Erfolgreiche Partnerschaft mit Schülerinstitut Havelberg

Zwischen Elbe und Havel

Welchen Vorteil eine frühzeitige und zielgerichtete Förderung bringen kann, erfährt zur Zeit André Döring, Student an der Fakultät Maschinenbau. Wie das doch sehr theoretisch angelegte Grundstudium praktisch aufgewertet werden kann, wird seit einigen Jahren vom Institut für Fertigungstechnik und Qualitätssicherung (IFQ) in Zusammenarbeit mit dem Schülerinstitut für Technische Informatik am Pestalozzi-Gymnasium Havelberg getestet. Schon in den oberen Klassen beginnt am dortigen Schulstandort die Förderung und Entscheidungsunterstützung der Schüler. Auch André Döring besuchte ab 1994 die vielseitigen Angebote des Schülerinstitutes. Dabei wurde nicht nur viel gebüffelt, sondern es wurden auch praktische Aufgaben aus der Industrie bearbeitet.

Ein weiterer Baustein der Entwicklung der Schüler ist die alljährliche Teilnahme am Wettbewerb "Jugend Forscht". Dort wird neben der Bewältigung von Aufgaben auch das Publizieren von Ergebnissen verbessert. Neben vielen vorderen Plazierungen gab es auch einige Sonderpreise. So konnte z.B. André Döring im Jahr 1997 an einem zweiwöchigen Schnupperstudium am IFQ teilnehmen. Damit wurden dem bis dahin fast nur an Informatik interessierten Schüler die Augen für die nach eigenen Worten "sehr interessanten technischen Richtungen" geöffnet.

Während der zwei Wochen wurde ihm nicht nur das Institut gezeigt, sondern auch das Leben eines Studenten nähergebracht. Durch die positiven Erfahrungen mit dieser Art der Studienwerbung kam es zu einer tiefergreifenden Kooperation zwischen IFQ und Havelberger Schule. So blieb es nicht bei einem einmaligen Besuch der Schüler an der Universität Magdeburg, es entstand eine dauerhafte Verbindung, die der junge Mann auch während der Bundeswehrzeit pflegte und so blieb er immer auf den aktuellsten Stand, was das zukünftige Studium betraf.

Nach der Zeit beim Bund zog es den angehenden Studenten gleich wieder nach Magdeburg. Er fing als wissenschaftliche Hilfskraft im Multimedialabor des Institutes an. Das ist, wie er selbst sagte, "das beste, was mir passieren konnte". Hier ist er mit der Bearbeitung von industriellen Forschungsprojekten beschäftigt. Natürlich ist der finanzielle Aspekt u.a. zur Finanzierung des Studiums nicht von der Hand zu weisen, jedoch der Lerneffekt für das Studium ist unbezahlbar. So hatte er im 1. Semester bereits die Möglichkeit, modernste Produktionstechniken und -strukturen nicht nur theoretisch kennen zu lernen, sondern sie gleich in den modernsten Produktionswerken live zu erleben. Im Februar letzten Jahres hatte konnte er, im modernsten Motorenwerk der Volkswagen AG in Polkowice (Polen) Versuche durchführen, und beendete die zweiwöchigen Forschungen mit dem Vortrag der Ergebnisse vor leitenden Mitarbeitern und dem Werkleiter des VW-Werkes.

Vorteile bei Prüfungen

Dies brachte natürlich in sämtlichen Prüfungen im Studium entscheidende Vorteile. Sicher bedeutet die Arbeit neben dem Studium ab und zu auch Streß, aber “die Zeit die man für die Arbeit investiert, holt man locker wieder beim geringeren Lernaufwand für das Studium heraus". So durfte André Döring Ende des Wintersemesters im Fach Informatik eine mündliche, anstelle der schriftlichen, Prüfung absolvieren.

André Döring war der erste Schüler aus Havelberg, inzwischen sind ihm schon einige andere auf dem selben Weg erfolgreich gefolgt. Es bleibt zu hoffen, daß diese bisher einzigartige Form der Förderung für Studenten und Schüler demnächst mehr Anklang findet, denn die ersten Erfahrungen haben gezeigt, das alle Beteiligten nur Vorteile daraus ziehen können.
Prof. Dr. Eberhard Ambos