Politiker in der bildungspolitischen Diskussion

Gute Bildung muss finanziert werden

Kultusminister Dr. Gerd Harms, fünf bildungspolitische Sprecher verschiedener Parteien sowie über 300 Teilnehmer waren der Einladung der Volksstimme zum "Forum Bildung" Mitte März 2002 in den Hörsaal III gefolgt. Mit Blick auf die PISA-Studie und das dabei nicht gerade gute Abschneiden der deutschen Schüler forderte der Kultusminister in seinem Eingangsstatement die Stärkung des Ansehens von Bildung, Schule und vor allem der Stellung der Lehrer in der Gesellschaft sowie eine enge Partnerschaft zwischen Schule und Elternhaus.

In den vom Minister genannten Punkten waren sich Diskutanten und Publikum weitgehend einig. Jedoch bei den von Politikern und dem Publikum angesprochenen Themen wie Ganztagsschule, Abitur nach 13 Schuljahren, 13 K, Kopfnoten, Ausfallstunden sowie materielle und personelle Ausstattung der Schulen gingen die Meinungen weit auseinander, und es wurde heftig und kontrovers auf dem zweieinhalbstündigen Forum diskutiert. Einige Politiker positionierten sich bei den aufgeworfenen Fragen entsprechend ihres wahlpolitischen Programms z.B. für das Abitur in12 Jahren, feste Öffnungszeiten der Schulen ja, aber ohne Zwang zum Bleiben, Fachlehrermangel, mehr Finanzmittel für die Ausstattung der Schulen etc. Zahlreiche konstruktive Vorschläge wurden vom Podium und seitens des diskutierfreudigen Publikums eingebracht: wie die Stärkung der Rolle der Klassenverbände und verbindliche Standards für alle Schulen zu setzen. Nun kommt es darauf an, die positiven Anregungen in der Praxis umzusetzen. Eltern, Lehrer und Gesellschaft sind in diesem Prozess gleichermaßen gefordert.
Waltraud Rieß