Preis der Landesrektorenkonferenz zur Förderung von Aktivitäten gegen Fremdenfeindlichkeit

Toleranz, Miteinander, Hilfe und Mut

Im Frühjahr dieses Jahres hatte die Landesrektorenkonferenz einen mit 5000 DM dotierten Preis zur Förderung von Aktivitäten gegen Fremdenfeindlichkeit ausgeschrieben. Dank einer zusätzlichen Förderung der Mitteldeutschen Zeitung Halle konnte das Preisgeld verdoppelt werden.

Studierende aus den sachsen-anhaltischen Hochschulen und Universitäten waren aufgerufen, Arbeiten zu Aktivitäten gegen Fremdenfeindlichkeit einzureichen. Eine siebenköpfige Jury, bestehend aus Vertretern aller Hochschulen, hatte die eingereichten Arbeiten als auszeichnungswürdig befunden. Der Präsident der Landesrektorenkonferenz, Prof. Dr. Klaus Erich Pollmann, zeichnete Mitte November 2001 die studentischen Arbeiten im Beisein des Kultusministers Dr. Gerd Harms, der Rektoren der sachsen-anhaltischen Hochschulen und des Oberbürgermeisters der Stadt, Hans-Georg Otto, in Dessau aus.

Im nächsten Jahr wieder

Fremdenfeindlichkeit hat nicht an Bedeutung verloren, sagte Kultusminister Dr. Gerd Harms und würdigte den Preis als eine bedeutende Initiative. Er hofft, dass damit ein Anstoß für eine lebendige Auseinandersetzung, für Toleranz und mehr Miteinander gegeben wird. "Wir werden den Preis auch im nächsten Jahr wieder ausloben", so Prof. Dr. Andreas Geiger, Rektor der Hochschule Magdeburg-Stendal. Er appellierte an die Bildungseinrichtungen, weitere Projekte gegen Fremdenfeindlichkeit, für mehr Zivilcourage und demokratischen Konsens zu initiieren.

Die Arbeit "Gedenk-laby-rinth" von Franziska Weber, Studentin der Hochschule Anhalt, Standort Dessau, wurde mit dem 1. Preis ausgezeichnet. Es ist eine Arbeit gegen das Vergessen. Die Design-Studentin hatte nach der Ermordung des Mosambikaners Alberto Adriano in Dessau Gedanken und Meinungen von Bürgern festgehalten, die zum Nachdenken anregen und bewusst eine Auseinandersetzung mit dem Thema Fremdenfeindlichkeit herausfordern sollen. Eine Publikation und ein Video dokumentieren diese eindrucksvolle Arbeit, die mit 4000 DM ausgezeichnet wurde.

Die Projekte "café international" von einer Studentengruppe der Hochschule Magdeburg-Stendal und "Ma'Mut" von der FH Merseburg wurden jeweils mit 2000 DM ausgezeichnet. Beide Projekte werben für mehr Toleranz und Verständnis, für den Abbau von Vorurteilen und Ressentiments gegenüber ausländischen Zuwanderern.

Je einen Anerkennungspreis von 400 DM erhielten zwei Projekte der Universität Magdeburg, die Gruppen "Interkulturelle Studenten IKUS" und "Integration". Die Studierenden unterstützen in beiden Projekten ausländische Kommilitonen während ihres Studiums oder bei Behördengängen, organisieren Teeabende, kulturelle Veranstaltungen u.v.a.m. Auch ausländische Studierende aus höheren Semestern arbeiten in diesen Projekten mit oder haben sie initiiert. Weitere Anerkennungspreise wurden für Projekte an Studierende der Universität Halle, der Hochschule Harz und der Hochschule Anhalt ebenfalls in Höhe von je 400 DM vergeben. Sie alle haben das Thema Toleranz, Miteinander, Hilfe und Mut gegen rechte Gewalt zum Inhalt. Waltraud Rieß