Qualitative Bildungs-, Beratungs- und Sozialforschung

Methoden-Workshop

In diesem Jahr veranstaltete das Zentrum für qualitative Bildungs-, Beratungs- und Sozialforschung (ZBBS) in Kooperation mit der Hans-Böckler-Stiftung und der Otto-von-Guericke-Universität bereits zum fünften Mal einen teilnehmerorientierten Methoden-Workshop in Magdeburg. Das ZBBS versteht sich als bundesweites Forum qualitativ orientierter Forschungsprojekte. Es ist integraler Bestandteil der Fakultät für Geistes-, Sozial- und Erziehungswissenschaften und wurde 1998 als Forschungsverbund in Zusammenarbeit mit dem Institut für Erziehungswissenschaften der Universität Halle und der Hans-Böckler-Stiftung gegründet. Zu dem diesjährigen Workshop hatten sich ca. 180 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus dem gesamten Bundesgebiet und einige aus der Schweiz und Österreich angemeldet. Anknüpfend an die positiven Erfahrungen der letzten vier Jahre, wurde mit dieser Veranstaltung dem wissenschaftlichen Nachwuchs eine Plattform geboten, damit sich dieser anhand von konkreten Forschungsprojekten mit den neuesten methodischen und interdisziplinär-grundlagentheoretischen Erkenntnissen vertraut machen konnte.

Arbeit in Forschungswerkstätten

Es existiert eine Fülle grundlagentheoretischer und anwendungsbezogener Literatur zu den vielfältigen Verfahren der qualitativen Sozialforschung. In der Forschungspraxis brauchen gerade Neulinge zum Konzipieren und Durchführen von empirischen Untersuchungen Anregungen und Hilfestellungen durch methodisch erfahrene und zugleich methodologisch reflektierte Wissenschaftler. Hier haben sich insbesondere Forschungswerkstätten bewährt deren Prinzip "learning by doing" auch die Gestaltung des Methoden-Workshops bestimmt. Dieser richtet sich vor allem an Interessentinnen und Interessenten, die sich mit einer Qualifizierungsarbeit (Diplom, Magister, Promotion oder Habilitation) beschäftigen.

Die Arbeit fand in zehn Arbeitsgruppen statt, in denen nach dem Muster von Forschungswerkstätten am vorliegenden Material exemplarisch einzelne Arbeitsschritte durchgeführt wurden. Hierzu haben ca. 40 Teilnehmer und Teilnehmerinnen im Vorfeld des Workshops eigenes empirisches Material mit einem kurzen Exposé über ihr Forschungsvorhaben eingesandt, auf das die übrigen Teilnehmer über die Homepage des ZBBS zugreifen konnten. Darunter fand sich ganz unterschiedliches Datenmaterial wie Interviews, Aktualtexte, Gruppendiskussionsaufzeichnungen, Tagebücher, Briefserien, ethnographische Protokolle etc. Neben der methodischen Vielfalt gab es bei den Projekten auch thematisch eine große Bandbreite. Es waren Forschungsvorhaben im Bereich der Schul- und Lehrerforschung, Studien zu spezifischen Feldern der sozialen Arbeit, Institutions- und Organisationsstudien, Internetresearch u.v.m. vertreten. Diese Vielfalt und nicht zuletzt die Erfahrungen und Kenntnisse der Arbeitsgruppenleiter und -leiterinnen sorgten für lebhafte Diskussionen und Arbeitshilfen während der Gruppenarbeit, die auch den Teilnehmerinnen ohne Material wichtige Anregungen und Hinweise für eigene Projekte geben.

Vorabveröffentlichungen im Internet

Neben der Vorstellung der unterschiedlichen Projekte in den Arbeitsgruppen hatten aktive wie passive Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Möglichkeit, ihre Forschungsvorhaben schon im Vorfeld des Workshops über das Internet auf einer eigenen Homepage zu veröffentlichen (Link über die Website des ZBBS) oder diese ganz traditionell während der Veranstaltung auf Plakaten zu präsentieren. Bei dem so geförderten Austausch können, wie es Erfahrungen aus den Vorjahren zeigen, längerfristige Arbeitszusammenhänge initiiert werden, die das eigene Projekt inhaltlich und zeitlich befördern.

Auch für das nächste Jahr bleibt der Workshop ein fester Bestandteil der Angebote des ZBBS. Der Termin steht bereits fest: 17./18. Januar 2003.
Sandra Tiefel