiden Preisträger studieren in der Klavier-Hauptfachklasse von Professor Jochen Köhler. "Wir haben viele wunderbare Projekte am Institut, ich denke da nur an die Opernaufführungen", meint er. "Nun möchten wir uns auch verstärkt auf die Wettbewerbe konzentrieren." Mit dem Aufbau einer Meisterklasse will der aus Bremen stammende und lange Zeit in Wien wirkende Pianist und Pädagoge junge Talente fördern und ihnen die Chance geben, bei internationalen Wettbewerben ihr Können unter Beweis zu stellen.
Ines Perl