In luftiger Höhe

Wer es nicht besser weiss, hält den kleinen Kasten auf dem Dach des Gebäudes 05 für eine futuristische Radaranlage. Doch die Geschichte ist eine ganz andere, als zu vermuten. Mauerdurchbrüche, die in früheren Zeiten zur Belüftung der dahinter liegenden Räume notwendig waren, "zierten" lange Zeit die Fassaden der Gebäude 02 und 05. Längst hatte diese alte Klimatechnik ausgedient, in die Durchbrüche war Ruhe eingekehrt. Diese ungestörten Plätze entdeckten Turmfalken als ideale Bruthöhlen und nisteten dort über viele Jahre. Mit der Fassadenrekonstruktion dieser beiden Gebäude wurden auch die alten Löcher in den Hauswänden verschlossen. Um den Falken unabhängig vom immer knappen Uni-Haushalt wieder ein Zuhause zu geben, spendeten einige Angestellte des Universitätsrechenzentrums und der Fakultät für Informatik für eine neue Falkennisthöhle. In Zusammenarbeit mit dem Dezernat für Technik und Bauplanung wurde der Platz auf dem Gebäude 05 gefunden, der zwar nicht so ganz den Idealvorstellungen entspricht, aber einen Versuch wert ist. Die ursprüngliche Nisthöhle der Turmfalken befand sich an der Nordseite des Gebäudes. Ob der lärmintensiven Klimatechnik auf dieser Dachseite musste nun auf den südlichen Bereich ausgewichen werden. Weitere Standorte für Nistkästen könnten auch auf den Dächern der Gebäude 09 und 10 sein. Bleibt zu hoffen, dass die Turmfalken das Angebot akzeptieren und in ihr angestammtes Revier zurückkehren. Übrigens im Giebel des Gebäudes 20 nistete lange Zeit ein Käutzchen. Auch für sie gäbe es Nisthilfen. Eine Investition in den Schutz unserer Umwelt.

Text: Frank Engelmann; Photo: AVMZ/Lange