1. Magdeburger Museumsnacht

Für jeden etwas dabei

Eine Nacht lang durch Museen, Galerien, Ausstellungen ziehen. In Magdeburg wird das zum ersten Mal vom 11. zum 12. Mai 2002 möglich sein. Zu ungewöhnlicher Stunde öffnen ab 19 Uhr 13 Museen, Galerien und Einrichtungen ihre Pforten. Vor allem für die Besucher, die sonst nicht so oft den Weg ins Museum fänden, erläutert Dr. Annegret Laabs, Leiterin des Kunstmuseums im Kloster unser Lieben Frauen, die die Fäden der Organisation in den Händen hält. Das Theater an der Angel wird ab 18.30 Uhr die lange Nacht der Museen in der Leiterstraße eröffnen. Und dann heißt es ausschwärmen.

Über 50 Veranstaltungen

Geboten werden den Besuchern über 50 Veranstaltungen. Im Kulturhistorischen Museum in der Otto-von-Guericke-Straße können die Besucher einen Abend beim Bürgermeister Gericke in der Megedeborch verbringen oder auf dem Catwalk 40 Jahre DDR-Mode erleben. Das Kunstmuseum bietet das Klangspektakel In der Schwebe mit fliegenden Tönen und rauschenden Musikapparaturen. Zu einer Fledermausexkursion lädt das Museum für Naturkunde in der Otto-von-Guericke-Straße ein. Im Technikmuseum in der Dodendorfer Straße wird eine Nachtschicht mit allerlei Kriminalistischem gefahren. Die "theaterrandgruppe" spielt in der Lukasklause, Schleinufer, Szenen aus Friedrich Dürrenmatts Die Physiker. Durch den ehemaligen Zellentrakt werden Besucher der Gedenkstätte Moritzplatz geführt. In den Galerien Süd (Kulturzentrum Feuerwache) und Himmelreich (Himmelreichstraße) warten Sonderausstellungen mit Werken von Manfred Augurzki, Jan Thomas und Donald von Frankenberg. Grenzzeichnungen von Wilhelm Krieg sind im Dokumentatisonszentrum am Moritzplatz, Umfassungsstraße, zu sehen. Und auch der Jahrtausendturm im Elbauenpark hat seine Ausstellung in der Museumsnacht geöffnet. Im Literaturhaus in der Thiemstraße gibt es die Lyrik-Nacht, in der Autorenlesungen literarischen Genuss auf hohem Niveau versprechen. Und wer mal einen Blick in eine alte "Elektrische" werfen möchte, sollte im historischen Straßenbahndepot der MVB in der Halberstädter Straße vorbeischauen.

Apropos Straßenbahnen. Die MVB sorgt für den Transport zwischen den einzelnen Veranstaltungsorten. Die Eintrittskarten ermöglichen nicht nur den Zugang zu den Museen, sondern gelten zwischen 16 und 4 Uhr auch als Fahrscheine. Zu erwerben sind die Karten im Vorverkauf seit Mitte März für 8 Euro und an der Tageskasse für 10 Euro. Ein Programmheft informiert kompakt über das ganze Programm für 50 Cent.

Auch wenn die Magdeburger Museumsnacht eher noch ein Experiment ist, sind die Macher doch vom Erfolg überzeugt und rechnen in den kommenden Jahren mit einer Fortsetzung. "Vielleicht sogar in einem noch größeren Rahmen", meint Dr. Matthias Puhle, Direktor des Kulturhistorischen Museums.

Gegen ein Uhr morgens werden die Lichter dann überall ausgeknipst, außer im Technikmuseum. Dort klingt die 1. Magdeburger Museumsnacht mit einer Nachtmusik von der JK Blues Band aus und gleitet in den frühen Morgenstunden hinüber in den 12. Mai, den Internationalen Museumstag 2002.
Ines Perl