Magdeburger Biographisches Lexikon

Lebensbilder der Region

Heinrich, Guido; Schandera, Gunter (Hrsg.):
Magdeburger Biographisches
Lexikon 19. und 20. Jahrhundert
894 Seiten, 48 Euro
Scriptum Verlag, Magdeburg 2002
ISBN: 3-933046-49-1

Nicht von ungefähr hatten Guido Heinrich und Gunter Schandera, die beiden Herausgeber des Magdeburger Biographischen Lexikons, die St. Sebastiankirche zu Magdeburg zum Ort der ersten Präsentation ihres Werkes gewählt. Nicht nur Taufregister und Kirchenbücher waren häufig Quellen dieser großen biographischen Forschungsarbeit, sondern oft spielten die Kirchen selbst in den Lebenswegen der im Lexikon portraitierten Menschen eine wichtige Rolle. Das Magdeburger Biographische Lexikon vereint auf fast 900 Seiten 1766 Biographien von Persönlichkeiten aus Magdeburg sowie den angrenzenden Landkreisen Bördekreis, Jerichower Land, Ohrekreis und Schönebeck. Die vorgestellten Personen kommen aus allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens und sind in den Beziehungen zu ihrer Heimat, ihrem Wirkungsort oder zu anderen Persönlichkeiten dargestellt. Über viele ist erstmals geforscht worden. Zahlreiche Nachlässe, Chroniken und Lebenswege, Geschichten über Erfindungen und historisch bedeutsame Leistungen werden so dem Vergessen entrissen. Es entstand eine eindrucksvolle Sammlung von erinnertem und wissenschaftlich erschlossenem Material, das von der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts bis in die unmittelbare Gegenwart reicht und erstmals auch die Zeit des Nationalsozialismus und die DDR-Geschichte erfasst. Der Darstellung der Vita und der besonderen Leistungen dieser Personen wurden exakte Quellen- und Literaturangaben, Informationen zu ausführlicherem Bildmaterial und Hinweise zum Verbleib von weiterführenden Nachlassbeständen hinzugefügt.

Die Herausgeber, beide vom hiesigen Institut für Germanistik, arbeiteten mit einem kleinen Redaktionsteam und mehr als 350 Autorinnen und Autoren aus ganz Deutschland zusammen, um dieses umfassende Nachschlagewerk zu schaffen, das in einem breiten Spektrum Regionalgeschichte erlebbar werden lässt. Sie verbanden die Erforschung der Biographien mit kulturgeschichtlichen Aspekten neuerer wissenschaftlicher Forschungsansätze. Vor drei Jahren begann am Institut die Arbeit zur Erforschung von Biographien bedeutender Persönlichkeiten Magdeburgs und der angrenzenden Landkreise. Unterstützt wurde das Projekt von der Landesregierung Sachsen-Anhalts, der Landeshauptstadt Magdeburg, der Lotto Toto GmbH, dem Arbeitsamt Magdeburg und der Deuregio Ostfalen e.V. sowie durch zahlreiche Archive, Museen, Forschungsstellen, Bibliotheken und Privatpersonen.

"Mit diesem Band werden nicht nur das Handeln und das Lebenswerk vieler Persönlichkeiten aus Sachsen-Anhalt gewürdigt, sondern über ihre Biographien auch die Wurzeln unserer Geschichte nachvollziehbar und erlebbar gemacht", hebt Ministerpräsident Dr. Reinhard Höppner die Bedeutung dieses biographischen Gedächtinsses der Region in seinem Geleitwort zum Buch hervor.

Rektor Prof. Dr. Klaus Erich Pollmann würdigte das Lexikon bei der Präsentation und meinte, dass es ein schöner Tag für einen Rektor sei, wenn ein Projekt vorgestellt werden könne, das über den Campus der Universität hinauswirke, erinnerte sich aber auch an seine anfängliche Skepsis, als er das erste Mal von diesem Projekt hörte.

Dr. Bodo Richter, Staatssekretär im Kultusministerium sprach von einem beeindruckenden Nachschlagewerk, das vorgelegt wurde und als Speicher, Werkstätte und Instrument des Wissens dienen solle.
Ines Perl