Gedankenaustausch mit Kollegen aus Braunschweig

Mehr Planungssicherheit gewünscht

"Es ist zu einer guten Tradition geworden, dass sich die Leitungen der Partneruniversitäten Braunschweig und Magdeburg jährlich zu einem Erfahrungsaustausch treffen", mit diesen Worten begrüßte Magnifizenz Klaus Erich Pollmann die Braunschweiger Hochschullehrer unter Leitung ihres Präsidenten Professor Jochen Litterst. Unsere Universität war Gastgeber und hatte in die Experimentelle Fabrik eingeladen. Bei einem Rundgang durch die EXFA konnten sich die Gäste über wirtschaftliche und wissenschaftliche Innovationen dieses High-Tech-Unternehmens, das besonders jungen Firmen Starthilfe bietet, informieren.

In den zurückliegenden Jahren hat sich der Charakter der Zusammenarbeit verändert, stellten die Rektoren während des Erfahrungsaustausches fest. War es am Anfang vorwiegend wissenschaftliche Hilfe und Unterstützung von Seiten der Braunschweiger, so haben jetzt gemeinsame wissenschaftliche Projekte und der Austausch zu beiderseits interessierenden hochschulpolitischen Fragen Priorität. Die weitere Intensivierung der Kooperation zwischen beiden Universitäten sowie Probleme und Sorgen, die die niedersächsischen Hochschulen ebenso wie die sachsen-anhaltischen betreffen, nämlich Planungssicherheit und Einsparungsmodelle der Landesregierungen, Autonomie der Universitäten und ihr Verhältnis zum Staat wurden lebhaft diskutiert.

Planungssicherheit erhofft sich Rektor Pollmann in dem ab 2003 avisierten Globalhaushalt für die Universität und sieht darin auch größere Chancen, den gestellten Anforderungen in Lehre, Forschung und Wissenstransfer gerecht zu werden. Eingehend auf die Zusammenarbeit regte er eine engere Kooperation auf ingenieurtechnischen Gebieten, unter Einbindung der in Magdeburg ansässigen Forschungsinstitute und den EFRE-Instituten, mit Braunschweig und dem niedersächsischen Hochschulkonsortium an.

Kooperation im SFB

Die Kooperation in einem ingenieurtechnischen Sonderforschungsbereich beispielsweise wäre eine Möglichkeit, vorhandene Ressourcen und Kompetenzen der Hochschulen zu bündeln und zu höherer Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit zu finden, unterstützte Professor Litterst den Magdeburger Vorschlag. Unter Sparzwängen steht auch die Braunschweiger Universität und so erhofft man sich ein gewisses Maß an Planungssicherheit durch den mit der Landesregierung unterzeichneten "Innovationspakt 2". Mit diesem Vertrag ist beabsichtigt, dem weiteren Stellenabbau und Streichungen im Haushalt vorzubeugen, informierte der Präsident. Damit sollen u.a. Einsparungen bei Finanz- und Personalmitteln ausgeschlossen werden. Dabei setzt Professor Litterst auch auf noch abzuschließende Ziel- und Leistungsvereinbarungen zwischen Universität und Land, die mehr Sicherheit bei Schwerpunktsetzungen bringen und zu einer Schärfung des Profils führen könnten.

Die Modularisierung der Lehramtsstudiengänge wie auch Internationalisierung waren weitere Gesprächspunkte. Man war sich einig, dass auch auf diesen Gebieten Ressourcen vorhanden sind, die man gemeinsam nutzen sollte.

Anschließend hatte Professor Pollmann die Braunschweiger Gäste zum Besuch der Mittelalterausstellung "Otto der Große und Europa" ins Kulturhistorische Museum eingeladen.
Waltraud Rieß