Hochschulstrukturentwicklung in Sachsen-Anhalt

Planung mit dem Rotstift

Der für die kommenden Haushaltsjahre angekündigte Stellenabbau im Hochschulwesen sorgt für Unruhe an den Universitäten in Halle und Magdeburg. In diesen Einrichtungen sind laut Vorgabe 500 Stellen zu streichen. Die Landesregierung hat mit Blick auf die verringerten Schüler- und Abiturientenzahlen das Ausbauziel für die Hochschulen von 44 000 auf 33 000 flächenbezogene Studienplätze im Land reduziert. Für die Universität Magdeburg bedeutet dies eine Verringerung der Plangröße auf 6 300 Studienplätze.

Schmerzhafte Einschnitte

Die verordneten Stellenkürzungen können nicht nur für einzelne Mitarbeiter zu einem schmerzhaften Einschnitt in ihr Arbeitsleben führen, sondern sie bedeuten auch für die Universitäten gravierende Restriktionen bezüglich ihrer inneren Strukturplanungen. Die Rotstiftmaßnahme trifft die beiden größten Bildungsstätten Sachsen-Anhalts noch in der Aufbauphase, denn der umfassende Umgestaltungsprozess der ehemaligen Bildungsanstalten zur Anpassung an die bundesrepublikanischen Gegebenheiten ist noch nicht vollständig abgeschlossen. So sind heute erst ca. 80 % der geplanten Professorenstellen besetzt und laut Beschlusslage wird es einen weiteren Ausbau nicht geben. Neben der Streichung von geplanten Berufungen sind damit auch derzeit tätige 500 wissenschaftliche Mitarbeiter an den Universitäten in Halle und Magdeburg mit einem Schlage "überflüssig".

Nicht beachtet wird von der Landesregierung, dass die gegenwärtige Stellenbesetzung nicht strukturgerecht ist und dass die von den sachsen-anhaltischen Universitäten mittelfristig geplante Strukturbereinigung unter Kürzungsbedingungen unmöglich ist.

Die verordneten Einsparungen stehen im Widerspruch zur Bedeutung des Wissenschaftsbereiches für die Landesentwicklung. Die Personalvertretungen wenden sich entschieden gegen jedwede kurzsichtige Sparpolitik, weil damit ein Stück Zukunft aufgegeben wird. Die Durchsetzung der Stellenplankürzungen gegebenenfalls über einen Personalabbau mittels betriebsbedingter Kündigungen werden die Mitarbeiter nicht kampflos hinnehmen. Die Belange der Mitarbeiter werden die Personalvertretungen konsequent vertreten.

Dr. Norbert Weist