Familien-Infotag zum Krebs

Vorbeugung und Früherkennung

"Aktiv gegen Krebs! Sie fragen - Ärzte beraten" hieß es auch auf dem 4. Familien-Infotag zur Vorbeugung und Früherkennung von Krebs Mitte Oktober 2002 in der Johanniskirche Magdeburg. Organisiert hatte ihn das Tumorzentrum Magdeburg/Sachsen-Anhalt e.V., dessen Vorsitzender Prof. Dr. Günther Gademann, Direktor der Klinik für Strahlentherapie, ist. Der Brustkrebs (46 000 Neuerkrankungen im Jahr), der Darmkrebs (52 000 Neuerkrankungen) und der Prostatakrebs (28 000 Neuerkrankungen) standen im Mittelpunkt der Veranstaltung, zu der über 1500 Besucher kamen. "Es handelt sich hierbei um Erkrankungen, die durch geeignete Früherkennungsuntersuchungen bereits in Stadien erkannt werden können, die eine große Chance auf Heilung bieten", betont Dr. Beatrix Böhme, Geschäftsführerin des Tumorzentrums.

Umfangreiche Posterausstellungen, Informationen und Anleitungen zur Selbstuntersuchung per Video, Computer oder an Beratungsständen sowie Diskussionsrunden mit Experten aus der Region waren ein wesentlicher Bestandteil der Veranstaltung. Die Gesprächsrunden moderierten Ärzte aus dem Universitätsklinikum. Informiert wurde über Schwerpunkte wie Diagnostik, Therapie, "Ernährung und Krebs" sowie mögliche Risikofaktoren, beispielsweise Alter, familiäre Häufung von Krebserkrankungen, Hormone. Darüber hinaus sind die individuellen Anleitungen zur Selbstuntersuchung der Brust, Tipps für gesunde Ernährung am Obst- und Gemüsebuffet, Bestimmungen von Gesundheitsparametern wie Cholesterin, Blutzucker und Body-Maß-Index gern von den Besuchern des Krebs-Infotages angenommen worden. Eine Modenschau für die brustoperierte Frau, die Auftritte des Gitarrenduos "Hands on Stings", der Tango-Argentino-Schule Frank Röhrig und der Yoga-Schule Gisela Bosrup rundeten das vielfältige Angebot des Infotages ab.

Jährlich erkranken in der Bundesrepublik Deutschland etwa 340 000 Menschen an Krebs. Die Medizin hat in vielen Bereichen der Krebsbehandlung Fortschritte gemacht. Experten befürchten jedoch, dass trotz aller Verbesserungen im medizinischen Kenntnisstand die Krebserkrankungen in den nächsten zehn bis zwanzig Jahren die Spitzenposition in der Statistik der Todesursachen einnehmen könnten. Noch immer richtet sich häufig das allgemeine Augenmerk in der Diskussion zur Krebsbeherrschung auf die Verbesserung der therapeutischen Möglichkeiten. Dass aber auch durch Vorbeugung und Früherkennung ein wichtiger Beitrag zur Senkung der krankheitsbedingten Sterblichkeit geleistet werden kann, dieser Gedanke muss noch populärer werden, beispielsweise durch Familien-Infotage in die Öffentlichkeit getragen werden.
Ines Perl/PM