Innovationen aus dem Zusammenwirken von Elektrotechnik und Fertigungstechnik

Von Funkenerosion und Laserabtragtechnik

Die Universität Magdeburg hatte Anfang Oktober 2001 die Teilnehmer am Fachseminar "Abtragtechnik" zu Gast. Dieses jährliche Seminar ist aus der wissenschaftlichen Zusammenarbeit des Institutes für Grundlagen der Elektrotechnik und Elektromagnetische Verträglichkeit - IGET (Prof. Günter Wollenberg) und dem Institut für Produktionstechnik (Prof. Klaus Künanz) der TU Dresden entstanden und soll den Praktikern einen verständlichen Einblick in die Entwicklungen solch innovativer Bearbeitungsverfahren wie Funkenerosion, elektrochemische Bearbeitung und Lasertechnik geben.

In diesem Jahr war das Motto: "Innovationen aus dem Zusammenwirken von Elektrotechnik und Fertigungstechnik". Prof. Günter Wollenberg wies in seiner Eröffnungsrede darauf hin, dass die wirklich innovativen Entwicklungen nur durch eine enge, interdisziplinäre Zusammenarbeit verschiedenster Fachgebiete erfolgen können. Im Vortrag über die Prozess-Energie-Quellen für die Präzisions- und Mikrobearbeitung durch Funkenerosion (Markus Läuter, Dr. Hans-Peter Schulze, IGET) fand dieser Gedanke seinen Niederschlag.

Durch Vortragende bzw. Mitautoren aus den Niederlanden und der Schweiz erhielt das Seminar auch einen internationalen Charakter. Im Besonderen der Vortrag von Dr. Amedeé Zryd, dem Forschungschef der Charmilles Technologie S.A. aus der Schweiz zeigte, wo die zukünftigen Forschungsschwerpunkte der Mikrobearbeitung durch die Funkenerosion liegen. Technologische Optimierungsmodelle für das Senkerodieren (Henrik Juhr, TU Dresden), Drahterodieren von extrem hohen Werkstücken (Sparctec Erodiertechnik Dr. Harald Schiedung) und die senkerosive Bearbeitung von schwerbearbeitbaren Werkstoffen, wie Keramiken (Erodier- und GalvanoTech, Dr. Lutz Müller) rundeten den fachlichen Teil zur Funkenerosion (EDM) ab.

Als ein weiteres wichtiges Bearbeitungsverfahren wurde das Laserabtragen (Institut für Fertigungstechnik und Qualitätssicherung, Universität Magdeburg, Eckart Wolf) vorgestellt. Ein zweiter Schwerpunkt des Seminars befasste sich mit den Problemstellungen von CAD/CAM-Lösungen (DCAM Berlin, Falk Berthold), der Messung kleiner Bohrungen und Strukturen (PTB Braunschweig, Dr. Markus Bartscher), den Arbeitsmedien für die Funkenerosion (OEL-HELD, Dr. Manfred Storr) und den innovativen Entwicklungstrends bezüglich EDM (Prof. Rüdiger Haas, Karlsruhe).

Die sehr interessanten Vorträge führten zu intensiven Diskussionen und Gesprächen unter den Teilnehmern, was auch ein verstärktes Zusammenarbeiten der verschiedensten Fachrichtungen für die Zukunft erwarten lässt. Ein kleiner Wermutstropfen war die geringe Beteiligung der mittelständischen Betriebe aus Sachsen-Anhalt, obwohl sie durch ihren Verband informiert und eingeladen wurden. Es ist zu hoffen, dass derartige Möglichkeiten zur fachlichen Qualifizierung in Zukunft in stärkerem Maße wahrgenommen werden.
Dr. Hans-Peter Schulze